HansimUnglück
Gast
ich möchte euch kurz meine aktuelle (bzw. andauernde) Situation mal schildern:
Ich bin 29 und mit meiner Freunden (24) seit schon 8 Jahren zusammen. Wir leben bereits seit 2012 zusammen (durchs Studium und nun Beruf in derselben Stadt). Bis vor 1,2 Jahren machte ich mir darüber keinen Kopf, wir waren recht unbeschwert, hatten unser Studium und nach dem Ende dann begann die Arbeit. An sich läuft alles geregelt und auch zwischenmenschlich eigentlich ganz gut. Bis vor ca. 1 Jahr. Sie traf sich plötzlich und heimlich mit einem ehemaligen Schulfreund, der früher was von ihr wollte. Sie war sich dann unsicher mit unserer Beziehung und sowieso gerade in einer Krise (Arbeit erfüllt sie nicht, stellte sich die Frage nach dem weiteren Lebensweg). Ich bin dann 1 Woche zu meinen Eltern gezogen, um Abstand zu haben und Sie in Ruhe nachdenken zu lassen, was sie denn will. Schlussendlich merkte Sie, dass Sie sich auf gar keinen Fall trennen will und hat auch den Kontakt zu dem Schulfreund wieder abgebrochen. Ich muss dazu sagen, dass ich sogar vorhatte, ihr im letzten Dezember (wir hatten einen Kurzurlaub geplant) einen Antrag zu machen. hatte sich dann durch die blöde Situation mit dem Schulfreund etc. dann natürlich erledigt!
Mich hat das seitdem emotional schon mitgenommen und auch bis heute nicht losgelassen. Ich bin mir eben selbst nicht mehr so sicher, wie ich das vllt. vor 3,4 Jahren war. allerdings war man eben vor 2,3,4 Jahren auch noch "unbeschwerter" und machte sich noch keine ernsten Gedanken über die Zukunft (Heirat, Kinder, Haus etc.). Man steckte halt im Studium, hatte ein ganz anderes Leben, lebte mehr in den Tag rein. Doch Sie hat den Kinderwunsch und würde auch gern heiraten, ist nach 8 Jahren sicher auch in Ordnung. Ich fühle mich dafür aber, nach wie vor, nicht bereit. Das "Ich bin nicht bereit" ist aber glaube nur die halbe Wahrheit. Wir hatten schon mehrmals Streitigkeiten wegen diverserer Themen im Haushalt, z.B. das Thema Kochen, Aufräumen und generell Verantwortung übernehmen (wichtige Telefonate führen etc.). Ich sehe Sie/uns halt einfach nach wie vor nicht so weit, die nächsten Schritte zu gehen, ein Kind zu bekommen, zu heiraten etc. - es fehlt einfach momentan daran, unseren Alltag zu 2. mit allen Anforderungen (Beruf, Haushalt, Freunde, weiteres) so gut zu bewältigen, dass ich mir vorstellen könnte, dass da noch ein Kind dazu kommt oder man vielleicht darüber nachdenkt, ein Haus zu bauen etc. Momentan ist es sehr schwierig, da ich seit einigen Wochen krank geschrieben bin aufgrund einer Angststörung, wir aber gerade umziehen und sie viel alleine managen muss. Das hab ich halt vorher meist gemacht, wenn es um die Organisation oder Koordination verschiedener Dinge ging. Ich unterstütze sie jetzt auch dabei, führe Telefonate, kläre Dinge ab und bin auch beim Umzug dabei, aber die Führung hatte sie in den letzten Wochen. Ich merke, dass sie überfordert ist und sich auch nicht so richtig um mich kümmern kann, obwohl ich das gerade auch bräuchte.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, SO mit ihr Kinder zu haben und noch mehr Verantwortung zu tragen, weil irgendwie so viel an mir hängen bleibt. Sie kocht sogut wie nie, fast alles im Haushalt macht sie nur widerwillig oder wir machen es mindestens 50:50. Ich seh sie einfach nicht als Mutter, die sich um das Kind kümmert, kocht, die Wäsche macht und das alles im Griff hat, während ich arbeiten gehe. Versteht mich nicht falsch, ich helfe auch gern mit und bin aufgeschlossen gegenüber Haushaltsdingen. Aber ich habe einfach kein gutes Gefühl bei der ganzen Sache, habe Zukunftsängste. Und ich glaube die resultieren eben genau daraus. Ich werde nächstes Jahr 30, würde an sich auch in den nächsten 2,3 Jahren mit der Familienplanung beginnen, heiraten etc. - aber eben NICHT so, wie sich unsere Beziehung (was den Haushalt und das häusliche Zusammenleben betrifft) seit Jahren darstellt. Sie hat halt keinen Antrieb, liegt lieber auf dem Sofa oder bestellt etwas zu essen, statt selbst zu kochen.
Ich liebe Sie wirklich sehr und möchte auch die gemeinsame Zeit nicht wegschmeißen, kann mir auch vorstellen mit ihr für immer zusammen zu leben, aber halt nicht mit Kindern, Haus und Garten und verheiratet. Jedenfalls nicht so, wie es seit geraumer Zeit bei uns läuft. ich hab auch schon über eine Paartherapie nachgedacht, dass Sie im 3er Gespräch auch mal eine objektive Meinung hört, dass Partner an sich arbeiten müssen, dass meine eine gemeinsame Basis hat und die Zukunft angehen kann. Wenn ich mit ihr darüber rede, vertritt sie nur ihren Standpunkt und wird dann immer sehr argumentativ und verteidigt sich und am Ende haben beide schlechte Laune, ohne eine Lösung zu finden. ach das ist alles schwierig, hier zu schreiben, ich hoffe, ihr versteht so etwa das "Problem" und habt Tipps für mich.
VG