2 gegensätzliche Welten wo einst Liebe war

Krümel

Hallo liebe Leute,

mir stellt sich immer wieder die Frage nach den "Wie geht das eigentlich?", die ich gerne mit euch diskutieren würde.
Zu Beginn geht man einen gemeinsamen Weg mit dem Partner. Am Ende ist oft so, dass zwei Welten nebeneinander existieren. In der einen Welt gibt es Trauer, Hoffnung, Wut, Verzweiflung etc. und in der anderen Welt scheint Leere zu sein (zumindest in Bezug auf den Partner).
Was ist dazwischen wirklich passiert? Kann man sich wirklich entlieben? Auseinanderleben? Geht das wirklich oder sind das bloß salonfähige Erklärungen, die von der Allgemeinheit als Erklärungsmodell akzeptiert werden?

Ich bin bespannt auf eure Beiträge.

Vielen Dank und viele Grüsse Krümel

15.02.2011 11:50 • #1


Clariza

Clariza


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Hi Krümel.

Ich denke, dass es nätürlich geht, sich zu entlieben. Leider meist ganz heimlich, einschleichend und innerhalb der noch für den anderen heilen Beziehung...
Also genügend Zeit, sich nach und nach von der Liebe (wahrscheinlich auch zum Teil schmerzhaft) zum Partner zu distanzieren...
Und wenn man nicht rechtzeitig das Gespräch sucht, wird der Partner irgendwann vor vollendete Tatsachen gestellt...

15.02.2011 12:38 • #2



2 gegensätzliche Welten wo einst Liebe war

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MonaLisa

MonaLisa


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Zitat von Clariza:
Und wenn man nicht rechtzeitig das Gespräch sucht, wird der Partner irgendwann vor vollendete Tatsachen gestellt...


Oh, wie oft habe ich das Gespräch gesucht und es hat sich nichts verändert.
Er hat mich zwar teilweise verstanden aber war nicht willig grundlegend etwas zu verändern, oder war auch nicht in der Lage dazu.
So das ich nach einem Jahr "Dauerreden, Dauerstress" und minimalen Veränderungen doch den Schlußstrich zog.

Und jetzt - 3Jahre danach - haben wir uns immer noch sehr sehr lieb, wir können uns in den Arm nehmen z.b. und jeden Monat ein gemeinsames Kinder-besuch-s-wochenende (in meiner Wohnung- da er aus einem anderen Bundesland 5ookm entfernt anreist) verbringen - ohne Streit.
Wenn er oder ich es jemanden erzählt, bekommen wir oft Lob und ein wenig Bewunderung es so geschafft zu haben - ohne uns die Augen auszukratzen
Für die Kinder ist das wunderschön, nur manchmal habe ich das Gefühl
er wird so NIE drüber weg kommen, er hat in den 3Jahren nicht einen Beziehungs/Kennenlernversuch gestartet und meine Freundin meinte, er liebt Dich immer noch und hat immer noch Hoffnung auf einen Neustart.

15.02.2011 12:51 • #3


Torsten


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hey krümel,

ich schließ mich clariza da an...beziehung hat viel mit kommunikation,akzeptanz und kompromissbereitschaft zu tun.

zu anfang einer beziehung lernt man jeanden kennen.man hat ein idealisiertes bild eines partners in seinem kopf und hofft,dass sein gegenüber vielleicht derjenige sein könnte,der diese ifealvorstellung erfüllen könnte.

jeder mensch ist das produkt seiner efahrung...und jeder mensch weiß,was er nicht will,ebn durch seine erfahrung.

nun stellst du am anfang fest,dein gegenüber passt in vielerlei hinsicht zu dir.tolle gespräche,tolles aussehen,zwischenmenschliche gemeinsamekeiten und interessen,toller s. und auch auch s.uelle anziehung,hormone (unterbewusst bestimmen auch die > einen anderen menschen riechen können ),gestik und mimik...etc

aber mit der zeit lernst du diese person kennen...inder phase der verliebtheit übersieht man erstmal alle negativen sachen und die akzeptanzschwelle ist sehr niedrig >alles ist ok...

