Zitat von Stiletto: Wenn Du von vornherein klarstellst, dass es auch sein kann, dass Du untreu wirst und Dein Partner das akzeptiert, dann ist doch alles okay.
Also nur um das klarzustellen: Ich sage, lerne ich eine Frau kennen, nicht, dass es sein könnte, dass ich irgendwann untreu werde (dazu neige ich gar nicht, selbst wenn so etwas nie auszuschließen ist), sondern ich sage ihr, dass sie alle Freiheiten hat, und wenn nach einigen Jahren eine Fremdlust aufkommen (und auch ausgelebt werden) sollte, dann wäre das für mich kein Trennungsgrund, ja nicht einmal ein Tiefschlag.
Und das ist in meinem Fall tatsächlich so. Ich schränke absolut nicht ein, in gar keiner Hinsicht, und weder muss meine Partnerin kochen, staubsaugen oder sonst etwas, noch darf sie Fremdgelüste nicht ausleben.
Ich bin ein Mensch der Freiheit, im wahrsten und umfänglichsten Sinne des Wortes, und ich beherrsche niemanden und lasse mich auch nicht beherrschen und trachte nicht einmal insgeheim danach.
Das ist im Grunde alles.
Wenn man es einmal nüchtern bedenkt, ist das Grundfatale doch, dass Sex als etwas geradezu Sakrales verstanden wird. Als ginge es hierbei um eine Art unverbrüchliche chymische Vereinigung, um ein nahezu heiliges Distanzüberwindungsereignis, um eine letztgültige Hingabe an alles Himmlische und Teuflische, das es nur geben kann.
Und gerade durch dieses meiner Meinung nach völlige abstruse Verständnis einer lustvollen Harmlosigkeit hat sich der Hase doch den A... am Pfeffer verbrannt!
Es könnte ja auch so sein, dass man meinetwegen irgendwo herumspaziert, trifft auf jemanden, der einen lustmäßig anspricht und man ihn, dann gibt man dem halt nach, vergnügt sich und spaziert wieder weiter.
Manchen scheint das ja auch zu gelingen. Kürzlich habe ich mal eine Doku gesehen, bei der eine relativ junge Frau, geschätzt Mitte 20, gesagt hat, sie hätte bisher so an die 50 ONS gehabt. Geht doch, wie es scheint - wenn man nicht auf diesem ganzen biblischen Quatsch beharrt.
Ich meine, kann mir jemand mal sagen, was denn an diesem Sex das gar so Außergewöhnliche und Katastrophale ist? Das ist doch nichts weiter als eine Lustspielerei, die ihren Ernst ja erst einmal irgendwo erstehlen muss, damit sie es zu solchen sakralen Höhenflügen bringen kann.
Wenn etwas ernst ist oder zumindest sein könnte, dann ist es die Liebe. Aber mir kommt vor, da haben sich die Dinge geradezu umgekehrt und die Liebe wird als Spielerei verstanden, während Sex das Um und Auf des Lebens geworden zu sein scheint.
Für mich tatsächlich absolut lächerlich. Aber ich halte mich natürlich keineswegs für den Maßstab der Dinge. Erlaube mir allerdings, alle diese Maßstäbe höchst in Frage zu stellen.
Und würde ich, weil meine Partnerin mal Sex mit einem anderen hat, mehr oder weniger zugrunde gehen oder auch nur austicken, dann würde vor allem ich selber mich sehr in Frage stellen.
Was soll denn das bitte sein? Sprengt es einem da gleich alle Würde und Selbstachtung in Stücke? Oder was ist es, das so dermaßen verletzt, dass bisweilen sogar ein ganzes gemeinsamen Leben mit allem Drum und Dran in den Müll getreten wird?
Ich meine - Sex! Der hat eine solche Sprengkraft, außerhalb des erlaubten Rahmens, dass es gleich das ganze Leben zerreißt?
Für mich ist das unfasslich! Und man kann ja nur froh sein, dass offenbar nur wenige wissen, was auf diesem Gebiet so alles vor sich geht, heimlich halt.