Ich bin frei von Moral und gebe zu, dass ich mir selbst immer der nächste Mensch bin und war. Daher antworte ich Dir nicht moralisch, weil als ich selbst eine Affäre hatte, habe ich kein schlechtes Gewissen gehabt, weder meinem Mann noch der Frau meines AM gegenüber, ich habe es genossen, ja, steinigt mich, aber meine einzige Sorge war, dass es nicht auffliegt zu der Zeit, nicht weil ich niemandem weh tun wollte sondern weil ich nicht wollte, dass es aufhört mir gut zu tun. Und da können jetzt noch 100 Betrogene "wie kannst du nur, weiß du nicht, was das mit dem Betrogenen macht?" rufen, es ist deren Problem, nicht meins! Schreibt hier nicht, wenn Ihr das nicht aushaltet, siehe Regeln für dieses Unterforum.

Ja, das mag schockierend sein, aber so denken die meisten Betrüger während ihrer Affäre.
Und jetzt kommt das große ABER: Du verletzt Dich selbst, wenn Du sowas tust. Es bleibt nicht schön und spannend, es wird schmerzhaft und die Sehnsucht, die du jetzt als leichtes Ziehen verspürst, wird dich irgendwann sehr unglücklich machen denn sie wird nicht kleiner sondern immer größer, wenn Du ihr nachgibst. Mit jedem Treffen, jedem Nachgeben, fütterst Du die Sehnsucht immer mehr an, bis sie dich komplett beherrscht. Und Du wirst dich dann nicht ewig verstellen können, dein Mann wird die Wesensveränderung an dir bemerken. Du wirst versuchen dich zu verstellen und musst die immer größer werdenden Gefühle im Alltag einfach wegdrücken. Irgendwann platzt die Bombe dann erfahrungsgemäß doch, und wenn Du dann in die traurigen Augen deines Mannes blickst, ja, dann kommt plötzlich doch das schlechte Gewissen wie eine Wucht, wenn du mit eigenen Augen sehen musst, was Du angerichtet hast auf deinem "ich will glücklich sein"-Egotripp. Es ist kein schönes Gefühl, wenn der eigene sonst so taffe Mann vor dir emotional zerbröselt in seine Einzelteile und du weißt, dass Du das verursacht hast.
Meine Ehe ist inzwischen zuende, meine Affäre aber auch, letztere habe ich trotz großer Emotionen beendet, da er sich nie trennen wird und ich im Grunde erst nach meiner Trennung erkannt habe, dass ich eben nicht nur Spaß wollte am Ende, ich wollte den Mann für mich. Punkt.
Ich würde dir mit der Erfahrung raten, es bei der Sehnsucht und schönen Erinnerung zu lassen. Arbeite an deiner Ehe oder trenn Dich, wenn du denkst, dass du Abenteuer brauchst. Alternativ öffnet die Beziehung dafür. Und frag dich ehrlich: Wenn der Andere sich irgendwann trennen würde für dich, weil er erkannt hat, dass er dich liebt, würdest Du dann auch noch an deiner Ehe weiter festhalten wollen? Wenn Du diese Frage mit Nein beantworten musst, suchst Du gerade nur ein bequemes Sprungbrett aus deiner langweiligen Ehe, das sollte Dir dann wenigstens bewusst sein.
Ich richte wie gesagt nicht, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass der moralische Zeigefinger in dieser Situation an Dir abprallt. Und wenn ich der Meinung wäre, es führt für DICH am Ende zu was gutem, würde ich sagen, wag es einfach. Aber meiner Erfahrung nach führt es auch für Dich nur zu Schmerzen und noch viel größeren emotionalen Problemen als dem, ein bisschen Sehnsucht zu haben.