mit dem kennenlernen versucht man sich den partner aber dann auch in seine welt einzubauen die in der zukunft liegt...kinder,familie,werte,erziehung,wünsche und traumvorstellungen.

und natürlich,unwillkürlich,vergleicht man unterbewusst auch immer mit dem ,was man mal hatte,auch wenn der neue partner eine eigene individualität hat.aber jeder hat sein erfahrungen gemacht...zu anfang verhält sich jeder so,dass er dem anderen gefällt...aber mit der zeit kristalliesiere sich aber immer mehr unsere eigenarten heraus...wir fassen mehr vertrauen und lernen den anderen richtig kennen...nun kommt die zeit wo die rosabrille langsam verblasst...je nachdem wie stark die phase der verliebtheit ist und je näher der partner deinem idealbild gleicht umso länger dauert die verliebtheit...beim anderen verblasst die rosabrille schneller,weil man sehr schnell dinge im anderen sieht,die man schonmal hatte und es einem schwer fällt diese wieder akzeptieren zu wollen,auch wenn der neue partner viele andere postive eigenschaften hat.

nun kommt es aus meiner sicht zu deiner einstellung zu kompromissbereitschaft bzw. akzeptanz...wenn du deinen partner mit seinen eigenarten akzeptieren kannst und viiele gute eigenschaften den wenigen schlechten überwiegen,dann siehst du deinen partner wahrscheinlich als den partner für`s leben > aus verliebtsein wird liebe...du zeigst kompromissbereitschaft und past dich ein stückweit an den partner an...

aber je mehr zeit vergeht,umso besser lernst du den partner kennen...die zeit vergeht und deine wünsche erfüllen sich mit deinem partner oder nicht...aber aus beziehung kann auch gewohnheit werden...wer nicht an seiner beziehung arbeitet,wenig kommuniziert oder vielleicht ach die lebenumstände sich ändern(job,familie,kinder),dann lernt man dinge kennen,die beide seiten vorher nicht einschätzen konnten...hoch und tief werden gemeinsam gemeistert...wenn man sich die zeit nimmt und den willen dazu hat...
aber menschen verändern sich...körperlich,in ihren wesenzügen,mit der beziehung an sich durch neue erfahrungen...und hier liegt wahrscheinlich die kunst darin alt zu werden...im heutigen gesellschaftsbild scheint jeder austauschbar...egal ob s.,oder andere ansichten,neue inspiration etc. >alles reizt...

ich weiß noch,wie meine ex sich darüber gefreut hat endlich jemanden gefunden zu haben,der das genauso sieht und sie mir sagte,wie wichtig es heutzutage sei an einer beziehung zu arbeiten...

ich denke,jeder versucht den partner in seine vorstellung von beziehung zu integrieren...und irgendwann merkt man,hey,es passt zwar vielleicht hier und da noch...aber das gesamtbild stimmt nicht mehr...und entweder man ist fähig mit viel kommunikation daran zu arbeiten (kann helfen weitere kompromisse zu finden) oder man entdeckt keine grauzonen mehr...er scharz,sie weiß > streit und unmut beherrschen den alltag...bis einer sagt,es geht nicht mehr...
oder durch mangelnde kommunikation zweifelt und grübel einer die ganze zeit mit sich selbst...macht die beziehung mit sich alleine aus...und wie`s clariza schon gesagt hat > wird dann (wie ich auch),vor vollendete tasachen gestellt und hat keine chance mehr zu reagieren...man ist nicht auf dem gleichen level...und so hat sie der andere von einem distanziert ohne dass man es überhaupt mitbekommen hat...

ich könnt hier jetzt noch ewig schreiben...ich selber habe schon verlassen (auch 2 mal nicht besonders schön) und jetzt bin ich der verlassene...ich hab noch nie eine lange beziehung (länger als 2 jahre) auf die reihe bekommen...ich weiß nicht wie es sich nach 4 oder gar 12 jahren anfühlt...

wie auch immer...beziehung ist niemals einfach...liebe ist niemals einfach...dazu gehört mut,risiko und den willen aus dem was war gelernt zu haben...

