Liebe NewDay1.
Ich bin gerade sprachlos, und traurig zugleich. Was für ein Idiot!
Weißt du eigentlich wie stark du bist? Wie viel Kraft du hattest?
Was ist das für eine Beziehung/Partnerschaft in der der Andere nur die schönen Momente/Zeiten mit einem teilen will? Gar keine! Da kann jeder drauf verzichten. Wie ist denn das Leben? Es ist doch nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Es gibt Sorgen, Probleme, Krankheiten. Alles was Leben ausmacht. Alltag. Und du hattest jemanden an deiner Seite, der nie für dich da war, wenn du ihn am dringendsten brauchtest. Schon der Anfang.... Im Urlaub eine Neue, Überlegungen wen von euch denn er jetzt am besten nimmt. Ätzend! 2 Wochen vor seinem Urlaub keinen Kontakt, weil er noch so viel zu tun hatte. Hallo? Wer verliebt ist, der findet tausend Wege. Hast du doch auch immer. Und er hat sich wohler ohne deine Tochter gefühlt, ungern geholfen?
Doch das Schlimmste ist, dich auf deinem Weg mit deiner Mama so alleine gelassen zu haben. Und als deine Mama gestorben ist, du am dringendsten deinen Partner an deiner Seite gebraucht hättest, ist er weggefahren. Da wird mir übel! Da kann ich gar nicht so viel essen...
Und doch verstehe ich dein Herz. Verstehe deine Träume, deine Hoffnungen, deine Liebe. Verstehe, dass sich dein Herz immer und immer wieder über den Verstand legt. Vielleicht denkst du, dass deine Zukunft ohne ihn einsam und verloren ist?
Aber das ist sie ganz und gar nicht! Oh bitte, falls du noch Erinnerungsstücke hast, schmeiß sie auf den Müll! Du hast ganz entschieden was besseres verdient!
Und... du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, weil du noch nicht trauern konntest. Nicht zum Grab gehen konntest. Du scheinst so ausgebrannt, durch all die vielen Ereignisse. Du musst zu dir selber finden, zur Ruhe kommen. Weißt du wie ich denke.... vielleicht Spinnerei... mir egal... deine Mutti weiß es... sie wird froh sein, dass du nicht mehr mit so einem zusammen bist.
Ich konnte 2008 auch nicht richtig trauern. Meine Mam ist zu ihrer Schwester gefahren. Ich weiß noch, sie stand auf ihrem Balkon, und ich wollte nicht, dass sie fährt, ich sagte ihr, dass ich sie brauche. Ich habe ihr noch lange nachgesehen. Eine Woche später war sie tot. Plötzlicher Herzinfarkt. Bei ihrer Schwester. Bruder war nicht da. Schwester meinte sie kann das nicht. Also ich. Ich war diejenige, die alle ihre Freunde und alle Verwandten angerufen hat. Einen Tag lang, da dachte ich schon, ich spreche nicht mehr von meiner Mama. Es war furchtbar. Wie ein Film. Ich gehe nicht oft auf den Friedhof. Irgendwie ist sie immer noch da. In Urlaub. Doch für mich, wohnt sie im Himmel auf einem Stern, sieht auf mich hinab, und beschützt mich. Ja, einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. So wie für dich deine Mama. Und trotzdem müssen wir den Mut haben, den Egoismus lernen, zu sagen: "Ich" bin der wichtigste Mensch in meinem Leben!
Ich weiß, leichter gesagt, als getan. Doch wir dürfen nicht aufgeben! Und jetzt, in diesem Moment, bin ich in Gedanken bei dir, halte deine Hand. Ich umarme dich.

Liebe Grüße von Leuchtfeuer.