Zitat von thegirlnextdoor:24 Jahre ist man nicht mit jemandem zusammen und führt dabei seelenruhig 14 Jahre Affären, wenn man gar so unterwürfig ist und unter dem Pantoffel steht, und erteilt dabei vom Bett des neuen Lovers aus Anweisungen bezüglich der Tiere... passt für mich alles nicht zusammen.
Ich denke, dass die beiden ein ambivalentes Partnerschaftsmachtverhältnis haben.
Früher hatte er sie wohl auch in der Öffentlichkeit, auch vor ihren Eltern, mit zum Teil Unverschämtheiten, oft gedehmütigt und das hätte sie auch irgendwann nicht mehr gefallen lassen, indem sie sich emotional zurückgezogen und ihn - angeblich - immer weniger an sich dran gelassen hätte.
Ich denke heute, dass das womöglich ein Teufelskreislauf in deren Ehe war: Er wurde abgewiesen, reagierte aggressiv, sie würde noch abweisender, er noch wütender ... Sie sucht sich eine Affäre ... Vielleicht ...
Zudem sei er "jähzornig" und könne weder Gefühle zeigen, noch über solche reden.
Und bei Letzterem denke ich, dass sie sich von ihm nach ihrem aktuellen Emotionalverlust gar nicht einmal mehr so sehr unterscheidet. Und wenn der Ehemann gar nicht das Zeigen von Gefühlen mehr erwartet nach all den Jahren femininer Zurückgezogenheit, ich dies sehr wohl tue, dann ist sie bei dem doch auch wesentlich besser aus ihrer Sicht aufgehoben, da sie bei ihm dann weniger Erwartungen zu erfüllen hat. Und da ein partnerschaftliches Erwartungshaltungserfüllen zugleich auch mit Stress verbunden ist, hat sie sich durch ihren Schlussstrich zusätzlichen Stress auch gleich entledigt.
Es ging ihr in letzter Zeit sowohl physisch (für die Ärzte unerklärliche heftige Ohrenschmerzen) als auch psychisch (keinen Zugang mehr auf die eigene Emotionalebene) ziemlich miserabel.
Und ich hatte in letzter Zeit überproportional viel Druck für meine Verhältnisse gemacht. Aber nicht in der Form "Endscheide Dich gefälligst!", sondern in der Weise, dass ich ihr Fakten und eigene Aussagen widersprüchlich vor Augen geführt hatte, wo sie einfach nur eins und eins zusammenzutragen hatte, was sie ja dann auch apropos "Ich muss eine Entscheidung treffen" getan hatte und schließlich auch gegen uns in die Tat umsetzte.
Früher war er, ihr Mann, in der ehelichen Machthierarchie wohl oben gewesen, wie sie sagte, jetzt scheint sie es (gewesen) zu sein und ich habe keine Ahnung, welchem Machtverhältnisänderungsmuster dies im Hintergrund bei denen zu Hause womöglich folgt.
Aber ich bin sicher, dass ich innerhalb dieses Beziehungsdreiecks der stabilisierende Faktor war, der es ihr ermöglichte, so viel Distanz innerhalb deren Ehe zu etablieren, dass sie sich dort weder zu sehr verschlungen, noch zu sehr vereinnahmt fühlen musste.
Ich hatte sie dieses Jahr unmissverständlich (!) aufgefordert sowohl in deren Ehe, als auch in der Öffentlichkeit mit dem Versteckspiel, das mich verletzt, aufzuhören. Aber dann hätte sie Abschied von ihrer Rolle als Geliebte nehmen müssen. Dann hätte sie Verantwortung mit übernehmen müssen.
Hier und jetzt mit 16 Tagen Abstand sehe ich, dass ich nicht mehr war, als ein ewig wartender Mann im Schatten. Ich war eigentlich rechtlos, da ich nicht mitspracheberechtigt war. Und Letzteres hatte ich ihr auch gesagt gehabt. Und dies nicht nur ein Mal. Ich bin das Opfer einer unaufrichtigen Frau geworden, welche zu feige war, zu ihren Gefühlen zu stehen. Und in diesem Fall offensichtlich auch ein Opfer ihrer hohl gewordenen Institution Ehe.
Dass unsere Beziehung aussichtlos war, weil sie, 'meine kleine Großartige', wie ich sie immer nannte, zu vielfältig gebunden war, wollte ich nicht anerkennen. Wohl auch deswegen nicht, weil die Hoffnung bekanntlich ja zuletzt stirbt.
Durch mich konnten die beiden deren Ehe sehr wahrscheinlich in einem für sie ausgeglichenen Nähe-Distanz-Verhältnis leben, dass der Alltag eben funktioniert nach dem Motto "Komm' mir nicht zu nah', bleib' mir aber auch nicht zu fern."
So in etwa stelle ich mir das vor. Im Grunde war ich nicht mehr gewesen als ein Stabilisator für deren Hauptbeziehung.
Und so war ich immer besagtes fünftes Rad am Wagen. Und darüber hatte ich mich auch regelmäßig beschwert gehabt und ihr zu verstehen gegeben, dass ich nicht nur sprichwörtliche Schönwetterausfahrten mit ihr machen möchte, sondern zu ihrer Hauptbereifung werden WILL!
Sie sagte dann, ich sei nicht jenes fünfte Rad am Wagen. Ich bat sie dann es zu beweisen. Eine Zwickmühlen-Situation.
In dieser Sache habe ich mich nur ganz wenigen Menschen anvertraut. Die hätten mich ja alle für komplett bekloppt erklärt. Und so schwindete meine Selbstachtung von Tag zu Tag immer mehr. Trotzdem habe ich ihr bis zum Schluss Paroli geboten und mich NICHT ausrichten lassen, jedenfalls nicht noch mehr.
Ich habe mich von ihr an der Nase herumführen lassen. Aber darüber hinaus habe ich ihr regelmäßig gesagt und auch gezeigt, dass ich nicht mehr bereit bin, mich weiter hinten an zu stellen.
Und so befinde ich mich jetzt irgendwo zwischen "Kummer" und "Verzweiflung". Auf der einen Seite sehe ich ihre HinterfotzigkXXt, die mich verärgert. Auf der anderen Seite sehe ich aber auch ihre Überforderungssituation, in die sie sich selbst hineinmanövriert hatte. Und so hatte ich stets gehofft gehabt, dass sie bei der Therapie nennen wir es einmal folgekongruentes Handeln erlernen wird und mit ihren Lügen hätte aufräumen können.
Und so, nachdem ich zu lange in dieser toxischen Beziehung verblieben bin, habe ich jetzt mehr als offensichtlich eine Gehirnvergiftung erlitten, für deren Genesung ich mir schleunigst das Gegengift verabreichen (lassen) muss.