15.02.2011 13:22 • #4


MonaLisa

MonaLisa


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Sehr schön , Torsti
alles auf den Punkt gebracht.

Als meine o.g. Ehe scheiterte, war das auch für mich als VerlassenDe super traurig und noch heute frage ich mich manchmal wie machen das unsere Eltern, die Generation vor uns die teilweise 3o und mehr Jahre "miteinander aushalten".

Haben die sich so aneinander gewöhnt? Da kann doch kein Kribbeln mehr sein oder doch? Meine Mama sagte mal es ist dann i-wann wie eine Liebe zw. Schwester und Bruder oder meine Schwiegereltern die ihre Ehe zum Schein aufrechterhalten (und er in ganz Dtl. *beep*) ich glaube einfach das wir Jungen solche "Kompromisse" nicht mehr eingehen und uns einfach trennen. Ich zumindest.

Darf ich nochmal meine Ehe heranziehen ... (die Ehe selber hielt nur 3Jahre) davor waren wir eins zusammen und noch eins vorher hatten wir "nur Freundschaftsstatus (bei mir wars Liebe auf den ersten Blick und ich hab nie aufgeben unter dem Status ihn zu bekommen) ...

sein Psychiater sagte zu ihm "unsere Lebensphasen haben nicht mehr zueinander gepasst" so falsch ist das gar nicht.

Als wir heirateten war das letzte Kind (von insgesamt dreien) frisch geschlüpft und ich das erste Jahr glücklich mit dem Nestbau und dem Familienleben aber nach einem Jahr reichte es mir nicht mehr (ich wurde 3o) und wollte mehr sein als Hausfrau und Mutter (Führerschein machen endlich, nochmal zur Schule gehen, wieder arbeiten) einfach weg vom Herd. Er fiel aus allen Wolken, weil er dachte, es geht immer so weiter wie es war als wir heirateten.

Ja nur wer ist denn dann Schuld daran und nochmal wie machen das unsere Eltern oder die Paare die Jahrzehnte zusammen sind,
Beziehung und Ehe ist doch ständige Veränderung (sei es z.b. Arbeitslosigkeit, Wohnortwechsel oder Krankheit) etc.

In guten wie in schlechten Zeiten und manchmal denk ich wir jungen gehen in den schlechten Zeiten einfach zu früh und schmeissen hin.

Im letzten Jahr meiner Ehe hab ich Antidepressiva geschluckt in einer so hohen Dosierung das mein Arzt die Hände über den Kopf zusammenschlug, ich hatte auch schon Ansätze von Angst+Panikattacken (rauszugehen ins reale Leben raus aus dem goldenen Käfig) ... hätte ich da bleiben sollen, das ist doch nicht der Sinn einer Ehe?

Die Trennung war für mich ein Befreiungsschlag, ich war so glücklich das ich binnen 1o Monaten 22Kilo verlor (mein Frustspeck aus dem Jahr zuvor) und jetzt ist es er wieder der depressiv und einsam ist weil die Familie im so gut tat.

15.02.2011 13:40 • #5


Krümel


Hallo ihr lieben,

vielen Dank für eure Beiträge.

Ihr bringt viele Punkte sehr wunderbar auf den Punkt. Die Frage, die ich mir stelle ist, was macht den Unterschied aus? Wo ist der wirkliche Knackpunkt? Warum nehmen wir Kummer, Schmerz, Leid, schlechtes Gewissen, was auch immer, in Kauf? Für die Hoffnung etwas perfekteres zu finden? Klar leben wir in einer Wegwerfgesellschaft, aber geht es uns WIRKLICH selber damit gut, das auch in unseren Beziehungen zu praktizieren? Was "haben" die anderen die in langen glücklichen Beziehungen leben, was den anderen scheinbar fehlt? Die Fähigkeit zu reden? Was ist am reden-lernen dran, dass so wenige sich darum bemühen?

LG Krümel

15.02.2011 14:07 • #6


MonaLisa

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Krümel
ich glaube nicht das es das Reden alleine ist,
das alleine reicht nicht (siehe mein Bsp) es muss auch die Bereitschaft da sein für Kompromisse und Veränderungen.

