lostandfound
Gast
heute ist wieder so ein Tag, an dem ich mich frage: hoffen, dass es irgendwann wieder gut wird oder loslassen und weitergehen?
Wir sind jetzt knapp 2 Monate getrennt (sein Auszug geschah innerhalb von ein paar Tagen), waren fast elf Jahre verheiratet, haben einen Sohn (4). Die Trennung ging von mir aus, er hat mich über einen langen Zeitraum schlecht behandelt, Wutausbrüche, Respektlosigkeiten auch in der Öffentlichkeit, im Beisein von Freunden und Familie. Kam mir fast vor wie eine Hassliebe von ihm. Nach dem letzten Mal ist was gebrochen bei mir, die Entscheidung kam dann schnell. Alle, die es mitgekriegt haben, verstehen mich, selbst seine Freunde und Familie. Und er versteht es auch. Warnsignale, drüber reden, alles da gewesen. Er meint, nicht deutlich genug, war überrascht von der Trennung. Nicht, dass ich alles immer richtig gemacht hätte - hab mich auch innerlich entfernt, bin viel meine eigenen Wege gegangen.
Die ersten zwei Wochen nach der Trennung waren wie sterben für mich. Aber ich bin jetzt auch erleichtert.
Jetzt ist er oft so, wie er früher mal war - verständnisvoll, einsichtig, fürsorglich, selbstbewusst. Das macht es mir echt schwer, hart zu bleiben.
Wir sind uns einig, dass erst mal getrennte Wege sein müssen. Ich frage mich, ob ich jemals wieder so lieben werde. Wenn ich ihn sehe, ist alles so vertraut. Wir sehen uns wg. Kind mehrmals pro Woche, wollen auch aufarbeiten, was passiert ist. Mögen uns auch noch. Aber wie es am Ende war - das mag und kann ich nimmer. Reicht es, dass er jetzt "aufgewacht" ist? Dass er sieht, wie ernst es ist, sich ändert? Er arbeitet schon sehr lange an sich, auch therapeutisch, sogar verstärkt im letzten Jahr, ich verstehe das alles nicht. Wir hatten so ein starkes "wir-Gefühl", haben viel hingekriegt miteinander. Vielleicht ist es auch "nur" der Schmerz darüber.