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671

Affäre - ein Nutzen und ein benutzen!?

K
@ Blanca
@ Kaetzchen

Affären sind das Thema dieses Threads, die mit "Nutzen, benutzen, benutzt werden" einhergehen können. Dass Ehen in ihrem Ursprung nicht auf "Nutzen, benutzen, benutzt werden" ausgelegt sind, weil sie aus einer ganz anderen Basis heraus hervorgehen, steht zweifelsohne fest. Dass "Nutzen, benutzen, benutzt werden" auch in eine Ehe/Partnerschaft impliziert werden kann, wird wohl nur dann in Erwägung gezogen, wenn eine Ehe/Partnerschaft gescheitert ist. "Hausieren" wird damit niemand, weil...

Affären - Nutzen, benutzen....! Wenn es zur Verarbeitung beiträgt, das ebenso in Erwägung zu ziehen, auch wenn Frau/Mann das bei sich nicht erkennen kann, ggf. gänzlich ausschließt, weil es ihr/ihm nicht so vorkommt, so ist auch das durchaus möglich. Gleichwohl...alle aufkommenden Gedanken zuzulassen, ob sie zutreffen oder nicht, kann hilfreich bei der Verarbeitung sein...

#436


Blanca
Zitat von Kaetzchen:
Und kein Mann, der zwei Frauen haben kann, gibt freiwillig eine von beiden auf ohne Not Glücklich

Volle Zustimmung.

Allerdings sollte man sich dann auch von dem Bild des tollen Hechts / Alleskönners in Sachen Frauen verabschieden. Denn wo immer es nur auf solchen Täuschungen basiert, ist es halt nicht mehr wert als das Plagiat des echten Romeo, das es nun mal ist.

Danke, für Deine beiden ausführlichen Beiträge. Selten bekam ich das so klar ausformuliert zu lesen. Klarer Fall fürs Schatzkästchen. zwinkern

#437


A


Affäre - ein Nutzen und ein benutzen!?

x 3


Blanca
Zitat von kuddel7591:
Dass Ehen in ihrem Ursprung nicht auf "Nutzen, benutzen, benutzt werden" ausgelegt sind, weil sie aus einer ganz anderen Basis heraus hervorgehen, steht zweifelsohne fest.

LOL! grinsen

Die Ehe ist für eine bestimmte Sorte Mensch der Inbegriff von privat organisierter Versorgungsgemeinschaft und das seit jeher. Nur deshalb steht sie weiterhin unter dem besonderen Schutz des deutschen Grundgesetzes.

Immerhin sorgt sie für eine
a) gewisse gesellschaftliche Ordnung
b) Privatisierung von Verantwortung, die sonst Vater Staat leisten müßte (= die Steuerzahler dieses Landes).

Emotionen sind dabei völlig außen vor. Im übrigen ist es erst seit ganz wenigen Jahren so, daß die Ehe mal nicht als lebenslanges Versorgungsinstitut angelegt ist. Pech für jene, die sie als solches anstreben.

Zitat:
Dass "Nutzen, benutzen, benutzt werden" auch in eine Ehe/Partnerschaft impliziert werden kann, wird wohl nur dann in Erwägung gezogen, wenn eine Ehe/Partnerschaft gescheitert ist. "Hausieren" wird damit niemand, weil...

Eben...

#438


K
@ Blanca
wir wollen uns doch nichts vormachen - es wird auch viel reininterpretiert, was EHE/Partnerschaft
nicht mehr sei! Es gibt natürlich Auswüchse in alle Richtungen....aber diese Auswüchse sind NICHT die breite Masse. Und nicht jede gescheiterte Ehe ist aus dem gleichen Grund gescheitert.
Mit einer Frau bin ich in Verbindung, deren Ehe nach Jahren annulliert wird.... per Gerichtsbeschluss! Es gibt tausende Gründe, warum Ehen scheitern.... und ganz sicher abertausende Gründe, warum Ehen bestehen bleiben...aber NICHT, weil "ausgehalten" wird, sondern weil es "triftige" Gründe gibt - die heute wohl kaum noch auf der Agenda stehen, weil ignoriert wird....
...also...es ist zwar nicht alles gut, was den Erhalt von "Ehe/Partnerschaft" angeht und GANZ sicher noch vieles in Ordnung... zwinkern

#439


Blanca
Zitat von kuddel7591:
Es gibt natürlich Auswüchse in alle Richtungen....aber diese Auswüchse sind NICHT die breite Masse.

Jede zweite Ehe wird geschieden, in Großstädten jedenfalls.

Das Glas ist also halb leer, oder halb voll.

