sinn-los
Gast
ich möchte hier kurz meine Geschichte posten, weil ich im Moment verzweifelt bin und hoffe, dass ich ggf. den einen oder anderen wertvollen Tipp bekomme.
Seit über drei Jahren habe ich eine Liebesbeziehung mit einem verheirateten Mann. Wir sind beide 45 und sind uns einig darüber, dass WIR unsere große Liebe sind. Leider können wir uns wegen der größeren Entfernung nicht häufig sehen. Wir telefonieren täglich und sehen uns, wenn es für uns beide passt.
Ich habe immer wieder den Versuch unternommen mit ihm über unsere Situation zu sprechen. Seine Standardantwort ist: "Du bist in einer ganz anderen Situation". Klar, ich konnte meinen damaligen Lebensgefährten nicht belügen und habe mich von ihm getrennt, im Guten und wir sind gute Freunde geblieben. Es war nicht einfach, weil in dem Moment eine langjährige Beziehung zu Ende ging. ...na ja, das ist eine andere Geschichte.
Neulich habe ich ihn darauf angesprochen, dass es so nicht weiter gehen kann und er antwortete, dass er wüsste, dass ich mir eine normale Beziehung wünsche, die er mir aber nicht bieten kann. Er könne in seiner Situation nicht an sich selbst denken, seine Familie sei wichtig. Er habe Verantwortung und es würde gegen seine Prinzipien verstossen, sich zu trennen, er sei seiner Frau und Kindern (beide erwachsen) verpflichtet.
Nun ja, wie soll ich das interpretieren? Wenn ich ihm versuche zu erklären, dass seine Familie immer seine Familie bleibt und ich niemanden etwas wegnehmen möchte, dann blockt er ab und sagt es sind seine Prinzipien. Er sagt, er lebt da, das Leben geht weiter und dass er immerzu an mich denkt, weil er mich liebt und mich ständig vermisst.
Seine Frau hat evtl. eine Ahnung, weil sie schon mal 'ne sms gelesen hat. Er hat sich jedoch ausgeredet und sie fragt nicht mehr nach. Vielleicht aus Angst? Ich weiß es nicht. Seither sind unsere Treffen seltener geworden, weil er wahrscheinlich Angst hat erneut aufzufliegen. Ich habe ihm schon oft gesagt, er soll ihr die Situation gestehen, weil man mit der Wahrheit doch besser umgehen kann als mit Unehrlichkeit. Er will es nicht und sagt sie würde das nicht verkraften, könnte sich womöglich etwas antun, seine Kinder würden ihn ablehnen etc....
Eine ganz dumme Situation....dabei dachte ich immer, dass wahre Liebe "siegt"....ist das so naiv? Na ja, vielleicht habe ich zu viele Märchen gelesen.
Jedenfalls bin ich immer wieder an dem Punkt, dass ich diese Beziehung beenden möchte, weil ich unter der Situation sehr leide. Dann nehme ich es mir fest vor, ihm am Telefon zu sagen, er soll mich nicht mehr anrufen und schaffe es einfach nicht. Ich mache mich selbst unglaubwürdig und - es klingt jetzt vielleicht paradox - ich kann mich selbst nicht mehr ernst nehmen. Ich sitze da, formuliere sogar schriftlich was ich sagen will und wenn er dann anruft, schaffe ich es einfach nicht über meine Lippen zu bringen!
Mein Herz und mein Verstand sind in einem ständigen Kampf...mein Herz sagt: Die Liebe ist das Wichtigste! Glaube an sie! ...und mein Verstand formuliert, interpretiert und macht mich verrückt....
...und im Moment ist Alles so sinnlos und ich erfinde andere Probleme, um mich vom wesentlichen abzulenken, doch es gelingt mir nicht...
Wie schaffe ich es, ihn loszulassen - wie schaffe ich es mein Herz zu überlisten?
Vielleicht ist er zu feige, zu sich und seinen Gefühlen zu stellen, aber ich bin es ja auch irgendwie, weil ich den Absprung nicht schaffe....
Oh je
...ich danke euch jetzt schon...