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Zwölf Jahre, 2 Kinder und aus

Nemator

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Hallo Zusammen,
meine Freundin (Verlobte) (42) hat sich vor 4 Wochen nach zwölf Jahren und zwei Kindern 5 und 11 von mir (43) getrennt. Typischerweise kommt es für mich relativ plötzlich, aber am Ende nicht überraschend.

Long story short, wir waren die große Liebe und sind am täglichen Leben gescheitert. Ich dachte als Kerl, dass ich alles richtig gemacht habe (eigene 4,5 Zimmerwohnung, beruflich und finanziell richtig Erfolgreich, viele Urlaube, Fernreisen, schöne Geschenke und Aufmerksamkeiten dazu hab ich ihr noch zwei Autos gekauft) und für sie waren wir aber lange kein Team mehr und sie sei der Meinung es mir immer wieder gesagt zu haben.

Nun der Zug ist zwar abgefahren dennoch möchte sie jetzt noch bis Ende des Jahres im Haus bleiben und den Kindern nichts sagen. Ich habe dem mal zugestimmt, da ich so die Kinder weiter um mich habe und es relativ gut läuft. Muss mich jetzt auch entlieben, aber glücklich war ich in der Beziehung so wie sie war auch nicht mehr. Es tut weh, aber es ist auch ok.

Meine Frau ist "Künstlerin" und tritt am Wochenende immer mit Show-Acts aus Tanz, Akrobatik und Musik auf. Das ist ihre große Leidenschaft und ich wusste das von Anfang an. Daher habe ich auch immer versucht das zu unterstützen. Das Ergebnis war aber, dass ich sowieso an den Wochenenden sehr oft alleine mit den Kindern war. Ansonsten hatte sie Teilweise Halbtagsjobs, aber auch nicht immer.

Gescheitert ist es dann, dass ich es mit der Wohnsituation (4,5Zimmer Wohnung, gehört mir) nicht mehr ausgehalten habe. Das ist total eskaliert. Waschbecken, dreckig, schwarz mit Staub, die Kinderzimmer, wochenlang nicht aufgeräumt, daher auch nicht gesaugt, Kühlschrank, Brotkorb, Obstschale schimmelndes Essen.

Wenn es um die Auftritte geht, ist sie durchorganisiert, plant und ist erfolgreich. Für das Zuhause hatte sie nichts übrig.
Tja irgendwann habe ich dann geredet und gesagt, dass wir was ändern müssen. Wir müssen das zusammen in den Griff bekommen. Sie hat es dann immer mal wieder versucht aber im Großen und Ganzen ist es dann immer wieder in den alten Trott gefallen. Ich habe Saugroboter gekauft, in Bad und Küche Dyson Sauger hingehängt (damit man nicht mal mehr einen Sauger holen muss), ich habe versucht alles zu optimieren um es uns so leicht wie möglich zu machen. Gekocht hat sie am Ende auch nicht mehr, sie komme ja nicht zum Einkaufen. Wir haben dann hunderte Euro Lieferdienste gesteckt. Sogar als sie keinen Halbtagsjob mehr sondern vollzeit zuhause war hat sie nichts gemacht.

Tja, ich wurde immer verzweifelter und habe immer eindringlicher versucht sie zu erreichen. Den Haushalt haben wir aber mit zwei Kindern nicht mehr hinbekommen. Wie auch, die Wochenenden saß ich mit den Kindern alleine zu Hause, unter der Woche war ich bis 19Uhr unterwegs. Meine Frau war fertig von den Wochenenden (Auftritte immer so bis 01Uhr Morgens, Freitag und Samstag. Am Sonntag war sie dann auch im Eimer.

Ich hatte mehrfach angeboten aus der Wohnung in was kleines umzuziehen, wollte sie nicht- und eine Putzfrau hat sie auch abgelehnt. Tja und nun, ist meine Frau fertig mit mir und meiner Familie. Sie sagt wir hätten ihr immer das Gefühl gegeben nicht gut genug zu sein. Und jetzt will sie weg. Ich kann sie verstehen, die Situation war für alle unerträglich geworden.

