Nunan
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es begann so wie man sich eine Beziehung nur vorstellen könnte. Wir waren beide sehr verliebt in einander. Das begann vor drei Jahren. Wir lernten uns übers Büro kennen. Heute sind wir keine Kollegen mehr. Mittlerweile arbeitet sie woanders und ich bin in der Firma geblieben. Irgendwas fand ich an ihr enorm anziehend, obwohl sie keiner einzigen Ex Freundin glich oder nahe kam, die ich bisher hatte. Meine bisherigen Freundinnen waren alle häuslich, sehr auf Ordnung ausgelegt. Wäsche war pünktlich gemacht, der Haushalt immer tip top.
Bei dieser Freundin sollte es anders sein. Sie war 25 als wir uns kennenlernten. Hatte eine eigene Wohnung, ich ebenfalls. Wir wohnten recht nahe bei einander zu dem Zeitpunkt, obwohl ihre Wohnung bereits gekündigt war, wollten wir nicht zusammen ziehen, weil das zum einen zu früh gewesen ist und meine Wohnung viel zu klein ist für 2 Personen.
Anfangs fiel mir das nicht so auf, obwohl ich kleine Andeutungen durchaus schon hätte erkennen müssen. Sie ist extrem faul und sehr egoistisch. Das weiß ich heute. Ich liebe trotzdem, fragt mich nicht wieso.
Anfangs trafen wir uns immer bei mir, nicht mal draußen in einem Cafe oder bei ihr, weil das a) Geld gekostet hätte auch für sie und sie daheim bei sich für Ordnung hätte sorgen müssen oder zumindest mal was einkaufen hätte müssen.
Also trafen wir uns bei uns. Ich kochte meistens (auf meine Kosten) und sie ließ sich verkosten. Meistens blieb sie dann 3-4 Tage. Das schlug schon ins Geld, dauerhaft zumindest merkte ich, dass ich für 2 einkaufen musste. Ich bin eher sparsamer Natur - sie auch, aber nur wenn es IHR Geld ist.
Wenn sie mit Freunden unterwegs ist, wird nicht gespart. Mit mir ist sie so gut wie nie weg gegangen, als sie noch hier gewohnt hat. Kino? Schwimmbad? "Ach, bei dir daheim ist es doch viel gemütlicher". Das war die Ausrede. Kino und Schwimmbad, das machte sie lieber mit Freunden - ohne mich. Auch in Kurzurlaube, Städtetrips - alles mit Freundinnen, nie mit mir. Ich verbrachte meine Urlaube meistens allein daheim. Sie vermittelte mir sogar häufig den Eindruck, dass ich mich gefälligst mit ihr zu freuen habe, wenn sie mal für fünf Tage nach London fliegt, ich zwar daheim hocke, aber sie Spaß hat. Das war für sie dann fast eine Spaßbremse, wenn ich mich nicht enthusiastisch mit ihr mit gefreut habe. Was ich selten tat, was habe ich schliesslich davon, wenn wir nie etwas gemeinsam unternehmen.
Beruflich eröffnete unsere Firma eine Niederlassung am Bodensee. Sie zog dort hin. Weil es ihr gefiel. Ich wurde nicht gefragt. Sie bewarb sich dort auch hin ohne mit mir zu sprechen, damals waren wir ein Jahr zusammen. Die Entfernung betrug 2 Autostunden - machbar auch mal fürs Wochenende meiner Ansicht nach.
Sie knüpfte dort schnell neue Kontakte, war fast jedes Wochenende dort auf Party und ich blieb allein daheim. Einmal besuchte sich sie übers Wochenende, da war wirklich nichts vorbereitet, auf die Schnelle versorgten wir uns mit irgend einer Tütensuppe. Mir fiel das auf, weil ich immer bestens organisiert war. Sie war dort das ganze Wochenende auf dem Sprung, als ich zu Besuch kam. Ich kam mir dermaßen unerwünscht vor, dass ich am liebsten Samstags schon gefahren wäre.
Nach diesem Wochenende zog ich mich bewusst zurück, sie merkte das - natürlich - und wurde denke ich auch nachdenklich über alles. Wir hatten einen Monat fast Funkstille. Ich wollte sie auch nicht mehr hier bei mir haben, ich hatte den Kanal voll.
Wenn sie zu mir kam vom Bodensee lief das Schema immer gleich ab. Sie fuhr zu mir, wurde von mir bedient, fuhr wieder heim. Manchmal sogar ohne Abschiedskuss. Ich kam mir schon vor wie eine Affäre.
Irgendwann fragte sie, ob ich sie besuchen käme. Ich gab mir zugeknöpft und schrieb ihr "Danke, aber nach den Diskussionen habe ich vorläufig kein Interesse mehr".
Ich war am aller meisten Enttäuscht darüber, dass ihr nicht auffiel, wie ungleichmäßig das ganze Verhalten von ihr und mir war.
Das war es, was mich am meisten enttäuscht hatte.
Also redeten wir, wir telefonierten 10 Stunden lang, ich erinnere mich noch genau und ich kotzte mich richtig aus, was sich alles aufgestaut hatte, sie war erschrocken und ich auch. Und zwar darüber, dass ich mit der gesamten Situation so unzufrieden war über fast 3 Jahre und sie ständig von "genießen", "tolle zeit" und so weiter sprach. Es trafen hier Dimensionen auf einander hatte ich das Gefühl. Sie fand alles toll mit mir, ich sei ihr Traumtyp nach dem Motto und ich sprach im Kern von einer Horrorbeziehung.
Ich glaube sie war schockiert und es war gut so. Den Tag darauf schöpfte ich Mut, dass sich wenigstens ein paar Dinge änderten und ich wurde im Telefonat sehr konkret, ich blieb nicht unverbindlich, sondern ich sagte konkret, was ich nicht mehr möchte. Ich möchte nicht mehr, dass sie sich von mir hofieren und bewirten lässt,ich will auch keine Wochenenden mehr verbringen, wo sie dann 48 stundenlang die Füße hoch legt, ich will aktive Wochenenden mit ihr verbringen und auch mal einen Urlaub, vielleicht Kurzurlaub.
Einen Monat lang schaute ich mir das ganze an. Es veränderte sich überhaupt nichts. Nach wie vor fuhr sie zu mir, als sei alles vergessen.
Und wieder machte ich dicht, nun herrscht bereits seit 2 Monaten Funkstille, sie fragt ständig nach Treffen, wann wir uns sehen, sie vermisse mich. Klar das tue ich auch, aber mein Frust überwiegt und mein Unmut über das Ganze. Ich will nicht mehr.........obwohl ich sie eigentlich will. ich habe die Nase voll davon, dass ich mir den Mund fusselig rede und dann ist wieder alles vergessen.
Ich frage mich derzeit ob sie einfach zu bequem ist oder ob sie hilflos ist. Ich weiß es nicht.
Ich müsste diese Beziehung sofort beenden, wenn ich nach Ratschlägen meiner Freunde gehe, aber ich will es nicht, weil ich irgendwo noch einen Kern sehe, der eine Rettung verdient. Doch das kann ich nicht allein, da muss sie mit machen.
Deadlines hab ich nie offen ausgesprochen, die hatte ich immer nur mir selber gelegt, ..... ohne Erfolg. Ich bin ja doch langfristig immer wieder eingebrochen mit meinen eigenen guten Vorsätzen.
Wer hat denn Rat für eine Situation, wo der oder die andere einfach nichts merkt, trotz Gesprächen nicht merkt, wie sehr man unter einer Konstellation leidet, weil sie zu einseitig ist?