udi74
Gast
seit gewisser Zeit versuche ich mir ein neues Leben aufzubauen und merke, dass es nicht einfach ist, eine einst eingeschlagene Lebensplanung, die man mit seiner vorherigen Partnerin hatte, zu ändern und neue Ziele zu entwickeln, anzuvisieren und zu erreichen.
Kurz zur Hintergrundgeschichte:
Ich, männlich, 43, war fast 13 Jahre verheiratet, seit letztes Jahr geschieden (Frau verließ mich für einen anderen Mann). Haben gemeinsam Haus+Hof gekauft, ist noch nicht abbezahlt und soll verkauft werden. Drei Kinder aufgezogen (hat sie mit in die Ehe gebracht), gemeinsam ein Büro eröffnet, viele Tätigkeiten gemeinsam gemacht, gemeinsam Zukunftspläne geschmiedet.
Durch die Trennung und spätere Scheidung ist alles auf dem Kopf gestellt. Das gemeinsame Haus, was wir uns so schön herrichteten und als Altersabsicherung gedacht war, kann ich alleine nicht halten, muss also weg. Die Kinder sind erwachsen, alle außer Haus und weit weg. Finanziell bin ich eng gesteckt, kann mir große Investitionen etc. nicht erlauben. Habe die Tiere(zwei Katzen, ein Hund, 1 Aquarium) zu mir genommen, weil der neue Mann meiner Ex angeblich keine Tiere mochte (was sich zwischenzeitlich aber auch als Lüge herausgestellt hat, sie haben gemeinsam Schafe, zwei Katzen, einen großen Gartenteich mit Fischen). Egal, wir gehen getrennte Wege, aber:
Um wieder auf die Beine zu kommen, muss ein neuer Lebensplan her, zumindest eine kurzfristige Planung, wie es weitergeht. In meinem Fall bin ich aber durch die vorgenannten Umstände in vielen Bereichen gehandicapt in der Gestalt, dass mein vorheriges (Ehe)Leben noch heute mein neues Leben massiv beeinflusst. Der viel zitierte Spruch: Alles hinter sich lassen und neu anfangen - was nützt er, wenn der Wille und die Motivation da ist, die Umstände diesen aber massiv beeinträchtigen?
Meines Erachtens ist der größte Haken an einer Beziehung (wenn ich es mal so bezeichnen darf), dass egal, ob sie dauerhaft ist oder irgendwann, wie auch immer, endet, die weitere Lebensplanung beeinflusst, ja oft sogar behindert. Es gab so viele schöne Ereignisse und Erlebnisse in der Ehe, viel Gutes ist entstanden. Plötzlich ist vieles davon ein regelrechtes Hindernis, sowohl in persönlicher, zwischenmenschlicher wie auch materieller Hinsicht.
Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir mal ein paar Tipps geben. Wie kann ich eine neue Lebensplanung vornehmen und umsetzen, wenn die Begleitumstände der vorherigen gescheiterten Beziehung die neue Lebensphase und Planung auch noch so sehr beeinflussen, egal, wie sehr ich mich dagegen zu wehren versuche? Einfach alles hinschmeißen, flüchten, in finanzielle und emotionale Insolvenz gehen? Oder weitermachen in der Hoffnung, die Zeit regelt alles von alleine.
Wäre schöne, wenn ich mal auf ein paar neue Gedankengänge gebracht werde. Im Bekanntenkreis, wenn ich diesen Punkt anspreche, sehe ich nur Schulterzucken, Mitleid etc. - dass bringt mir nichts, auch wenn es lieb gemeint ist. Lebenspläne und Umstände ändern sich nun mal, ich werde genauso wie andere Menschen geprägt von den eigenen Erfahrungen. Wie kann ich den Spieß umdrehen, wieder eine Art persönliche Anleitung finden? Danke für alle Meinungen und Tipps!
Liebe Grüße
Udi 74