Aber das was ich wollte war nur ein wenig Haushalt. Ich meine ich wollte keine Hausfrau, aber jeder muss sich doch um seine Wohnung kümmern? Bad, Küche, Klamotten Ich bin ein Mann der da auch mit anpackt, aber ich konnte irgendwann auch nicht mehr alles alleine machen. Dann wurde ich in meiner Verzweiflung auch immer offensiver. Wenn ich wieder in eine vergammelte Gurke im Gemüsefach gegriffen habe, die mir in der Hand zerlaufen ist, habe ich dann auch mehr und mehr gesagt, dass es doch so nicht weitergehen könne, ob sie das denn nicht sehen und einsehen würde. Auch ich konnte meinen Unmut nicht mehr verbergen. Und genau das hat sie wohl weggetrieben. klar, man sieht dann nicht mehr viel Frau, wenn es daheim so aussieht.

Hier bin ich nun

Jetzt gehts um die Kinder und darum fair und ohne Drama aus der Sache rauszukommen.

Das wird mich Kraft kosten aber es wird. Hab die Opferrolle und das geflenne schnell sein gelassen und versuche nun den Haushalt komplett alleine zu schmeißen. Besser kann es für sie nicht laufen aber ich übe schonmal für die Zeit alleine. Ich bin immer wieder beeindruckt, wieviel man täglich mit 1,5 Stunden im Haushalt schafft, wenn man nicht telefoniert, whatsapp und facebook dabei macht. Ich kam auch schon auf den Gedanken, dass ich das ja hätte von anfang an machen können, aber das wäre nicht meinem Bild von einer gleichberechtigten Partnerschaft, bei der sich jeder seinen Möglichkeiten nach einbringt.

Grüße

10.02.2019 13:57 • x 1 #1


Brausekopf

Brausekopf


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Du scheinst sehr reflektiert, das finde ich gut.

Zur Wohnsituation:
Ich habe mich von meinem Mann im November getrennt und er wohnt hier noch. Für unser Kind ist es noch toll, dass Mama und Papa da sind.
Aber für uns Erwachsene ist es eigentlich unerträglich und belastend. Eine Trennung ohne räumlichen Abstand zu vollziehen, kann aus meiner Sicht gar nicht gut gelingen. Eigentlich schleichen wir hier auch nur umeinander rum und fühlen uns unwohl.ich kann das echt nicht auf Dauer empfehlen. Und es wird zu Konflikten kommen, die gab es hier auch schon. Und das ist dann für die Kinder viel schlimmer mit anzusehen...

Zum Haushalt:
Deiner Beschreibung nach klingt das ein bisschen nach Depressionen von ihrer Seite, aber das kann auch täuschen. Dieses "den Haushalt nicht im Griff haben, nichts machen, vernachlässigen der Grundhygiene im Haus, aber Putzkräfte ablehnen usw".
Aber wie gesagt, nur so ein Gedanke.
Was wäre denn, wenn du neben dem Job auch noch den Haushalt gemacht hättest, was wäre dann in euer Beziehung anders gelaufen? Ich vermute nicht viel... so blöd das klingt, aber vielleicht passen eure Lebensentwürfe einfach nicht zusammen.

Im Nachhinein fragt man such viel, Antworten gibt es oft wenig.

Wie sehr hättest du an dir biegen müssen, um es ihr Recht zu machen? Und was hat die Beziehung von euch beiden mit ihrem Umgang mit den Kindern zu tun? Die Beziehung zu ihnen scheint ihr auch nicht klar zu sein.

10.02.2019 14:19 • x 1 #2


Nemator


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Hallo Brausekopf,

danke für deinen Beitrag.

Ich bin mir sicher, dass sie nicht depressiv ist. Ich glaube einfach es lag an Überforderung und dann hat sie einfach gemauert, je mehr ich dahinter war. Wer lässt sich da schon gerne reinreden. Auf der Bühne applaus, daheim mecker wegen sowas banalem wir Haushalt.

Die Kinder liebt sie sehr und da hat sie viel Nähe und Zuneigung gegeben und viel bei den Hausaufgaben und anderen Dingen unterstützt. Aber sobald es um das "banale" Haushaltsthema ging, wars auch da vorbei.

Zur Wohnsituation ist es so, dass sie nirgends hin kann. Es gibt keine Reserven, nichts für Kaution, nichts für Möbel. Daher sehe ich es jetzt als meine Pflicht als Vater unserer Kinder an und warte solange ab, bis die Mama unserer Kinder anständig auf die Beine kommt - in der Hoffnung, dass sie was in der Nähe findet. Daher werde ich sie voll unterstützen, sodass sie sich einrichten kann und keine falschen Entscheidungen aus einer Notsituation heraus treffen muss.

