Zitat von Multiversum: Dann hätte sie erst gar keine Beziehung mit ihm anfangen sollen!
Denn auch ER ist ein Mensch mit Gefühlen und vielleicht sogar Ängsten.
Die beiden lernen sich kennen, von Beziehung kann keine Rede sein.
@Sonnenschein54 ich finde die Idee mit ihm zu reden und die Karten auf den Tisch zu legen sehr erwachsen. Ich finde auch, daß Du das gut machst. Du arbeitest ja an Deinen Ängsten und Du bist sehr gewillt, eine Menge zu tun, mit diesen Umgang zu finden. Ihm zu schildern, was in Dir vor geht, was Du dagegen tust und auch klar zur Sprache zu bringen, daß Du nicht sicher weißt, ob selbst Verbindlichkeit seinerseits ausreichend würde, dir Deine Ängste zu nehmen, ist ein ehrlicher und wichtiger Schritt.
Zitat von Multiversum: Damit man Dir nicht wehtut, tust Du jetzt ihm weh !? kopfschüttel
Kann man so sehen. Man könnte aber auch darauf schauen, daß Sonnenschein Anfang 30 ist und sich die Frage nach Kindern bald stellen dürfte. Das bedeutet aber auch, daß sie bis dahin ihre Zeit für sich gut nutzen muß, denn Kinder verstärken Angststörungen in der Regel. Jetzt in einer Beziehung zu landen, die ohne offene Karten beginnt, dann eher zu einem Nähe-Distanz-Problem führt und eventuell scheitert, weil sie die Zeit jetzt nicht in sich selbst investiert hat, bringt keine Punkte, wenn sie dann in drei oder fünf Jahren an dem gleichen Punkt ist und lernen muß auf eigenen Füßen zu stehen und sich dann mit den Ursprüngen dieser Ängste auseinandersetzen muß.
Er demgegenüber bekommt etwas, was in diesem Forum gefordert wird bis einem die Ohren bluten, Ehrlichkeit. Ihm wird nicht vorgegaukelt, alles wäre total toll und völlig normal, sondern auch er kann eine respektvolle und saubere Entscheidung treffen.
Vielleicht kommen beide ja zusammen zu dem Schluss sich trotzdem weiter treffen zu wollen, aber dann hat er auch immer die Möglichkeit klare Grenzen zu ziehen, wenn sie versucht ihre Ängste durch sein Verhalten managen zu wollen und sie wiederum kann auch die für die Therapie notwendigen Freiräume beanspruchen.
Falls einer von beiden sagt, ui das ist zu viel bei dem Gespräch dann ist das auch ok, denn es verkürzt nur den Weg zu einem im Moment bestehenden Ergebnis.
Schwere Verlustängste und Angststörungen sind gut behandelbar, aber eben nicht durch Zuwendung von jemandem anderen, sondern durch ergründen und heilen der eigenen Sollbruchstellen. Das braucht Zeit und ein bissl ein Raum und natürlich Gesundungswillen.
Was halt demgegenüber so gut wie immer schief geht, ist den anderen im Glauben zu lassen, daß wenn dieser nur noch ein bissl mehr Bindung, Verlässlichkeit oder Verbindlichkeit zeigen würde, dann wäre alles gut.