Isabella
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lange lese ich hier mit und hoffe heute, neue Sichtweisen auf meine blöde Situation zu erhalten.
Die Eckdaten:
Beide Anfang 40, 4 Kinder, das Jüngste 15. Seit 19 Jahren zusammen, viel erlebt und erreicht, wir galten als "Vorzeigepaar". Die Familie war immer mein großer Traum, ich fühlte mich beschenkt mit den Kindern.
Unsere Ausgangslage war so, dass ich mehr Bildung und Standing hatte als er, ihm dann allerdings sehr gern und freiwillig die Position des "Ernährers" überlassen habe - ein Modell, was viele Jahre funktionierte.
Wahrscheinlich habe ich auch die Augen davor verschlossen, dass ich mich über die Jahre hinweg immer weniger wertgeschätzt und gesehen gefühlt habe. Ich war nie das typische Hausmütterchen, sondern habe sehr eigenständig agiert, Reisen unternommen, Hobbies gepflegt. Als die Kinder größer waren, noch ein Aufbaustudium abgeschlossen und versucht, wieder beruflich Fuss zu fassen, was nicht ganz gelungen ist! Mein Mann hat mich immer unterstützt, mich aber dennoch schnell mit unterschwelligen Botschaften demoralisieren können.
Ich habe lange verzweifelt um seine Liebe gekämpft, die mir verbal auch immer wieder versichert wurde.
Irgendwie hatte ich auch den Eindruck, dass er mit meinen Bemühungen um mehr Autonomie nicht klar kam.
Im Oktober 2009 habe ich ihn schließlich gefragt, ob er mich noch liebt. ER bekannte, dass seine Gefühle nicht mehr ausreichten.
So,- dies ist jetzt fast 3 Jahre her, und ich bin immer noch krank vor Herzschmerz, mich fressen immer noch die schwarzen Nachtgespenster, ich idealisier ihn immer noch hoffnungslos.
Ich hatte so sehr gehofft, meinen Kindern die Familie erhalten zu können, bin an deren Schmerz fast zerbrochen, und hole mir eine Ohrfeige nach der anderen ab.
Ich habe mich so erniedrigt und meine Selbstachtung eingebüßt, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.
Mein Mann ist erfolgreich,talentiert, schön, beliebt und ein narzistischer Selbstdarsteller, der sich selbst allerdings für einen emphatischen, rein aus dem Bauch heraus agierenden Menschen empfindet.
Inzwischen denke ich, nur der radikale Kontaktabbruch wird mich befreien. Wie schaffe ich das? Ich denke immer an die Kinder,- es heißt immer, die sind doch schon gross, aber kann jemand nachvollziehen, was es für Kinder in der Adoleszenz bedeutet, wenn ihre Wurzeln gekappt werden?
Ich bin so durch den Wind, habe Zuckerbrot und Peitsche satt, ich möchte wieder Ruhe finden.
Wer hat es geschafft, sich aus einer solchen Situation zu befreien, die Vergangenheit mit Wertschätzung zu betrachten und nicht in selbstmitleidige Verbitterung zu verfallen?