Ich habe auch kein Sorgerecht, das wollen wir aber gemeinsam noch beantragen. Dafür habe ich eine Trennungsfolgevereinbarung aufgesetzt um ihr meine Absichten transparent darzulegen und ich gestehe ihr Wohnrecht zu - bis sie sich etwas aufgebaut hat.

Mir geht es jetzt einfach nur noch darum, den Schaden auf die Kinder zu minimieren. Die Paarebene haben wir versemmelt, auf Elternebene soll es aber funktionieren.

Grüße

10.02.2019 15:00 • x 1 #3


Brausekopf

Brausekopf


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Zitat von Nemezir:
Die Kinder liebt sie sehr und da hat sie viel Nähe und Zuneigung gegeben und viel bei den Hausaufgaben und anderen Dingen unterstützt. Aber sobald es um das "banale" Haushaltsthema ging, wars auch da vorbei.


Ich wollte ihr nicht unterstellen, dass sie eure Kinder nicht liebt. Wenn es an Basisaufgaben aber schon scheitert kann da irgendwas nicht ganz richtig sein. Das meine ich nicht böse.


Zitat von Nemezir:
Ich bin mir sicher, dass sie nicht depressiv ist. Ich glaube einfach es lag an Überforderung und dann hat sie einfach gemauert


Wo kommt die Überforderung her?
Es gehört ja zum täglichen Leben, sich auszutauschen. Nur weil sie "Künstlerin" ist und im Job gefeiert wird, ist das ja kein Grund sich in einer Beziehung angegriffen zu fühlen, weil Kritik geübt wird und in der Konsequenz dann gar nichts gemacht wird zum Leid aller Haushaltsmitglieder.

Ich will dir hier gar nichts negatives entlocken. Ich kann mir aber vorstellen, dass du bei dir vielleicht gerade zu viel Schuld am Scheitern suchst. So liest es sich ein bisschen.

10.02.2019 15:29 • #4


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Hey Nem, willkommen. Wie Brause liest es für mich auch so, als ob Deine Partnerin möglicherweise psychische Probleme hat. Das wirst Du als "Co-Abhängiger" (und das bist Du wenn man all Deine Kompensationstaten anschaut) im Moment noch nicht erkennen wollen. Von außen sieht es aber schon etwas krasser aus. Das was Du beschreibst schrammt auch schon an der Kindswohlgefährdung (Verwahrlosung). Du bist der einzige der das System am Laufen gehalten hat. Dazu kommt, dass der Blick von Extern von Deiner Noch-Partnerin kontinuierlich verweigert wurde. Das hat natürlich System.
Wenn es jetzt zur räumlichen Trennung kommen sollte wirst Du auch externe (Jugendamt) über die Probleme von ihr informieren müssen, denn es ist fraglich, ob sie überhaupt erziehungsfähig ist. Das müsste ggf. geklärt werden.
Im Moment deckst Du sie noch mit Deinem Verhalten. Ich würde an Deiner Stelle umgehend Kontakt mit dem Jugendamt aufnehmen. Du kannst es erstmal als Vermittlungsgespräch deklarieren. Ihr Mängel müssen aber auch zur Sprache kommen, so dass ggf. eine Familienhilfe installiert werden kann.

10.02.2019 15:31 • #5


Nemator


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Hallo,

also von Verwahrlosung sind wir noch weit weg und sie ist schon eine gute Mutter, das möchte ich klar stellen. Sie ist natürlich erziehungsfähig. Den Kindern geht es gut, wir sind in Schule und Kindergarten und somit bitte ich das jetzt nicht zu heftig auszulegen.

Grüße

10.02.2019 16:21 • #6


Brausekopf

Brausekopf


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Zitat von Nemezir:
sondern ehr über meine Situation und wie ich diese bis zur Räumlichen Trennung durchstehen kann.


Da ich ja auch aktuell noch mit meinem Mann zusammenwohne:

Teilt die Wohnbereiche klar auf. Jeder braucht seinen eigenen Rückzugsort. Vereinbart auch Zeiten für Gespräche und Zeiten, die jeder nur für sich hat. Sprecht euch auch wegen euren Kindern ab, wer da wann was macht. Wenn du da noch mehr Austausch willst, melde dich einfach

10.02.2019 16:45 • #7


Nemator


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Hallo Zusammen,

im Moment fühlt es sich halt an wie ein langer langer langer Abschied.
Alles was jetzt noch ist, wird dann früher oder später nicht mehr sein. Das Haus wird bald leer sein, die Kinderzimmer werden nur noch an den Wochenenden und den Ferien bewohnt werden.

