Mimi84
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Bin ganz neu hier. Kurz zu meiner Situation: ich bin 31 Jahre alt, mein Mann ist 38. Wir sind seit 6 Jahren verheiratet und haben 2 Kinder (Tochter 5 Jahre und Sohn 7 Monate).
Ich versuche, den Text nicht ausufern zu lassen… Mein Problem ist kurz und knapp: Wir leben in einer Zweck-WG, ohne Zärtlichkeiten, Aufmerksamkeiten etc. Für mich ist es fast unerträglich, er scheint kein Problem damit zu haben. Angefangen hat es langsam als unsere Tochter ein halbes Jahr alt war.
Ich habe meinen Mann schon mehrfach angesprochen, ob uns überhaupt noch was verbindet. Seiner Meinung nach liegt es nur am Alltagsstress und den Kindern. Wir hätten ja z. B. keine Zeit für uns, um irgendwas alleine zu unternehmen usw. Schön finde ich auch die Floskel „Alles ändert sich mit der Zeit.“ Das ist für mich eine billige Ausrede, um den wahren Problemen aus dem Weg zu gehen oder einfach klipp und klar zu sagen „Der Ofen ist aus.“ Jeder zieht sein eigenes Ding durch , wir reden kaum miteinander. Mir ist das zu wenig und ich bin ziemlich genervt, dass ich wohl die einzige bin die sich um unsere Ehe überhaupt Gedanken macht. Ich überlege mir kleine Überraschungen für ihn oder wie wir doch mal was alleine als Paar machen könnten. Von ihm kommt gar nichts.
Ich verstehe auch nicht, wie er so zufrieden sein kann. Er ist ein Mann – fehlt ihm Sex nicht oder zumindest irgendein körperlicher Kontakt, küssen, kuscheln etc.!? Ich habe mich nach den Schwangerschaften nicht gehen lassen oder großartig verändert, d. h. ich trage immer noch Kleidergröße XS/S und bin weiterhin gepflegt. Jede Frau möchte doch das Gefühl haben, zumindest ein wenig, begehrt zu werden. Klar, man kann nicht permanent auf Wolke 7 schweben mit Schmetterlingen, aber ständig Eiszeit!?
Wegen der Kinder allein will ich nicht bleiben. Zusammen haben wir allerdings schon einige Krisen gemeistert.
Zum Beispiel:
Um unsere Tochter mussten wir bangen, da sie eine Organfehlbildung hatte. Eine OP mit einem Jahr löste das Problem zum Glück vollständig.
Unser zweites Kind verstarb als Frühchen, nach langem Kampf. Es wurde noch im Mutterleib 2x operiert, hatte aber wegen des frühen Geburtstermins sehr schlechte Chancen.
4 Monate danach erkrankte mein Vater an Krebs, 3 Monate später sein Vater am gleichen Karzinom. Beider sind mittlerweile verstorben. Es war wieder eine lange Zeit des Hoffens, Bangens und Kämpfens.
Die Schwangerschaft mit unserem jetzigen Sohn war eine einzige Zitterpartie, ich durfte nichts machen; nur liegen. Teilweise auch im Krankenhaus. Es ging alles gut und er wurde in der 40. Woche als gesundes, kräftiges Kind geboren. Auch jetzt entwickelt er sich prächtig.
Was für mich eine große Belastung ist, ist unsere Wohnsituation. Mein Mann hat sich von seinen Eltern zum Hauskauf überreden lassen. Mit Schwiegereltern unter einem Dach. Muss ich noch mehr sagen!? Das bedeutet 24 Std. Kontrolle, Reinquatschen, Einmischen etc. Seine Mutter hängt ständig in unserer Wohnung rum. Vor allem seit sie Witwe ist. Es tut mir auch leid für sie, aber nervig ist es trotzdem. Sie ist so die typische Ober-Glucke-Hausfrau mit reichlich Erfahrung, die sie unbedingt teilen möchte. Das Beste ist überhaupt: unsere Wohnungstür hat keinen Schlüssel – so dass sie jederzeit einfach hereinplatzen kann. Deswegen gibt es oft Krach zwischen uns. Mir fehlt die Privatsphäre. Ist das so verwunderlich!? Ich höre oft „Oh super, die Babysitterin wohnt gleich im Haus.“ Das Blöde ist nur – passt sie auf die Kinder auf, dann mit großem Gestöhne. Außerdem reibt sie es einem dann 2 Tage später direkt unter die Nase und das jahrelang. Also kommt es höchst selten vor.
Ob mein Mann eine andere hat weiß ich natürlich nicht, aber es würde beispielsweise von den Arbeitszeiten nichts darauf hindeuten. Von Freundinnen gleichen Alters habe ich schon oft gehört, warum ich überhaupt noch da wohne… Alleine wegen meines Mannes, weil ich ihn liebe.
Was haltet ihr davon? Ich verstehe meinen Mann einfach nicht