Ergo ist es entweder ein Glückspiel, oder einfach nur dumm, wenn jemand heutzutage noch die Ehe als Lebensversicherungs ansieht, statt eine eigenständige Existenz hinzulegen.

Darf ich davon ausgehen, daß wir uns da einig sind, @kuddel7591 ?

#440


K
Zitat von Blanca:
Zitat von kuddel7591:
Es gibt natürlich Auswüchse in alle Richtungen....aber diese Auswüchse sind NICHT die breite Masse.

Jede zweite Ehe wird geschieden, in Großstädten jedenfalls.

Das Glas ist also halb leer, oder halb voll.

Ergo ist es entweder ein Glückspiel, oder einfach nur dumm, wenn jemand heutzutage noch die Ehe als Lebensversicherungs ansieht, statt eine eigenständige Existenz hinzulegen.

Darf ich davon ausgehen, daß wir uns da einig sind, @kuddel7591 ?


@ Blanca

Davon kannst Du ausgehen, dass "wir uns" da einig sind... geht doch? Geht doch! zwinkern

Es ist doch logisch, dass eine gesamtgesellschaftliche Veränderung vor NICHTS und NIEMAND Halt macht. Das sind homogene Vorgänge geworden - auch ungewollt und unerwünscht! Es wäre fatal, das außer Acht zu lassen - als Single und erst Recht als Paar - in welcher Konstellation auch immer zusammengehörig.
Aber...wenn sich BEIDE der Situation bewusst sind, worum es WIRKLICH geht, ist die Wahrscheinlichkeit durchaus gegeben, dass "Ehe" funktionieren kann und auch wird! Es wird wohl niemand mehr so dämlich sein, "anno-krieg-mich-Allüren" haben und leben zu wollen. Die Verantwortlichkeiten sind andere geworden.
Das jeweilige Frau-/Mann-Klischee gehört in die Asservatenkammer....und genau DAS herrscht aber immer noch vor - AUCH in diesem Forum...und zwar noch ziemlich ausgeprägt. Um so wichtiger ist Kommunikation geworden - von BEIDEN....nicht die, ob das 2. Auto herbei muss, ob es einen 3. Fernseher gibt, wohin die nächste Urlaubsreise geht...sondern dahingehend, was wesentliche wichtiger ist, NIX kostet, dafür aber sehr viel mehr "einbringt" - menschlich/zwischenmenschliche Kontakte, Gespräche, zuhören, DA-sein.

Affären - Nutzen, benutzen, benutzt werden...

x 1 #441


K
Zitat von kuddel7591:
sondern dahingehend, was wesentliche wichtiger ist, NIX kostet, dafür aber sehr viel mehr "einbringt" - menschlich/zwischenmenschliche Kontakte, Gespräche, zuhören, DA-sein.

Affären - Nutzen, benutzen, benutzt werden...


Und hier zeigt sich der Nutzen einer Affäre für die Hauptbeziehung - denn nach einer solchen, sofern sie auffliegt oder gebeichtet wird, passiert auf einmal genau das wieder in der Beziehung, was vorher nicht da war. Gespräche. Gespräche über Intimes, über Gedanken, Sehnsüchte, Wünsche, über GEFÜHLE. Und das erzeugt Nähe, die vorher fehlte, und kann daher die Hauptbeziehung wieder befeuern.

Leider hält das in den seltensten Fällen lange vor - erfahrungsgemäß gibt es ein kurzzeitiges Hoch in der Beziehung nach dem Auffliegen einer solchen Sache, das dauert etwa ein halbes Jahr, das von vielen Betroffenen aber sogar als "zweiter Honeymoon" bezeichnet wird, weil die Hormone da wieder so hochkochen wie in einer frischen Beziehung. Ja, sogar von ganz neuer Verliebtheit ist die Rede.

Danach geht es aber leider meistens wieder zurück zu dem, was vorher schon war, nur kommen dann noch stumme Vorwürfe, Schuldgefühle, Misstrauen und Kontrolle hinzu ... und dann dreht sich die Spirale wieder in die negative Richtung. Weshalb die allermeisten Beziehungen einen solchen Betrug eben NICHT überdauern.
Drei Jahre dauert es, um sich aus einer langjährigen Beziehung zu lösen. Drei Jahre dauert es auch, um eine Beziehung nach so einem Betrug wieder "hinzubiegen". Gelingt das nicht in der Zeit, ist die Trennung unausweichlich. Und in fast allen Fällen kommt es auch dazu.

