Kruemel1
Gast
Zitat von alleswirdbesser:Ich verstehe den Gedanken dahinter, aber das Ganze kann man nun wirklich auch anders regeln
Natürlich könnte man das anders regeln, offener und ehrlicher agieren, als der TE das tut. Aber weißt du, in unserem Alter sind Paare meist schon seit mehreren Jahrzehnten zusammen. Durch das Alter, die inzwischen durchgemachten Wechseljahre oder Krankheiten haben sich dann oft auch körperliche Veränderungen ergeben, so dass der Sex vielleicht nicht mehr so genussvoll erlebt wird. Insgesamt verliert er auch an Bedeutung, da die Libido hormonell bedingt nicht mehr so aktiv ist. Je nach Konstitution kann das sich aber sehr unterschiedlich entwickeln.
Für den TE scheint der Sex noch sehr wichtig zu sein. Für seine Frau ist das wohl weniger der Fall. Sie will es, wenn überhaupt, nur noch in einer gewissen Position, weil alles andere zu unbequem ist und sie so keine Freude daran hat. Vielleicht hat sie auch Schmerzen beim Sex. Das ist etwas, was sehr häufig nach der Menopause auftritt, weil die Schleimhäute austrocknen, rissig und spröde werden und nicht mehr so flexibel sind. Dem kann man mit Cremes und Salben, vielleicht auch mit hormonellen Inhaltsstoffen, entgegen wirken. Diese muss man allerdings regelmäßig anwenden und das erfordert einigen Aufwand und macht die Sache nicht unbedingt anregender.
Auf der anderen Seite aber hat man schon ein ganzes Leben zusammen verbracht, hat neben den materiellen Abhängigkeiten auch noch familiäre Verbindlichkeiten. Kindern, vielleicht Enkeln zu erklären, dass Oma und Opa sich nun trennen, weil Opa noch gewisse Bedürfnisse ausleben will, ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Auch sind für das Paar selbst inzwischen andere Dinge wichtiger geworden. Nicht allein zu sein im Alter ist ein Geschenk. Einen Partner zu haben, der nebenan im Bett schläft, mit dem man mal Händchen halten kann, wenn man durch einen Albtraum aufwacht, ist sehr wichtig. Auch gemeinsame Hobbys vielleicht noch zu haben, gemeinsam zu verreisen ist doch sehr wertvoll.
Demgegenüber ist die Ausleben der sexuellen Bedürfnisse inzwischen eher zweitrangig geworden. Bei meinem Mann und mir hat sich das sexuelle Verlangen zum Glück gleich rückläufig entwickelt. Hätte er aber das Bedürfnis, es öfter und in anderen Spielarten zu praktizieren, wäre ich ihm überhaupt nicht böse, wenn er sich anderswo seine Erfüllung sucht. Wichtig wäre mir nur, dass er sich nicht verliebt und sich nicht von mir trennt. Daher wäre es für mich leicht, es zu verarbeiten, wenn er zu Prost. ginge. Allerdings zu welchen, die diesen Beruf freiwillig und professionell ausüben, auf ihre Gesundheit achten und emotionale Distanz wahren.
Würde er eine Affäre haben wollen, fände ich das weniger lustig. Das würde mich verletzen und ich würde es nicht wissen wollen. Vielleicht ist ja das auch der Wunsch der Ehefrau des TE. Dass er sich nun verliebt hat ist eigentlich der Supergau. Trotzdem will er ja zu seiner Frau halten und ihr Leid ersparen. Das finde ich nun wieder sehr gut. Jetzt darf er aber bitte auch nicht rumheulen, dass er unter Liebeskummer leidet. Das ist allein sein Verschulden und damit muss er jetzt eben leben. Trotzdem wünsche ich ihm alles Gute. Ich weiß, wie schlimm Liebeskummer am Ende einer Affäre sein kann. Ich hatte selbst mal eine. Ich kann ihm nur raten, die Kontaktsperre vollständig durchzuziehen. Umso schneller ist es vorbei. Alles andere führt zu nichts und verursacht nur weiteres Leid. Und das hat seine Frau als vollkommen unbeteiligtes Opfer nun wirklich nicht verdient.