Zitat von Lotterie2024: Kann man schon verstehen. Dazu muss der andere aber ehrlich sein. Dann hat jeder eine faire Wahl. Nur leider ist das meistens nicht der Fall.
Also auch dazu habe ich schon mehrfach etwas gesagt.
Stelle Dir doch nur einmal die konkrete Situation vor. Also angenommen, Du selber hättest eine Affäre oder auch nur mal einen "Ausrutscher". Zugleich ist Dir bewusst, wenn Dein angestammter Partner davon erfahren würde, wäre die Hölle los (und alles würde womöglich den Bach runtergehen).
Auch dann würdest Du die Ehrlichkeit über alles auf Deinen Banner schreiben? Ehrlichkeit hört sich ja immer so gut an - aber die Frage ist doch noch immer: Wie viel Wahrheit kann jemand vertragen? Wohin führt die Ehrlichkeit?
Mein Konzept wäre ja ein ganz anderes, bei dem dann auch diese Ehrlichkeit durchaus möglich wäre. Nämlich von vornherein mit der Freiheit zu rechnen und sie auch zu leben.
Dann kann man sogar, womöglich sogar zum gemeinsamen Lustgewinn, über alles reden, auch über solche einschlägigen Ausflüge.
Zudem möchte ich noch zu bedenken geben in diesem ungewissen Zusammenhang: Irgendwelche exaltierten Sexabenteuer kann man bald einmal haben, wahre Liebe und Innigkeit hingegen findet man nur sehr selten.
Daher kapiere ich es absolut nicht, weshalb man, ist man mit jemanden in echter Liebe verbunden, den aus seinem Leben geradezu hinaustreten muss, hat er oder sie mal Sex oder Sexartiges mit jemand anderem.
Mir erscheint das, offen gesagt, geradezu als wahrhaft verrückt. Die Liebe (zumindest jene, die ich meine), ist etwas sehr Weites, im besten Fall Grenzenloses - Säggs hingegen ist eben ein verlockendes Vergnügen. Aber aufbauen kann man darauf nichts. (Und das sage ich durchaus auch aus eigener Erfahrung. Ich hatte mal eine quasi lediglich auf Sex beruhende Beziehung, und tatsächlich sind da keinerlei sexuellen Wünsche und Vorstellungen offengeblieben - aber nach etwa einem Jahr war das alles ausgelebt und nichts mehr haltbar.)
Man sollte doch auch, meine ich, die Wertigkeiten des Lebens sehen - und nicht einfach nur aus einer Gekränktheit, Verletztheit so spontan reagieren wie ein berühter Kaktus.
Ich glaube ganz ernsthaft, wenn die Menschen nicht diese sexbezogene (und für mich kuriose) Verletztbarkeit aufwiesen, wären die Beziehungen nicht nur viel schöner und entspannter und viel weniger trennungsanfällig, sondern sie wären auch weitaus belebter und würden nicht so einfach in einen öden Alltag absacken.
Ich meine - es wird ja kaum jemand widersprechen, wenn ich sage, dass die Lust ein wunderbares Gefühl ist, ja womöglich das intensivste, das dem Menschen geschenkt ist. Und wozu sollte man gerade dieses himmeltreibende Gefühl jemanden verwehren und auch sich selber?
Verstehe ich nicht und habe ich auch nie verstanden. Mag daran liegen, dass mir Liebe etwas ganz anderes ist als solche - ohnehin leider nur schnellflüchtigen - Sexhochgefühle. Notfalls kann man sich die auch in einem Lfh. abholen. Liebe hingegen ist etwas so Seltenes, dass sie weder käuflich noch auch nur erwartbar ist. Ein reiner Glücksfall, vergleichbar fast mit einem Lottogewinn.