Die vermeintliche Sicherheit, in die viele Betrüger zurückkehren, ist also keine. Jedenfalls nicht für lange. In der Zeit hätte man nämlich auch eine neue Beziehung "anbahnen" können, das dauert genauso lange zwinkern

x 1 #442


Maus-89
Ich war ein "Nostalgiker". Habe fest an "für immer" geglaubt. Und habe mein Leben
dahingehend ausgerichtet.
Es war ein harter Fall aus meinem "Lebenstraum". Und er hat sehr weh getan, tut es zum
Teil heute noch.
Jetzt lebe ich nach dem Motto "bau dir ein eigenständiges Leben auf und schau erst dann,
ob ein Partner dazu passt!". Mein Nutzen daraus, so etwas passiert mir nie wieder.

x 6 #443


U
Zitat von Kaetzchen:

Und hier zeigt sich der Nutzen einer Affäre für die Hauptbeziehung - denn nach einer solchen, sofern sie auffliegt oder gebeichtet wird, passiert auf einmal genau das wieder in der Beziehung, was vorher nicht da war. Gespräche. Gespräche über Intimes, über Gedanken, Sehnsüchte, Wünsche, über GEFÜHLE. Und das erzeugt Nähe, die vorher fehlte, und kann daher die Hauptbeziehung wieder befeuern.


Das kann ich so bestätigen. Insofern hat eine Affäre für die Ehepartner durchaus einen Nutzen, wenn sie es denn auch als solchen erkennen und "nutzen" können. Nicht alle Ehepartner können diesem "Unglück" für sich diesen Nutzen abgewinnen, weil zunächst die Verletztheit sämtliches Empfinden betäubt.

Zitat:
Leider hält das in den seltensten Fällen lange vor - erfahrungsgemäß gibt es ein kurzzeitiges Hoch in der Beziehung nach dem Auffliegen einer solchen Sache, das dauert etwa ein halbes Jahr, das von vielen Betroffenen aber sogar als "zweiter Honeymoon" bezeichnet wird, weil die Hormone da wieder so hochkochen wie in einer frischen Beziehung. Ja, sogar von ganz neuer Verliebtheit ist die Rede.


Auch wir haben diese erneute Verliebtheit wieder gespürt, insofern geb ich Dir auch hier Recht. Ist halt eine ziemlich biochemische Angelegenheit in dieser Zeit....

Zitat:
Danach geht es aber leider meistens wieder zurück zu dem, was vorher schon war, nur kommen dann noch stumme Vorwürfe, Schuldgefühle, Misstrauen und Kontrolle hinzu ... und dann dreht sich die Spirale wieder in die negative Richtung. Weshalb die allermeisten Beziehungen einen solchen Betrug eben NICHT überdauern.


Das mag nun für die meisten Beziehungen, welche nach einer Affäre die Fortsetzung versuchen, zutreffen. Angeblich halten nur 10 bis 12 % der betroffenen Ehen bzw. Beziehungen im Endeffekt eine Affäre aus. Jedoch liegt das doch nicht an dem Konstrukt "schlechte Ehe/Beziehung" sondern an den Beziehungspartnern selbst. Hier kommt es doch ganz entscheidend darauf an, wie die jeweiligen Personen diese Erfahrung tatsächlich nutzen um an ihr zu reifen.
Setzt man sich nach dem Auffliegen einer Affäre genau in dieser Zeit, in der die "Verliebtheitshormone" wieder etwas abnehmen, nicht weiter mit dem Thema auseinander sondern geht dann, erleichtert ob der schnellen und einfachen Affärenverarbeitung wieder zum Tagesgeschehen über, so ist man sicherlich bald sehr schnell wieder am Ausgangspunkt angelangt.

Aber nach meiner Überzeugung nutzt es rein gar nichts, wenn ich mich deshalb trenne und "mir einen neuen Mann/Frau suche, der mich aufrichtig liebt und mich auch verdient hat".
In diesem Fall nehme ich doch meine unzulänglich verarbeiteten stummen Vorwürfe, Schuldgefühle, Misstrauen usw. mit.
Genau dies macht es doch überhaupt auch schwer eine neue Beziehung einzugehen.
In aller Regel handelt es sich hierbei dann um Menschen in der Lebensmitte, die durch ihre bisherigen Erfahrungen geprägt, auf der Suche nach dem "Traumpartner" sind. Aufgrund des Alters wird ein potentieller Traumpartner dann auch vom "Zweitmarkt" stammen, also auch bereits schon seine Kratzer des Lebens abbekommen haben. Reine Heile -Welt-Idylle wird es auch da nicht lange geben.