Das macht mir einfach zu schaffen. Auf der anderen Seite bin ich auch froh, dass es nicht so schnell und so hart ging, wie bei vielen anderen Trennungen. Ich habe meine Kinder um mich und wir haben viel Spaß, auch zu viert mit Mama. Die Kinder lieben uns beide sehr.

Aber der Tag wird kommen... Ich hoffe, dass es mit dem Sorgerecht klappen wird, sonst müsste ich das so beantragen. Hab aber kein Interesse das zu eskalieren.

Grüße

10.02.2019 21:39 • #8


Pflichtfeld03


Hallo Nem,

was mir aufgefallen ist, ist dass Du ausführlich das, was Deine Freundin und Du getan und nicht getan haben, und was Du Dir statt dessen gewünscht hättest, beschrieben hast. Was hat sie sich denn gewünscht? Was war ihr Lebensentwurf? Welche Prioritäten hat sie gesetzt bzw. hätte sie gern gesetzt? War das zwischen euch Mal im Gespräch? Und wieviel davon konntet ihr dann umsetzen?

Wenn ich mir ihre Tagesabläufe so ansehe: Freitag und Samstag Auftritte (also mit Soundcheck etc. von 16 - 1 Uhr?). Dann noch die Proben für die Shows und die Orga der Selbständigkeit, also ca. zwei weitere 8-Stunden-Tage pro Woche. Der "Job" als Mutter von Kitakind und Schulkind geht Mo-Fr mindestens von 7-8 Uhr und von 16-20 Uhr (also mind. 20 Stunden/Woche). Und dazu immer wieder auch noch eine Teilzeitarbeit (zusätzlich 20h/Woche?). Und Du warst Mo-Fr von 8-19 Uhr im Büro? Wenn das so ungefähr hinkommt, dann habt ihr euch an Arbeitszeit gegenseitig in nichts nachgestanden.
Dennoch sahst Du die Verantwortung für den Haushalt überwiegend bei ihr? Vermutlich wohl, weil Du mit Deiner Arbeit mehr Geld verdient hast als sie mit ihrer Stückelarbeit, oder?

Aber von diesem Einkommen hat sie ja nur in Form von Geschenken und in Deiner Wohnung leben (und putzen) dürfen profitiert. Du schreibst selbst, dass sie trotz all der Jahre, die sie mit Dir gelebt und eure Kinder gemanaged hat, keine Rücklagen hat. Obwohl Du sehr gutes Geld verdient hast. Da ihr nie geheiratet habt, findet ja auch kein Zugewinnausgleich statt. Entschädigst Du sie denn in anderer Form für ihre Familienarbeit? Hast Du für sie in eine Rente eingezahlt, eure Gehälter durch zwei geteilt oder zahlst ihr Trennungsunterhalt?

Wenn nein, dann sei mal bitte ehrlich zu Dir selbst: Wenn die Rollen vertauscht gewesen wären, hättest Du dann Deine Energie auf Putzen, Waschen und Aufräumen gelegt? Nur fürs temporäre Wohnrecht in der Wohnung Deiner Freundin, für ein paar Fernreisen und Geschenke? Hätte Dir das als Lebensentwurf und Sicherheit im Alter gereicht? Und wärst Du damit zufrieden gewesen, für Deine Kids und Deine Freundin ein properes Nest zu schaffen, so lange Du dafür am Wohlstand Deiner Freundin partizipieren darfst, so lange sie das will und sich nicht trennt? Oder wär Dir das eine zu unsichere Sache gewesen und Du wenig motiviert, das Waschbecken zu wienern, während Du dabei objektiv den Kürzeren ziehst und auf den Goodwill einer Freundin angewiesen bist, die Dir genau sagt, welche Dienstleistungen sie als Gegenleistung für Mitwohnen, Reisen und Geschenke erwartet und Dich aufgrund des Gehaltsunterschieds zur Gurkenbeauftragten ernennt?


