Zitat von Gorden:Meine Partnerin vermutlich auf jeden Fall und ich aufgrund der Situation eventuell auch, wer weiß
Fakt ist das wir sicher gerade feststellen was wir eventuell verpasst haben oder eben zumindest festgestellt haben dass so wir wir gelebt haben es nicht weiter gehen soll.
Auch wenn ich jetzt sage dass neben den ganzen Problemen bei uns vieles wirklich sehr gut passt, hat man halt Angst das wegzuwerfen oder zu verlieren. Ich würde gerne an vielen Dingen arbeiten, meine Partnerin vielleicht auch wenn sie einmal grundsätzlich in ihrem Kopf für Klarheit sorgt.
Ich finde mich in vielen Teilen in deiner Geschichte wieder.
Unsere Eckdaten: Zusammen seit 20 Jahren, 2 Kinder. Sehr viel hat gepasst, sonst wärem an ja vermutlich nicht 20 Jahre zusammen geblieben. Manches aber halt auch gar nicht, wo sich dann leider im Laufe der Jahre auch herausgestellt hat, dass sich das nicht zur beiderseitigen Zufriedenheit ändern wird. Letztlich habe ich dann jemand neuen kennengelernt, was dann natürlich Bewegung in die Sache gebracht hat.Trotzdem wollten wir beide die Beziehung nicht aufgeben. Details kannst du in meinem Thema nachlesen.
Uns ist es leider erstmal (das letzte Wort ist scheinbar noch nicht gesprochen) nicht gelungen, die Beziehung zu retten. Ich möchte dir trotzdem erzählen, was für Erkenntnisse ich für mich gewonnen habe.
Tatsache war, dass wir irgendwann überhaupt nicht mehr miteinander reden konnten, weil egal was und egal wie harmlos einer etwas angesprochen hat, es hat eine ganze Kaskade von ungelösten Konflikten getriggert.
Zustäzlich erschwert wurde das ganze dadurch, dass sich in 20 Jahren natürlich einiges an Verflechtungen ansammelt. In deinem Beispiel wäre es die finanzielle Verflechtung, die ein starkes Machtgefälle verursacht auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite leicht zu dem Gefühl führen kann, man täte mehr für die Partnerschaft.
Und so sammelt sich ganz viel an Frust an, an ausgesprochenen und nicht ausgesprochenen Erwartungen, an mehr oder weniger freiwillig eingegangenen Verpflichtungen, an Mustern, die sich irgendwann gebildet haben, und die noch mehr oder weniger sinnvoll sind. Letztlich ist dieses Geflecht auch ziemlich undurchschaubar.
Ich denke, in dem Augenblick und nach der langen Zeit war es für uns sinnvoll, alles erst mal auf Null zu setzen. So wie ihr es ja auch gemacht habt.
Was ich mir allerdings sehr von meinem Mann gewünscht hätte, war, dass wir diesen Weg mit dem erklärten Ziel gehen, wieder zueinander zu finden. Das wollte er nicht. Vielleicht hatte er aber auch damit recht, und bereits das wäre eine Art gewesen, an den Verstrickungen fest zu halten.
Hier finde ich eure Paartherapie sehr sinnvoll, das hätte ich mir mit meinem Mann auch sehr gewünscht. Vielleicht probiert ihr es nochmal mit jemand anderem? Jedenfalls ist es sicher sehr sinnvoll, wenn auch jeder für sich seine Anteile wirklich anschaut.
Mein Mann und ich haben es dann ja auch mit einer offenen Beziehung versucht.
Ich bin nach wie vor der Meinung, das so etwas prinzipiell möglich sein sollte.
Für mich war und ist in dem Zusammenhang sehr lehr- und hilfreich, mich damit auseinanderzusetzten, was wir schon von gesellschaftlicher Seite für Erwartungen in eine Beziehung stecken. Ich hoffe, dass ich dadurch mehr in der Lage bin, meine Liebesbeziehung(en) die Form annehmen zu lassen, die genau für diese Liebesbeziehung passt.
Wieder Beispiel ihr: Wenn ihr gerade nicht zusammenwohnen wollt, wenn ihr keine Kinder miteinander wollt, wenn ihr euch mit anderen Partnern ausprobieren wollt, euch aber trotzdem als Liebespaar seht, dann ist das die richtige Form für eure Liebesbeziehung. Wichtig ist halt, wenn es eine Liebesbeziehung bleiben soll, dass immer wieder in Kontakt geht, und einvernehmlich schaut, wohin sich das entwickelt.
Ich hoffe, du kannst was mit meinem Roman anfangen.