Zitat:Woran will man diese messen? Wo ist die allgemeingültige Definition?
Für mich besteht ungesunder Selbswert darin, sich mit Situationen, in denen man unglücklich ist, abzufinden und nicht nach dem, was man sich wünscht, zu streben.
Ich definiere es tatsächlich anders.
Selbstwert inkludiert Selbstschutz. Gesunde Grenzen. Sich nicht Situationen oder Menschen auszuliefern, die schädlich und "ungesund" für die eigene Psyche sind.
Nach Deiner Definition willst Du Dich nicht damit abfinden, dass der Mann, in den Du so lange Zeit verliebt bist, ein verheirateter Familienvater ist.
Du strebst also danach, mit ganz ganz viel Selbstwert im Gepäck, zumindest s..uell für ihn verfügbar sein zu können.
Falls ich mich nicht täusche, hat er Dir niemals verkündet ernsthaft über eine Trennung/Scheidung nachzudenken.
Du weisst also, er will seinen Status beibehalten.
Ich kannte eine "Mätressen-Frau": Sie war 15 Jahre Geliebte eines hochrangigen, verheirateten Richters und Familienvaters. Sie wollte ebenso wie Du "nur" die Affäre sein. Keine Beziehung!
Dass das so wohl nicht stimmte, zeigten im Lauf der Zeit ihre Depressionen und ihre Alk.oholabhängigkeit.
Es folgten Krankenhausaufenthalte, Entzüge. Ihre Optik litt.
Der Richter ließ sie fallen und ersetzte sie durch eine Jüngere.
Sie machte eine Psychotherapie. Komplettzusammenbruch.
Sie verliebte sich in ihren Psychotherapeuten, er empfahl ihr daraufhin zu einer Kollegin zu wechseln.
Eines Abends stürzte sie sich aus dem 4. Stock und verstarb.
Sie war eine intelligente, früher beruflich erfolgreiche, humorvolle Frau, hatte Freunde, wurde von jenen geschätzt, war hilfsbereit und für andere da.
Sie hatte viele gute Eigenschaften. Aber zu wenig Selbstwert, zu wenig Selbstschutz, zu wenig Eigenliebe.