Zitat von Malena3:Ich will von niemandem S., in den ich nicht verliebt bin. Es ist aber auch wirklich v.a. der S. und etwas gemeinsame Zeit. Ich muss mit ihm keine gemeinsame Wohnung beziehen, muss mit ihm nicht zusammen Weihnachten feiern, muss nicht seinen Eltern vorgestellt werden.
Ich denke nicht, dass diese Gleichung auf Dauer aufgeht. Das stellst du dir momentan so vor. Aber wenn du das eine (S.) hast, wirst du früher oder später auch mehr wollen, da du verliebt bist.
Zitat von Malena3:Falsch. Wir haben uns vor langer Zeit kennengelernt und er war geflascht. Nicht ich. Er hat sich um mich bemüht, bis ich auch geflascht war.
Das kann jetzt bereits ganz anders sein. Und durch deine Bedürftigkeit kann es sehr wohl sein, dass du an Attraktivität für ihn verloren hast und er keine Anziehung mehr verspürt. (Es kann natürlich auch einfach so passiert sein, aber gezeigte und gelebte Bedürftigkeit wirken hier wie ein Brandbeschleuniger.)
Zitat von Malena3:Dass er sich gestern gefreut hat, mich zu sehen, hat er mich schon beim Treffen etwa 50 mal gezeigt und gesagt. Wozu dann auch noch die SMS?
Hier wäre ich ganz vorsichtig, aus zwei Gründen:
Erstens gibt es so genannte Orbiter. Ein Orbiter ist eine Raumsonde, die einen Himmelskörper umkreist. Oder ein Mensch, der einen Menschen umkreist. Oft ist es so, dass jemand nur hin und wieder feststellen wollen, ob der andere sich noch um ihn dreht, um ihn dann - nachdem man die Bestätigung und das gute Gefühl bekommen hat-, wieder fallen zu lassen. In diesem Fall könnte es also sein, dass er sein Ego aufpoliert, indem er feststellt, dass du dich weiterhin um ihn drehst. Die freundschaftlichen Annäherungen an dich während des Treffens könnten zum Ziel gehabt haben, dich zu ermutigen, ihm deine nach wie vor vorhandene Begierde und Begeisterung ihm gegenüber zu zeigen.
Und zweitens, das ist vielleicht noch interessanter: Wenn jemand in einen anderen verliebt ist, hat er/sie oft Hemmungen, seine/ihre Freude über die Gegenwart des anderen direkt und oft zu zeigen, nach dem Motto "Ich muss mich interessant machen und darf nicht so bedürftig rüberkommen. Lieber halte ich mich zurück und tue so, als wäre der andere mir gar nicht so wichtig". Dass er genau das Gegenteil macht, könnte bedeuten, dass es bei ihm eben gerade *nicht* mehr kribbelt.
Hierzu ein Beispiel aus eigener Erfahrung:
Ich hatte mal eine sehr interessante Situation, bei der ich sofort ein unangenehmes Gefühl hatte, aber noch Tage gebraucht habe, um dahinterzukommen weshalb. Eine Frau, die ich attraktiv finde, lief an meinem Küchenfenster vorbei und hat mich gesehen. Am gleichen Tag abends traf ich sie zufällig woanders und wir kamen ins Gespräch, worauf sie meinte: "Ich habe dich heute schon durchs Küchenfenster gesehen." Dieser Satz hat mich sehr gestört, aber ich wusste nicht warum. Nach ein paar Tagen wurde mir klar, dass eine Person, die eine andere attraktiv findet *niemals* so einen Satz sagen würde. Warum? Ich habe mich in ihre Position versetzt. Wäre ich es gewesen, der *sie* im Küchenfenster gesehen hätte, hätte ich sie nie darauf angesprochen, weil sofort der Gedanke gekommen wäre "Sie denkt bestimmt, ich habe sie beobachtet.". Wenn jemand einen anderen aber nicht attraktiv findet, würde er/sie aber niemals auf die Idee kommen, dass dies etwas mit Beobachten oder Ausspionieren, Stalken oder etwas in dieser Richtung zu tun haben könnte. Es wäre einfach ein Satz wie beispielsweise "Ich bin heute früh mit dem Bus in die Arbeit gefahren".
In diese Kategorie würde ich auch seine Bekundungen, dass er sich gefreut hat dich zu sehen, einordnen. Ich habe das Gefühl, er hätte sich anders verhalten, wenn er nach wie vor an dir interessiert wäre. Mein großer Rat an dich ist, dass du dich von ihm löst. Du hast ihm drei Jahre deines Lebens "geopfert" (überspitzt formuliert). Ich würde zB an deiner Stelle auch aufhören, hier über dieses Thema zu schreiben. Es triggert dich immer wieder. Drei Jahre sind genug. Lass die negativen Gefühle, das "Radio Herzschmerz" einfach im Hintergrund weiterlaufen, abstellen kannst du sie nicht. Aber wenn du die Gefühle in deinem Körper und die Texte in deinem Verstand einfach nicht mehr beachtest, werden sie irgendwann leiser und lösen sich auf. So ist das immer. Auch wenn du es bisher nicht geschafft hast, heute ist ein neuer Tag und ab heute kann es funktionieren.