Hallo Katze123 .
Deine Frage wird hier im Forum sehr oft diskutiert und ist eigentlich meistens das Spiegelbild der eigenen Seele, die damit zum Ausdruck bringt, dass man alleine eben doch nicht glücklich ist beziehungsweise sein kann. Nur gestehen sich das viele Leute erst später im Laufe der Themen ein oder werden von anderen Forenusern darauf aufmerksam gemacht.
Wenn ich mir schon diese Frage stellen muss, kenne ich bereits die Antwort. Ist ein Mensch nach einer Beziehung alleine, hat dieses Individuum in aller Regel erst einmal große Probleme, ist traurig, verzweifelt, wütend (wenn der Partner einen selbst für jemanden anders verlassen hat) und weiß nicht weiter. Das sind vermutlich Teile einer bei sich selbst stattfindenden Entwicklung. Besser ist der Ausdruck Rückentwicklung, weil man ja vor einer Beziehung auch mal alleine war. Freunde, Familie, Bekannte, Verwandte, Kollegen und Hobbypartner/Sportpartner hatte man da meistens ja auch schon und solche rücken dann nun wieder zunehmend in den Fokus des eigenen Blickfeldes.
Es ist nicht gut, seine eigene kostbare Zeit mit Gedanken zu verschwenden, die sich um das eigenen Glück drehen. Niemand kann genau vorhersagen, wie sich unser Leben entwickeln wird, dazu passiert einfach zu viel in zu kurzer Zeit. Und unser Leben ist, wenn man es auf den Faktor Zeit beschränkt, eben auch sehr beschränkt. Wenn man merkt, dass man bereits in etwa zwei Drittel des eigenen Lebens hinter sich hat und einem langsam, aber sicher die Zeit davonläuft und wenn man jeden Morgen beim Aufstehen wird, dass die Zeit einem schneller ablaufend vorkommt als noch vor ein paar Jahren, dann sollte bei einem jeden Menschen der Groschen fallen und ein Handeln an vorderster Stelle gesetzt werden.
Meine Scheidung ist sehr viele Jahre her. Aus dieser langen Beziehung ist nichts übrig geblieben. Keine Kinder, weder gemeinsame noch Stief-, noch Pflegekinder. Keine Tiere, keine gemeinsamen Besitztümer, nur Erinnerungen und eine kleine Schatulle mit letzten Erinnerungsstücken, eigentlich nur der Papierkram wie Ehescheidungsurteil, Rentenpunkteaufteilung etc. Würde ich diese Schatulle immer hervorkramen und an mein alleiniges Dasein erinnern, möglicherweise würde ich verrückt werden, wie es schon den einen oder anderen, auch hier in den Foren wohl, passiert ist.
Irgendwann habe ich mir selbst den Entschluss gefasst, dass ich Frauen in meinem Leben haben möchte, aber nicht mehr als fixes oder festes Bindeglied, sondern nur als Bereicherung und Amusement. So bin ich regelmäßig, bis vor kurzer Zeit, in ONS, Affären und Liebschaften unterwegs gewesen, aufgrund der Corona-Pandemie und des derzeitigen Lockdowns mir selbst aber eine Art Winterpause verordnet. Diese werde ich nutzen, in anderen, ebenfalls wichtigen Feldern tätig zu sein. Beruflich möchte ich vorankommen, nach einem Burnout vor einigen Jahren bin ich beruflich nicht mehr gänzlich auf die Beine gekommen. Momentan, nach längeren Perioden von Arbeitslosigkeit, kleinen Anstellungen und unzähligen Fortbildungen und Maßnahmen über die Arbeitsagenturen möchte ich wieder endlich ein reguläres Einkommen. Meine derzeitige Stelle, ein 1,50 Euro Job in einem Büro eines großen Unternehmens in meiner Stadt, ist arg von der Kurzarbeit betroffen, derzeit sind viele Festangestellte in Kurzarbeit, Urlaub, bauen Überstunden ab oder wurden teilweise schon vorzeitig berentet. Neueinstellungen sind aufgrund der unsicheren Situation wegen Corona in den nächsten Jahren wohl eher nicht zu erwarten, selbst Auszubildende wurden dieses Jahr dort nicht mehr eingestellt. Meine Maßnahme, die ich dort wahrnehme, soll aller Voraussicht nach noch im Dezember gekündigt werden und mein Vermittler beim Jobcenter hat mir schon vorausprophezeit, dass es dann sehr schwer werden wird, überhaupt noch etwas zu bekommen.
Da werde ich mir dann Gedanken machen, ein etwaiger Umzug in ein anderes Land, sollte es dort einen Job für mich geben, erwäge ich als Alternative, solange es deutschsprachig oder englischsprachig ist. Sollte Herr Biden in den USA die Wahlen gewinnen, könnte ich mir auch vorstellen, es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten mal zu versuchen.
Alle diese Gedankenspiele muss ich alleine durchgehen. Ich sage Gott sei Dank. Stelle Dir mal vor, ich hätte nunmehr eine Partnerin, wo ich alles abstimmen müsste. Wo ich diskutieren und streiten müsste. Das wäre kein Zuckerschlecken. Aber jetzt und in den nächsten Monaten, wo ich alleine bin und meine Freudenspenderinnen alle nicht in meinen Fokus stehen, kann ich mich damit hervorragend beschäftigen und vielleicht eine gute Strategie entwickeln. Da mache ich mir auch keine Gedanken, dass ich alleine bin und es deshalb nicht schaffen könnte. Im Gegenteil, gerade dann war ich für mich am produktivsten, weil mich niemand be- noch gehindert hat. Der Fokus liegt nur bei mir und meinen Wünschen und Zielen.
Verstehst Du, was ich sagen möchte, liebe TE? Partnerschaften und Ehen "können" was Wundervolles sein. Jedoch, meistens sind sie auch ein Klotz am Bein, mit weiteren unnötigen und schwer zu lösenden Problemen, gerade dann, wenn gravierende Änderungen bevorstehen und die derzeitigen Abläufe im Leben der Menschen sind coronabedingt sehr ausgeprägt und werden uns noch auf Jahre Nachwirkungen bringen. Gute wie schlechte.
Du kannst also auch alleine ausreichend genug machen und dabei den Fokus auf Dich selbst legen und bringen. Und da bist Du dann auch sicherlich glücklich mit Dir, denn Du hast etwas zu tun. Es müssen nicht immer Reisen, Bücherlesen und Spaziergänge sein, das langweilt und frustet auf Dauer auch nur, weil man damit viel zu sehr an den Expartner erinnert oder die Sehnsucht nach einem neuen Partner unnötig befeuert wird. Ich empfehle da immer eher Tätigkeiten, die einen genau davon wegbringen und den Fokus nur auf sich selbst legen. Dann ist alleine glücklich sein überhaupt kein Problem mehr, wie ich finde.
Ein glückliches Wochenende Dir noch.