Du nennst es Überforderung.
Ich sehe eher einen Spagat zwischen der Fortführung des eigenen Lebens und Deiner Forderung, für Kost, Logis und zwei Pkw sich ganz in den Dienst der Familie zu stellen, ohne die geringste Absicherung dafür zu erhalten.
Sei ehrlich: Aus einem solchen Deal wärst Du doch schon viel früher ausgestiegen, als es Deine Freundin jetzt getan hat. Sie muss Dich und die Kinder mit Dir schon sehr geliebt haben, um sich so viele Jahre auf so ein Himmelfahrtskommando eingelassen zu haben.

10.02.2019 22:10 • #9


Brausekopf

Brausekopf


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Zitat von Nemezir:
Das Haus wird bald leer sein, die Kinderzimmer werden nur noch an den Wochenenden und den Ferien bewohnt werden


Vielleicht könnt ihr euch hier gemeinsam beraten lassen. Es gibt ja noch mehr Variationen der Kinderbetreuung, als das klassische Wochenendmodell.

10.02.2019 22:14 • #10


Pflichtfeld03


Er ist Mo-Fr bis 19 Uhr im Geschäft und sie über ihren Beruf ganz überwiegend am Wochenende aus. Da wird es aufs Wochenendmodell hinauslaufen.

Hätte er seine Arbeitszeit zugunsten der Kinder und Familie reduzieren wollen oder können, hätte er das in den vergangenen 10 Jahren doch schon gemacht. Die Not und Unzufriedenheit zu Hause hätten ihn da schon längst auf alternative Wege und Arbeitszeitmodelle gebracht. Wenn er jetzt die Trennung zum Anlaß nähme, sich eine andere Arbeitsweise und familienkompatible Arbeitszeiten zu erkämpfen, müsste er sich ja in den A. beißen, weshalb es jetzt möglich ist, aber zur Rettung der Beziehung nicht möglich erschien.

10.02.2019 22:42 • #11


Brausekopf

Brausekopf


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Zitat von Pflichtfeld03:
Hätte


Hätte, hätte.... Ich finde den durchklingenden Ton etwas schwierig.
Wir sind doch nicht live bei ihm zu Hause, um beurteilen zu können, wie wann was gelaufen ist.

Und wenn es so sein sollte: manchmal merken Eltern, in den meisten Fällen Väter, erst nach einer Trennung, was alles möglich gemacht werden kann bzgl der Kinderbetreuung und Arbeitszeiten. Ist dann schade, weil es für die Beziehung zu spät ist, aber die Kinder profitieren davon trotzdem.

10.02.2019 22:57 • #12


stjärna

stjärna


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Hallo Nemezir!
Zum Thema schlechte Haushaltsführung habe ich etwas Lustiges beizutragen.

Als ich mit 18 auszog, war das Thema Haushaltsführung ein Fremdwort für mich.
In der ersten Wohnung standen eine Menge Umzugskartons im Wohnzimmer, so ungefähr ein halbes Jahr lang. Es gab lediglich Wege zwischen den Kartons zum Sofa, zum Schreibtisch, ins nächste Zimmer. Es war für mich schicksalsbedingt gegeben, dass sie da standen, es war in meinen Augen hinzunehmen. Bin im Traum nicht darauf gekommen, dass man da was machen könnte. Als mein Mann dann meinte, wir würden die Kartons jetzt mal in den Keller räumen, hielt ich das für eine Unmöglichkeit! Aber er hat sich durchgesetzt, und ich war erstaunt, wie leicht und schön das ging und dass wir jetzt ein normales Wohnzimmer hatten. Es ging auch mit den Kartons im Keller. War wohl doch alles nicht so wichtig, was da drin war.

Jetzt könnte man ja meinen, ich wäre ich einem Messiehaushalt groß geworden. Bin ich aber nicht. Ich bin auch nicht doof. Aber Haushalt habe ich leider nicht von zuhause mitbekommen.
Erst in unserem jetzigen Haushalt bin ich zur einigermaßen guten Hausfrau geworden. Es ist unser vierter Haushalt, und die Ordnung ist erst nach 25 Jahren des Lernens und Aufwachens eingekehrt. Es ist von deiner Frau bestimmt nicht böse gemeint, sie kann es einfach nicht. Sie hat es nicht geschnallt. Es ist selbst für mich unbegreiflich, wie das sein kann, dass man verschimmelte Lebensmittel nicht beseitigt. Man kommt einfach nicht auf die Idee! Selbst wenn man sich in so einem Haushalt nicht wohlfühlt. Eine Erklärung dafür habe ich nicht. Aber ich bin unheimlich froh, dass ich irgendwann dahintergekommen bin, dass Haushalt kein Monster ist und auch kein Fass ohne Boden.