Für manch eine Frau ist es ein guter Kompromiss, ihrem Mann, mehrere andere Geliebte zu erlauben (siehe meine ExSchwiegermutter) weil er sie soweit finanziell sehr gut weiterversorgt und ihr das reicht.

Ich glaube der Knackpunkt- ist genau da wo die Belastungsgrenze erreicht ist (jetzt kann und will ich so nicht mehr) und die liegt bei jedem Menschen unterschiedlich hoch.

15.02.2011 14:27 • #7


MonaLisa

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gelöscht doppel post sorry

15.02.2011 14:28 • #8


Krümel


Der Knackpunkt ist da wo die Belastungsgrenze erreicht ist? Den Auslöser für´s gehen meinst du, oder? Es kann aber nicht Sinn der Sache sein Beziehungen zu führen, sie an die Belastungsgrenze zu ertragen und dann in einer neuen Beziehung wieder das selbe zu tun.
Mir geht es um den scheinbar unsichtbaren, aber entscheidenden "Punkt", den Kern funktionierender Beziehungen und das was den nicht funktionierenden Beziehungen scheinbar fehlt. Warum fehlt es ihnen? Wie kann ein und dieselbe Beziehung für zwei Menschen so unterschiedlich sein?

15.02.2011 15:25 • #9


Torsten


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krümel...

ich glaube,das hat einfach auch etwas damit zu tun,was menschen in ihrem leben schon erlebt haben...das fängt schon in der kindheit an...wie sie großgeworden sind,was sie von ihren eltern für maxime mit auf den weg mitbekommen haben,ob sie die liebe erfahren habe die die sie gebraucht hätten,ob sie fähig sind zu komminizieren oder sie ihr leben lang einzelkämpfer waren (wie meine ex z.b.)...

es gibt menschen,die kommen auch gut mit sich alleine klar...keiner fühlt sich ganz alleine richtig wohl...die einen sind sozialer und genießen es in beziehungen zu leben...die anderen fühlen sich unwohl nach einer gewissen zeit...fühlen sich eingeengt...oder sie haben halt schlechte erfahrungen gemacht...wurden nur als hausfrau/mutter und nicht als vollwertiges wesen gesehen...wurden betrogen...geschlagen...manche vielleicht sogar zu dingen in der ehe oder partnerschaft gezwungen,die sie nicht machen wollten (meine ex z.b. zum Ov. von ihrem ex)...das sind wunden,die niemals heilen werden...und die dich auch ein stück weit mehr zu einem einzelkämpfer machen und es dich auch bleiben lassen wollen...du unternimmst vielleicht hier und da mal den versuch,weil dich die einsamkeit auch auffrisst under mensch eben ein rudeltier ist...aber je mehr schei. du im leben gefressen hast umso weniger fähig bist du dich zwischenmenschlich auf andere personen einzulassen...

ich denke,das fließt alles mit in eine beziehung ein...das leben ist ein ständiger fluss und jede sekunde verändert sich etwas,weil wir immer wieder neuen dingen begegnen oder neuen menschen gegenüber stehen und in einer sekunde sich dein ganzes leben um 180° drehen kann...

15.02.2011 16:18 • #10


Clariza

Clariza


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ich denke, Menschen die verlassen, entlieben sich vorab irgendwann.. und danach leiden sie einfach nicht mehr so unter der Situation.. also nicht so, wie der Verlassene..
Die Verlassenden wollen einfach nicht mehr das Leben, das sie bisher hatten... Mit allen Konsequenzen..
Sie habe eine Vision.. Das ihr Leben "nach" dieser Beziehung besser wird.. sie machen sich einfach (denke gerade Männer=> meister der Verdrängung)
nicht mehr so viele intensive Gedanken, was hätte sein können..
ggf. wenn sie einsam sind oder die nachfolgende Beziehung auch nicht so nach ihren Vorstellungen ist..

..aber wollen wir sie unter diesen Umständen wieder zurück?

