Heffalump
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Sie musste nun 23 Jahre funktionieren. Vielleicht reicht es mit "müssen".
Zitat von Flumminchen:aber fair ist es nicht
was ist schon fair. Es ist ne Beziehung, ne Ehe, vielleicht war es mal ne Partnerschaft, aber heute ist es gerade so, dass sie das Gefühl nicht abrufen kann - um keine Zweifel zu haben.
Das muss nicht zwingend an Carl liegen.
Wenn man ne Depression hat, verweigert der Körper den Zugang zu Gefühlen. Man ist mutlos, kraftlos. Wenn man Krebs hat, ist das Leben endlich. Man blickt zurück und sieht nicht viel, was man, im übertragenen Sinne, vererbt. Es bräuchte eine anständige Diagnostik, damit man ihr helfen und beistehen könnte.
Aber, wenn man eine schwere Depression hat, sieht man die Hand vor Augen nicht.
Sie hat sich Ruhe und Zeit erbeten. Sie lebt ü 20 Jahre mit Carl, aber es darf keine 3 Monate dauern, das sie ne Entscheidung findet. Schon krass.
Schon fair?
Klar will Carl, das sie endlich Angaben zur Sache macht. Unter Zeitdruck, kann diese so ausfallen, wie Carl es eigentlich nicht will.
Wenn es gehen würde, könnte man zu Zweit nach Santiago de Compostela wandern - und sich Hilfe erbeten. Der Weg ist das Ziel. Von kurzen 250km bis langen 1000km ist alles bei. Und jetzt ist es nicht mehr so heiß.
Zitat von Flumminchen:Selbstverwirklichung gut und schön
Weder gut noch schön. Ganz egoistisch. Eigentlich ne Frechheit. Sich nach ü 20 Ehejahren selbst finden zu wollen.
Und dann wird ihr noch vorgeworfen, sie ist in den Wechseljahren, als ob das ne bösartige Veränderung ist, die ihr Körper erleidet. Und schwuppdiwupp werden ihr Hormone verordnet, damit der Prozess noch länger dauert, als wenn eh schon. Machen Gyn´s gerne, erspart das lästige betreuen, von Frauen, die keine Zeit haben dürfen.
Wahnsinn.
Wie war das, er liebt seine Frau. Sagt er. Handelt er danach? Lässt er ihr Zeit? Lässt er sie in Ruhe? (bis auf die letzten drei Wochen..), wenn man doch liebt, dann kann man doch auf mal warten, sich Zeit lassen, nichts durch Hektik und des "Unbedingt Wollens" etwas ins Rollen bringen - was möglicherweise so gar nicht ins Rollen gekommen wäre?
Unserer erfolgsorientierten Zeiten haben den Reiz einer Dampflokomotive, wenn man gerade an einem Scheidepunkt steht und nur einfach sich nach Ruhe sehnt. Vielleicht hilft ne Haushaltshilfe, vielleicht hilft auf Arbeit Stunden reduzieren, vielleicht hilft ein ausgedehnter Urlaub, oder nichts davon.
Vielleicht hilft es, hin zu gehen und zu sagen, ich war ü20 Jahre an deiner Seite - und ich lasse dir alle Zeit, bis du dich wieder gefunden hast.
Natürlich muss sie damit rechnen, das Liebe ein Ablaufdatum hat, wenn nicht gepflegt wird, aber das ist dann die Wirkung von Überhast, Eile und Entscheidungen, die man erzwingen will, weil man mal zu viel Aktionismus aufzwingt.
Keiner weiß es, nicht mal sie.
Was ist der Satz, in guten und in schlechten Zeiten, wert, wenn man keine Geduld aufbringt?