Wenn dann Kinder mit im Boot sind und es den Partner und vielleicht sie selbst arg stört, dann muss einfach eine Putzhilfe ins Haus, da könnte sie eventuell etwas abgucken und dann irgendwann den Haushalt selbst übernehmen. Aber nun ist es ja offensichtlich zu spät. Oder du holst jetzt eine Putzhilfe, schließlich seid ihr ja getrennt. Und dann entspannt sich die Situation eventuell wieder und sie bleibt.

10.02.2019 23:09 • #13


Pflichtfeld03


@Brausekopf: Auch wenn Du den Ton schwierig findest, ist dem TE doch nicht dadurch gedient, dass wir ihm erzählen, dass seine Langzeitverlobte ne depressive Messi ist und er sich die letzten Jahre nach Kräften um die Erhaltung seiner Familie bemüht hat.

Er beschreibt im Eingangsposting so viele negative Eigenschaften und Ereignisse als positive, dass es beim Lesen weh tut.

Allein die Gegenüberstellung von Selbstwahrnehmung (beruflich und finanziell erfolgreich... Fernreisen... zwei Autos geschenkt, zwei Mal die Eigentumsverhältnisse an der Wohnung etwähnt) und Wahrnehmung der Ex ("Künstlerin" ... es lag an Überforderung... auf der Bühne Applaus) kann nicht nur der aktuellen Verletzung geschuldet sein. Wer so auf seinen Partner herabschaut, braucht sich doch nun wirklich nicht zu wundern, wenn es dem/der irgendwann auch mal reicht.

Die Mutter seiner Kinder ist nun weg. Zumindest endgültig emotional. Und -sobald sie es sich leisten kann- auch körperlich. Mitsamt der Kinder wie es scheint.

Eine neue Frau wird folgen. Vielleicht eine jüngere, mit der einem noch einen zweiten Familienentwurf mit Kindern startet.
Was, wenn er sich dann wieder eine "Künstlerin" mit 2,5 Teilzeitjobs sucht, während er den ganzen Tag arbeitet. Was, wenn er wieder versäumt, sie zu binden und für ihre Leistung zu achten, und ihr statt dessen zur Leistungsdefinition und Arbeitsmotivation zwei Dyson an die Wand hängt.

Ja, er ist verletzt und hat jetzt eine ganz bittere Lebensphase vor sich.
Aber vom ihm auf die Schulter klopfen und seine Freundin für verrückt erklären wird da nichts besser werden. Wenn er weiterhin so verständnislos an seiner Ex-Freundin vorbei schrammt, wird die gemeinsame Elternschaft nach der Trennung die Hölle.
Zumindest davor sollten wir ihn bewahren.
Und von allein wird aus einem Elefanten im Beziehungsporzellanladen ganz sicher kein noch mit Sorgerecht und Umgangsrecht zu bestückender Trennungsvater.

10.02.2019 23:54 • #14


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Naja, ich bin auch keine begeisterte Hausfrau. Für mich wurde der Spruch gemacht "Ich hab einen Topf Basilikum gekauft. Werfe ich ihn gleich weg oder erst in 2 Wochen?" Das Angebot einer Putzhilfe hätte ich jederzeit sofort mit Kusshand angenommen.

Aber: 12 Jahre und 2 Kinder. Doch schon ne Menge Zeit, um grundsätzliche Ansprüche und Erwartungshaltungen bezüglich Haushaltsführung, Rollenmodelle, Vergütung und Zuständigkeiten zu klären. Da sehe ich beide in der Pflicht.

Es gibt halt Unterschiede in der Auffassung, was Ordnung und Sauberkeit betrifft. Wenn da Pingel-Fritz auf Lass-doch-liegen-Dame trifft, wird es schwierig. Da wäre ein Konsens gut, bevor man Kinder in das Chaos lässt. "Künstler liebt Buchhalter" ist spannend, aber oft nicht alltagskompatibel.

Um keinen falschen Eindruck zu hinterlassen: Ich bin Team "eher unordentlich, aber sauber". Und mein Basilikum wird immer ordnungsgemäß in der Biotonne entsorgt! So!

11.02.2019 00:08 • #15




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