15.02.2011 16:41 • #11


Krümel


Die Wirkungen von Erfahrungen sind mir schon klar, dennoch gilt es doch daran nicht immer weiter zu verhärten und sich letzten Endes halbherzig auf etwas einzulassen um der vermalmenden Einsamkeit zu entgehen.
Sicher man ist unzufrieden mit den Zustand, sonst würde man nicht in Erwägung ziehen zu gehen. Angeblich ist alles versucht worden, aber komischerweise wissen viele Verlassene gar nicht wirklich was der Grund ist oder was überhaupt sie anders hätten machen können. Wenn klar wär was an dem Leben sie nicht mehr wollten, könnte man ansetzen. Klar, dann den Partner, aber was hätte anders sein müssen. Genau diesen Partner fand man doch ganz toll. Was hat sich verändert?
Was macht es aus, dass man scheinbar so leichtfertig geht? Lieber weitere schlechte Erfahrungen machen, verhärten, verbittern anstatt aneinander zu wachsen?
Ist die Verlockung so groß? Die Allgemeinheit findet es selbstverständlich, dass man nur noch Lebensabschnittsgefährten hat. Aber verringert sich nicht mit jedem Abschnittsgefährten die Chance eine dauerhaft tiefe und erfüllende Beziehung zu erreichen? Ist die Verlockung unserer Zeit das wert, uns selbst so die Chance zu nehmen tiefe Beziehungen zu erleben?

15.02.2011 21:23 • #12


MonaLisa

MonaLisa


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Zitat von Krümel:
Wenn klar wär was an dem Leben sie nicht mehr wollten, könnte man ansetzen. Klar, dann den Partner, aber was hätte anders sein müssen. Genau diesen Partner fand man doch ganz toll. Was hat sich verändert?


Was sich verändert hat liebes Krümelchen ist doch so individuell wie die Beziehungen dahinter - da kann man nur Bsp. benennen aber nichts pauschalisieren.

Zitat von Krümel:
Was macht es aus, dass man scheinbar so leichtfertig geht?


Ich bin davon überzeugt das niemand leichtfertig geht, der Gehende ist schon länger unglücklich und hat schon abgeschlossen - wenn dann ein neuer Partner schon parat steht ist das einfach sehr angenehm, aber ich persönlich glaube das der/die Neue nur ganz selten DER Grund für die Trennung ist, meist nur der Auslöser nun zu gehen. In einer intakten Beziehung/Liebe/Partnerschaft guckt man nicht rechts nichts links (zumindest nicht ernsthaft) und geht nicht fremd - so meine Meinung.


Zitat von Krümel:
Lieber weitere schlechte Erfahrungen machen, verhärten, verbittern anstatt aneinander zu wachsen?


Wer sagt denn das eine neue Beziehung automatisch eine weitere schlechte Erfahrung ist? Und zu Verbitterung führt? Geht man eine Beziehung/Ehe ein dann doch immer mit dem Grundgedanken "es hält ewig" sonst könnte man es doch gleich lassen. Wenn man denkt die scheitert eh wieder ... das wäre dann tatsächliche Verbitterung die zur Beziehungsfähigkeit geworden ist.


Zitat von Krümel:
Ist die Verlockung so groß? Die Allgemeinheit findet es selbstverständlich, dass man nur noch Lebensabschnittsgefährten hat.


Welche Art Verlockung meinst Du? Mich kann niemand locken wenn meine Beziehung glücklich ist. Da könnte selbst Ray Garvey vor mir stehn und ich bliebe treu.

Zitat von Krümel:
Aber verringert sich nicht mit jedem Abschnittsgefährten die Chance eine dauerhaft tiefe und erfüllende Beziehung zu erreichen? Ist die Verlockung unserer Zeit das wert, uns selbst so die Chance zu nehmen tiefe Beziehungen zu erleben?


Das kommt ganz drauf an was Du unter dauerhaft verstehst, klar wenn ich einen Mann kennenlerne der in den letzten 1o Jahren 2o Freundinnen à 2Monate hatte, dann halte ich Abstand und lege keinen gesteigerten Wert darauf eine Beziehung mit ihm aufzubauen. Andererseits lerne ich einen kennen der 2oJahre mit derselben Frau zusammen war, ist das vielleicht auch keine so gute Ausgangslage weil er nur diese eine Erfahrung hat. Ein gesundes Mittelmaß ist hier denke ich wichtig und vorallem auch hier wieder keine Verallgemeinerung.

