Jansen
Gast
ich lese hier schon seit einer Weile mit. Im Moment bin ich bei
liebeskummer-hilfe-was-hilft-wirklich-t4419-s160.html
und ich möchte nicht mehr allein sein mit meinem Kummer.
Ich erzähle also kurz. Vor zwei Monaten bat ich (35) meine Ex (35) nach zwei Jahren um eine Pause, denn ich habe in unserer Beziehung nicht mehr klar gesehen. Sie war überrascht, aber wirklich einverstanden - leider bin ich in unserer Beziehung immer der Einzige gewesen, der gemeinsame Probleme angesprochen hat. Zum Abschied haben wir uns so innig geküsst, als wäre klar, dass uns das gut tun würde. Ab da schrieben wir uns nur noch.
Mir tut die Pause für einen Monat gut, meine Liebe zu ihr und Wünsche nach Änderung sind mir klar geworden, ich bitte sie um ein gemeinsames Gespräch darüber. Doch sie geht mir aus dem Weg, alle Alarmglocken läuten bei mir - ich dachte, die Pause wäre gut für uns beide? Ich bitte sie um einen definitiven Termin. Und aus einem Bauchgefühl auch heraus, mir gleich dazu zu sagen, falls sie nur noch Schluss machen will, es mir vorher zu sagen, hier kündigt sich schon meine Angst an. Sie ruft mich zurück.
Und ich sitze in dem Moment auf dem Klo. Lacht nicht. Naja, ich lache so halb drüber. Vor Schreck gehe ich ran, sie sagt, sie kann nicht mehr, und ich muss auflegen, weil ich auf dem Klo sitze, vor Schreck. Ich rufe zurück, sage ihr, dass ich das nicht gut finde und das nicht meine Entscheidung ist, aber wenn das nun ihre Entscheidung wäre. , höre noch, wie sie wütend sagt, dass sei ja nun nicht allein ihre Entscheidung - und sage: Ich kann gerade nicht sprechen, es tut mir leid. Denn ich sitze immer noch auf dem Klo.
Bitte verurteilt mich nicht. Ich hatte eine Panikattacke auf dem Klo. Ist ja egal wo. Ich habe nicht so viel Erfahrung damit bisher. Ich muss seit diesem Moment erstmal lernen, klarzukommen damit. Kennt ihr Panikattacken? Mir würde das helfen. Natürlich hätte ich später zurückrufen können oder irgendwas. Das weiß ich für das nächste Mal.
Ich nehme jetzt Medikamente, weil ich seit dem Tag nicht mehr zurecht komme. Also, wirklich nicht mehr. Ich konnte nichts mehr machen, weil mein Kopf so rast vor Panik. Wirklich nichts. Die Medis helfen mir, abends müde zu werden und morgens wach, tagsüber manchmal kurz etwas tun zu können. Ich tue gerade erstmal alles für ein Überleben und ich hoffe, auch für mich.
Nach einer Woche kam eine schriftliche Nachricht von ihr, dass sie sich nach Reden fühlt, aber es überhaupt kein Zurück gibt für uns, ich solle mir keine Hoffnung machen. Ich musste - ihre Nachricht bekam ich plötzlich zwischen meinen Arbeitsmails - wieder von Null anfangen, hab allen Kontakt gelöscht/blockiert, wieder Panikattacke. Vor einer Woche habe ich ihr nun alle Sachen vor die Tür gestellt. Und einen Brief dazu, in dem steht, dass ich sie in der Pause nicht allein lassen wollte, und ihr Zeit geben will, um für sie zu schauen, ob sie mit mir über eine gemeinsame Zukunft sprechen möchte, denn das war das Ziel der Pause. Dass ich das aber nur in einem liebevollen Rahmen tun kann, und sie muss für diesen sorgen, wenn sie das auch will, nach dem, was sie getan hat.
Ich weiß nicht, wie das rüberkommt, ich wollte klarmachen, wo ich stehe, aber nicht alles mit mir machen lassen (ohne zu erwähnen, wie sehr ich gerade ums generelle Überleben kämpfe). Mir war das wichtig, zu sagen, dass ich die Pause gut meinte und für eine Zukunft da bin. Und ich wollte in meinem Brief einfach ruhig bleiben, im Sinne von meiner Liebe. Ich kann in ein Gespräch mit aller notwendigen Kritik an mich, sie und unsere Beziehung gehen, wenn es dabei eine Chance gibt. Für ein Gespräch, bei dem sie aber abgeschlossen hat - wie es scheint - dafür habe ich später bestimmt wieder Kraft, jetzt nicht.
Das ist eine Woche her, ich versuche jeden Tag zu atmen. Ich bin froh, dass Ihr hier alle schreibt, wie es Euch geht. Bitte verurteilt mich nicht für mein komisches Verhalten, ich kenne mich so nicht. Ich suche sonst das Gespräch, die Klärung, lieber direkt als nicht, ich kenn auch schon ordentlichen Kummer. Aber mit mir ist jetzt etwas passiert, was außerhalb meiner Möglichkeit ist, ich kämpfe gerade nur um das eigene Überleben. Ich verstehe auch, dass es jedem und jeder hier im absoluten Kummer so geht - das kenne ich ja auch schon (leider, aus anderen Liebeskummern) - aber ich habe nun diese Panikattacken zusätzlich bekommen. Und da geht nichts mehr.
Bin froh, schreiben zu können.
Jan