Zwischen den Stühlen

Ehemaliger User

Irgendwie ging der ganze Schlamassel vor ein paar Jahren los. Ich war gerade - mal wieder - Single, zwei langjährige Beziehungen, die erste fünf Jahre, die zweite fast sechs, lagen hinter mir, und jedesmal war ich der Verlassene. Dass ich meinen Teil dazu beigetragen hatte, ist mir mittlerweile auch klar.

Ich hatte einen neuen Job in einer neuen Stadt. Im Einführungsseminar in der Firma lernte ich eine Frau kennen und fand sie auf Anhieb sympathisch. Nur - sie hatte einen Freund, und so blieb es zwischen uns beiden bei langen Gesprächen. Wir haben viel gelacht, entdeckten reichlich Gemeinsamkeiten  und haben uns versprochen, Kontakt zu halten.

Naja, so richtig hat das dann doch nicht geklappt, und irgendwann lernte ich meine jetzige Freundin kennen, der ich - haltet mich für verrückt - nach ein paar Abenden im Chat Zuflucht vor ihrem prügelnden Ehemann gewährte. Verliebt war ich nie wirklich in sie. Es hatten sich einfach zwei Menschen gefunden, die gemeinsam nach einem Zuhause suchten, nach Beständigkeit únd Zuneigung. Ich mag sie wirklich sehr, mehr jedoch nicht. Sie liebt mich, das weiß ich.

Tja, und dann kam mir das Schicksal in die Quere. Verrückt, aber ich hatte gerade mal wieder an sie gedacht, da klingelte das Telefon und die Kollegin von damals rief mich an. Sie hatte inzwischen die Firma gewechselt, wollte aber wieder zurück. Ich half ihr, einen Job in meiner (ziemlich großen)Abteilung zu finden und freute mich einfach darauf, sie wiederzusehen. Außerdem ging ich davon aus, dass sie immer noch mit ihrem Freund zusammen ist.

Wir verbringen im Job viel Zeit miteinander. Jeder, der uns sieht, die Art, wie wir miteinander umgehen, meint, wir wären ein Paar, vielleicht kurz davor. Und ich? Ich bin verliebt. Verliebt in ihr Lachen, ihre Ideen, die Flausen in ihrem Kopf, verliebt in ihre Stimme und ihren Geruch...

Nur dass sie einen Freund hat. Einen anderen, der 'zugegriffen' hatte, als sie in einer schwierigen Trennungsphase steckte. Es ist nicht dass, was sie will, nur das, was sie hat. Und es funktioniert.

Ich habe ihr gesagt, was ich für sie empfinde, doch ihr fehlt der Mut, einfach 'ja' zu sagen, sich auf noch ein Wagnis mit unsicherem Ausgang einzulassen.

Innerlich zerreißt es mich, sie jeden Tag zu sehen. Und doch möchte ich keine Sekunde missen, weil ich das Gefühl habe, dass noch nie etwas in meinem Leben so richtig war wie diese Frau in meiner Nähe zu spüren.

03.09.2003 22:28 • #1


Lotta


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hej chri-one,

ich kenne diese situation. daher mein dringender rat: egal, ob sich deine kollegin auf dich einläßt oder nicht - sei FAIR und halte dir deine jetzige freundin nicht warm! das hat sie nicht verdient. überlege, was du tust. offensichtlich reichen die gefühle für deine jetzige freundin nicht aus, um eine beziehung zu führen, sonst könntest du für deine kollegin nicht so tief empfinden. ist es so? oder ist es nur ein strohfeuer? was liegt dir an deiner jetzigen freundin? bleibst du bei ihr, um nicht alleine zu sein wenn es mit der kollegin nicht klappt? willst du ihr nicht weh tun? sicher wird der schmerz ungleich schwerer für sie, wenn du sie irgendwann wegen einer anderen verlässt. dann lieber jetzt, fair und ehrlich, auch wenn es weh tut und auch, wenn du am ende alleine bist.

du solltest nichts überstürzen und dir zunächst klar werden, ob du an deiner jetzigen beziehung festhalten möchtest. entscheidest du dich für sie, dann ohne kompromisse und finger weg von der anderen frau! wenn du dir aber sicher bist, dass du deine freundin nicht liebst, dann trenne sich von ihr. das ist nicht leicht aber glaube mir, das ist zumindest fairer.

ich wünsche dir, dass du für dich eine entscheidung treffen kannst.

gruß
lotta

04.09.2003 10:15 • #2


Karl35


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hey chris-one,
ich gebe lotta recht. du solltest dir gut überlegen welche entscheidung du triffst. ausserdem bin ich der meinung, dass beziehungen, die aus solchen situation entstehen nicht von dauer sind.
vielleicht ist es ganz gut,wenn du mal abstand von beiden nimmst und dich dann entscheidest und nicht mit ihrem und deinem gefühlen spielst. klingt hart ist aber nicht so gemeint.
gruss karl

05.09.2003 21:30 • #3




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