Ich fand es auch sehr schön was Trosti schrieb, es ist wirklich nicht ganz unerheblich wie wuchs man auf mit welchen Werten, sind die Eltern noch zusammen und welches Bild haben die von Ehe, Familie und Liebe vermittelt - solche Dinge werden in der Ehe/Paarberatung gegenüber gestellt und betrachtet und je mehr Gemeinsamkeiten da sind - umso wahrscheinlicher kann es klappen/wird es halten.

Als ich das sah dachte ich "genial so eine Aufstellung bräuchte man praktisch jedes Mal bevor man sich verliebt" *gg* in ihr wurde bei uns nämlich deutlich er ist einfach so konservativ erzogen wurden die Frau gehört an den Herd und nirgends anders hin, er kann sein Denken nicht ändern und will es auch nicht.

15.02.2011 22:36 • #13


carrie1979


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Geb auch mal kurz meinen Senf dazu.

Die Werte, Ansichten, Normen die einem in der Kindheit durch die Primärfamilie mitgegeben werden sind, denke ich, so wie auch Torste, mit ausschlaggebend wie man eine Beziehung führt und auch beendet. Die gesamte Familie meines Noch Mannes besteht aus Trennungen / Scheidungen / Fremdgehereien usw. Das prägt, vermittelt ein Bild. Vielleicht will man alles anders machen, ganz anders und das seinen eigenen Kindern und seiner Frau nichtantun, was man selbst in seiner Kindheit erlebt hat. Letzten endes handeln wir aber immer nach dem gleichen Muster, dem Muster was uns vermittelt wurde und vielleicht liegt da auch was in den Genen, keine Ahnung.

Ich denke auch, dass eine Neue nicht die Ursache für die Trennung sondern lediglich ein Grund dies endlich durchzuziehen sein kann. Wenn man sich auf was neues einlässt, läuft vorher gehörig was schief. Warum man dies nicht anspricht und die Karten auf dem Tisch legt, weiß ich auch nicht. Ich denke, dies ist infantiles Verhalten. Man setzt sich mit der Beziehung dem partner nicht auseinander, warum auch immer. Das sind einfach kindliche Verhaltensmuster. Sie können einfach nicht anders.

15.02.2011 22:47 • #14


Krümel


Die Zusammenhänge von Ursprungsfamilien, Erfahrungen und Mustern sind mir schon klar. Der Mensch entwickelt sich aber auch weiter, sollte Verantwortung übernehmen und ist in der Lage zu Veränderung.
Wir kommen immer wieder an den Punkt, dass vorher schon etwas an der Beziehung nicht gestimmt hat bevor einer geht. Mir geht es aber um einen anderen Punkt. Manche klinken sich scheinbar in ihrem Beziehungen aus und halten aus bis der andere geht, weil er seine Distanz nicht mehr ertragen kann oder man selbst wen neues gefunden hat. Was macht den Unterschied warum klinken sich einige aus (lange vor der Trennung), andere nicht? Beziehungen sind nicht immer nur glücklich, Krisen gehören ebenfalls dazu. Es gilt an ihnen zu wachsen. Genau an dieser Stelle geht es darum, die alten Muster zu durchbrechen, Kompromisse zu finden, sich zueinander zu bekennen. Was ist der Unterschied warum einige es können andere nicht? Es wird sicher nicht nur daran liegen, dass ihre "Schablonen" besser übereinander passen. Genauso wie es häufig auftretende Muster bei Partnerwahl und Trennungsverhalten (was ja hier ausführlich diskutiert wird) gibt, wird es auch Muster für die Grauzone dazwischen geben. Sicher ist es individuell, aber vermutlich auch nicht so individuell, dass man es nicht herausfinden könnte, es wird Parallelen geben, auch wenn der Streit beim einen um Socken ging beim anderen um die Arbeit. Ich möchte mit euch hinschauen in die Grauzone, in der der Unterschied liegt!

LG Krümel

16.02.2011 09:59 • #15



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