Es sei denn, die Beziehungspartner haben sich eingehend damit befasst, warum sie da stehen wo sie stehen. Weshalb die vorherige Beziehung gescheitert ist, bzw. weshalb ein Partner in eine Affäre ausgebrochen ist und dabei in der Beurteilung und Aufarbeitung das Augenmerk nicht nur auf den anderen sondern auf die eigene Person gelegt.
Wenn das geschehen ist, dann kann eine neue Beziehung auch funktionieren, aber eben auch die neue "alte Ehe" genauso wieder.

Falls die Betroffenen die eingehende Verarbeitung auch der eigenen Anteile aber unterlassen, dann sind sie bald wieder soweit wie zuvor und dies auch durchaus mit neuen Partnern. Um die Statistik wieder einmal zu bemühen: Zweitehen haben ein noch weitaus höheres Scheidungsrisiko.

Affären können also durchaus ihren Nutzen haben sofern alle Akteure auch die Bereitschaft haben diesen zu erkennen.

Insofern haben wir die Affäre meines Mannes durchaus genutzt um uns auch selbst zu hinterfragen. Wir haben "Abgründe" im anderen aber auch in uns selbst entdeckt. Wir versuchten den jeweils anderen mit seinen Abgründen anzunehmen auch wenn es manchmal alles andere als einfach war.
Im Ergebnis ist es uns bis dato auch gelungen diese Abgründe gemeinsam zu überwinden und wir haben dadurch auch gelernt, dass wir bei gutem Willen hierzu alles zusammen angehen können. Dies macht stark für die Zukunft, haben wir so doch nun das notwendige Rüstzeug unsere "Abgründe" gemeinsam anzugehen.

Deshalb "Nutzen" aus einer Affäre gezogen -- ja.

x 3 #444


K
@ Unheilig

klasse...Du hast Dinge angesprochen, die sehr wichtig sind - es muss von BEIDEN kommen,
wenn ein "nach-der Affäre" wieder in eine Beziehung führen soll. Es ist ja NIX mehr so, wie es
vor der Affäre war....und es wird auch nicht mehr so - sich darüber im Klaren zu sein, ist der
1. Schritt, um den "Alltag vor der Affäre" zu vermeiden.

JEDE heftige Situation im Leben - und eine Affäre IST eine heftige Situation - verändert die
Beteiligten. Ein "weiter so" ist daher nahezu ausgeschlossen, wenn Frau/Mann sich der
Tatsachen bewusst ist/wird. Wer ein "weiter so" auf dem Zettel hat - Haken dran...das wird
nix! Frau wie Mann können sich beim Gedanken an ein "weiter so" noch so bemühen - da
kommt nichts bei rum. Aber... wer "verändert" schon gern!? Meist wird eine Veränderung
vom Anderen erwartet. Aber auch das wird nix.

Affären - Nutzen, benutzen, benutzt worden sein...es braucht eine Aufarbeitung, um zu einem
Ergebnis zu kommen - sofern gewünscht, denn nicht alle können mit den damit zusammenhängenden Wahrheiten umgehen, bzw. wollen es nicht.

x 1 #445


K
Zitat von Maus 89:
Ich war ein "Nostalgiker". Habe fest an "für immer" geglaubt. Und habe mein Leben
dahingehend ausgerichtet.
Es war ein harter Fall aus meinem "Lebenstraum". Und er hat sehr weh getan, tut es zum
Teil heute noch.
Jetzt lebe ich nach dem Motto "bau dir ein eigenständiges Leben auf und schau erst dann,
ob ein Partner dazu passt!". Mein Nutzen daraus, so etwas passiert mir nie wieder.


Liebe Maus.. möcht auch dir das Buch von Viv Albertine empfehlen falls du es noch nicht kennst..
passt zum Thema und auch in anderer Hinsicht.
Lieben herzlichen Gruß!

#446


K
Und wo wir schon bei Buchempfehlungen sind - mein Affären-Roman ist nun auch erschienen - als eBook bei Amazon vorerst, das Taschenbuch folgt nächste Woche. Wer sich dafür interessiert, darf mir gern eine PN schreiben, dann teile ich den Titel mit zwinkern

x 1 #447


K
@ Kaetzchen

da machste mich aber neugierig.... auf et Taschenbüchs´ken!

#448


K
Es ist in vielen Threads zu lesen, dass dem Reden und "sich Gedanken" machen...auch Taten folgen sollten. Wenn immer nur "gedacht" und "geredet" wird und dem dann keine Taten folgen, macht das
alles wenig Sinn. Klar...es ist nicht immer alles sofort umsetzbar.

Und wenn eine Affäre einen Nutzen hat...dann den, auch zeitnah etwas auf den Weg zu bringen.

x 1 #449


E
Was denn?

x 1 #450


A


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