Bella13
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Früher konnte ich wenigstens noch wahnsinnig wütend werden, aber heute ist da nur noch Schmerz und Trauer, die Wut ist nur noch zweitrangig.
Mein Freund und ich haben eine echt intensive Beziehung seit 13 Jahren. In dieser Zeit gab es auch mal eine lange Beziehungspause in der es für uns beide bergab ging und für jeden von uns zum persönlichen Showdown kam.
Die Liebe aber erlosch nie und so kamen wir nach über drei Jahren Trennung wieder zusammen. Er war fortan sehr depressiv und hat vieles nie verarbeiten können und wollen.
Ich hab mich abgerackert wie eine Blöde, sowohl auf der Arbeit als auch privat - hab Therapie gemacht, Meditation und Yoga in mein Leben integriert und sehr viel in mir geschaut um zu lernen.
Er hat weder gearbeitet, noch an sich gearbeitet und es waren viele Jahre wo diese Beziehung einfach gar keine Beziehung mehr war. Eigentlich hätte ich mich trennen müssen, was ich aber nicht getan habe, irgendwie stirbt die Hoffnung wohl zuletzt.
Ich liebe ihn auch heute noch, aber ich hatte 2018 einen Seitensprung. Es war fast wie ein Schicksalswink als es passierte. Ich habe die Jahre zuvor immer versucht klar zu kommunizieren, aber irgendwie kam es nicht an. Und als mir der Seitensprung passierte da war ich schon so voller Wut und Hoffnungslosigkeit dass ich gar nicht mehr wusste wie ich das alles hinbekommen soll. Irgendwo war es auch eine Art Befreiung für mich .
Immerhin hatte ich den Mut ihm damals zu sagen dass ich mich innerlich abwende und merke dass ich offen für andere Männer werde. Dass meine Gedanken kreisen und ich vielleicht mal über eine offene Beziehung nachdenken wolle. .
Aber ich stieß auf Granit und selbst der Versuch einer Therapie scheiterte. Der Therapeut sagte, es mache wenig Sinn nur an der Beziehung zu arbeiten , er müsse auch für sich mal viele seiner Probleme alleine angehen. Und damit war gleich alles hin.
Ich selbst lernte 2019 einen Mann kennen und was soll ich sagen- es war irgendwie magisch : wir wurden ein Liebespaar und ich eröffnete meinen Freund dass ich diesen Mann vorerst nicht aufgeben würde - er müsse jetzt eine Entscheidung treffen.
Ich kürze es ab- nach dem Sommer und vielen schmerzhaften Erlebnissen auf allen Seiten ging die affaire zuende und mein Freund und ich blieben zusammen.
Das war auch erstmal richtig gut und intensiv - er war auf einmal - nach jahrelangem Wachkoma- LEBENDIG !
Das wurde ihm ja selbst klar . er war wieder im Körper , er war voller Elan und Wachheit und genoss sein Leben nach langer Zeit endlich mal lieber selbst . .
Ich hatte die Hoffnung er würde sich dennoch mal Unterstützung suchen, denn wie fragil so etwas sein kann, kenne ich aus eigener Erfahrung.
Aber wie immer - er kann nicht offen sein, er hat Angst davor sich irgendwo zu öffnen, denn Gott bewahre- man könnte ihm ja seiner Freiheit berauben.
Seine Muster sitzen tief.
So tief, dass er es nicht schafft mir zu Vertrauen. Er trackt mein Handy, spioniert meine Chats aus.
Ich finde das verletzend.
Ist es verständlich dass es ein Prozess ist zu vertrauen ? Ja! Aber ich denke Hilfe hätte ihm gut getan.
Ich bin mit meinem Latein am Ende.
Danke für die Möglichkeit zu teilen!