Lenalaune
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ich bin gerade ganz neu hier im Forum angemeldet und muss mir direkt einmal meinen Frust von der Seele schreiben.
Vor mittlerweile 3 Monaten hat es zwischen meinem Partner (Seit 7 Jahren ein Paar, seit 5 Jahren wohnen wir gemeinsam) und mir einen großen Streit gegeben, der sich aus einer Panikattacke meinerseits ergeben hat (Autounfall mit Vorwürfen meinerseits). Ich war im Schockmoment (ich hatte vor 2 Jahren einen ähnlichen Unfall, den ich nicht verarbeitet habe) wirklich unfair zu ihm und er ist ab dem Tag auf Distanz gegangen. Nach einigen Nachfragen meinerseits meinte er irgendwann "Ich weiß nicht, ob wir uns noch gut tun." und er hat mir gesagt, dass er zunächst Abstand brauche.
Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Ja, ich war unfair und ich es ging ihm berechtigterweise nicht gut, aber ist das ein Grund, gleich die gesamte Beziehung in Frage zu stellen? Er sagte (und auch das stimmt), dass wir uns schließlich vorher schon so oft gestritten hätten. Aus meiner Sicht waren das jedoch totale Lapalien, an denen man hätte arbeiten können. Von Tag zu Tag distanzierte er sich mehr und da in meiner Verzweiflung (ich steckte zu der Zeit mitten in meinen Abschlussprüfungen) nicht mehr weiter wusste, bin ich zu meinen Eltern gezogen, um irgendwie diese Prüfungen über die Bühne zu bringen.
Ich konnte mich dann zwar zunächst auf meine Prüfungen konzentrieren, doch die Situation zwischen uns wurde für mich immer unerträglicher: Er meldete sich von sich aus kein einziges Mal. Seine Aussage: "Du wolltest den Abstand." Auf meine Nachrichten oder Anrufe kamen zunächst noch recht freundliche, zuletzt nur noch sehr genervte und sporadische Antworten. Ich habe schon viel in anderen Beiträgen gelesen und gemerkt: Mist, du hättest einfach mal die Füße still halten sollen. Doch das habe ich damals nicht hinbekommen und mich jetzt im Nachhinein darüber zu ärgern bringt mich auch nicht wirklich weiter.
Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ich öffne mich ihm emotional sehr und von seiner Seite aus blieben viele Dinge unausgesprochen. Er sagte mir immer
Mal wieder, er wüsste nicht was er denkt und fühlt, außer, dass er zweifelt, ob wir uns wirklich aufeinander verlassen könnten.
Ich habe auch mit Freunde von ihm/uns gesprochen. Sie sagten mir, sie würden enorme Erschöpfungszustände (ähnlich wie Burnout oder Depression) feststellen und so begann ich, mich darüber zu informieren und dachte auch zunächst, dass das vielleicht einen Sinn ergeben würde. Seine Arbeit (er hat im August 2021 die Firma gewechselt) verlangte ihm enorm viel ab und er schien nicht nur gestresst sondern auch unglücklich zu sein und ich bekam immer mehr das Gefühl, dass wir zwei Perfektionisten vielleicht auch in eine Art Beziehungs-Burnout gerutscht sein könnten.
Ich suchte immer wieder Gespräche zu ihm, zuletzt mit der Info, dass ich gerne um unsere Beziehung kämpfen möchte, sofern er dazu ebenfalls bereit ist und dass er sich die Zeit nehmen soll, darüber in Ruhe nachzudenken. Das ganze liegt 3 Wochen zurück.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum ich denn jetzt schon wieder ungeduldig werde. Ich habe das Gefühl, er ist nicht ganz ehrlich. Während mein Partner mir gegenüber sagt, dass es ihm leid tue, dass er nichts sagen kann, dass es ihm weh tue, mich leiden zu sehen und dass er Abstand brauche, steht und stand die ganze Zeit noch etwas ganz anderes im Raum: Eine andere Frau.
Er kennt sie seit ca. 3 Jahren. Beide betreiben dasselbe Hobby und sie sehen sich daher 1-2x pro Woche. Bereits bevor ich ausgezogen bin schrieb er mit ihr von morgens bis abends via WhatsApp (war unübersehbar - ständig leuchtete ihr Name auf dem Display auf). Seitdem ich ausgezogen bin, kriege ich durch Freunde und ja, leider auch durch viel Misstrauensbrüche meinerseits (ich bin hierzu seit 2 Wochen in psychologischer Beratung) mit, wie viel er für sie tut: Freizeitaktion im Verein organisieren, Überraschungsgeschenk bei Amazon bestellen, morgens um 5 Uhr zum Flughafen fahren, .
2 Tage vor meiner Abschlussprüfung habe ich die Ungewissheit nicht mehr ausgehalten und ihn in einem persönlichen Gespräch gefragt, ob er Gefühle für sie hat. Seine Reaktion: Lachen, "Ich wusste, dass du mich das fragen willst.", "Wenn mein bester Kumpel eine Frau wäre könnte ich auch mit ihm was anfangen." und zuletzt ein "Ich bin eher der Typ, den man fragt, wie man bei jemandem landen kann. Warum sollte ich mir einen Kopf darüber zerbrechen, wenn ich eh keine Chance hätte."
Hab ich schon erwähnt, dass er seit knapp 3 Monaten sagt wir wären noch nicht an einem Punkt, wo die Beziehung zwischen uns vorbei wäre? Oder dass er es für sinnvoll erachtet dass wir im August mal sprechen, wie und ob es weitergehen kann. Was mich an der Sache am meisten verwirrt: Er holt Dinge, die ich in den Müll werfe (z.B. eine Verpackung eines Kino-Gutscheins zu meinem Geburtstag von ihm) aus dem
Müll, als hätten sie eine Bedeutung für ihn. Er schläft seit meinem Auszug auf der Couch. Unsere Teddies (haben wir beide seit Baby-Tagen) liegen Händchenhaltend im Bett.
Ganz ehrlich – wenn ich meinen Text so lese denke ich mir "Lauf weg!", aber es fällt mir so schwer, eine Beziehung "einfach" aufzugeben. Ständig erwische ich mich beim Gedanken "vielleicht will er ja doch kämpfen" oder "ich klammere halt auch gerade zu viel, wo er doch Abstand will". Und am schlimmsten ist der Gedanke "Was ist, wenn er wirklich aufgrund einer psychischen Erkrankung so ist?". Aber was soll das dann mit der anderen Frau? Es fällt mir langsam wirklich schwer mir einzureden, dass es nur Freundschaft wäre.
Wie seht ihr das? Ich freue mich auf eure Meinungen – so hart sie auch sein mögen
