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Alles von der Seele schreiben

aniiol


Hallo liebe Leute,

ich weiß garnicht so genau warum ich das Thema jetzt eröffne, aber irgendwie gehts mir richtig mies.
Bin jetzt seit knapp 3 Wochen von meinem Freund getrennt & so gelitten hab ich echt noch nie. Es gibt zwar Tage da ist es mir egal was er macht und tut. Aber es überwiegen die Tage, an denen es mir einfach schlecht geht. Richtig schlafen kann ich selten. Immer wieder träume ich von ihm und wache dann vollkommen verstört auf und bin erstmal total gelähmt. Es fällt mir einfach schwer meinen Alltag anzugehen. Mir ist alles mehr oder weniger egal geworden. Meine Freunde können sich nicht mehr anhören wie ich von ihm rumheule, deswegen erzähle ich es denen garnicht mehr wie es mir wirklich geht. Immer wieder der Satz " Was ? Du heulst immer noch jeden Tag?! Das ist aber nicht normal!" oder "Es lief doch sowieso schon länger nicht mehr zwischen euch, was bist du denn so traurig? Konntest dich doch schon drauf einstellen, das es zuende geht."
Ich weiß auch das meine Laune größtenteils von mir selber verursacht wird. Ich rede mir selber ein, das er toll ist und ich keinen anderen als ihn haben möchte. Aber ich weiß einfach nicht wie ich diese Gedanken stoppen soll.
Ich habe immer noch die Hoffnung er kommt wieder. Er ist ja schließlich immer wieder gekommen. Aber diesmal ist es anders. Wir waren noch nie so lange getrennt. Und das wird wohl leider diesmal so bleiben oder zum Glück?! Ich weiß es nicht.. Ich bin ja noch so jung & habe eigentlich garkeine Ahnung ob es noch intensivere Gefühle für jemanden zu fühlen gibt. Er war halt der erste, mit dem ich wirklich länger zusammen war. Und es fühlt sich so an als ob es nie wieder sowas geben würde. Was natürlich Schwachsinn ist. Ich geh mir selber auf den Sack mit meinem rumgejammere. Aber der Mensch fehlt mir einfach so unendlich. Jede meiner Freundinnen ist in einer festen Beziehung & wenn ich die dann frage was sie so treiben kommt " Ja ich liege mit meinem Schatzi im Bett oder wir kochen gleich was schönes und all sowas was Pärchen halt machen. Ja toll und ich bin allein. Ohne den Mann der mir soviel bedeutet. Einen Tag bin ich extra um die Zeit raus wenn er zur Arbeit muss, um ihn zu sehen. Er hat mich weder angeguckt oder zurück gegrüßt. Als ob man sich nie gekannt hätte und die letzen Jahre nicht gewesen wären :'( Selbst wenn man nicht darauf aus ist ihn zu sehen, sieht man ihn. Er ist ja fast mein Nachbar. Ich glaube es ist einfach noch nicht richtig angekommen bei mir.
Ich bin momentan allgemein ziemlich labil. Meine psychischen Probleme kommen noch dazu. Extreme Prüfungsangst, Versagensängste, Verlustängste und noch einiges mehr. Bin auch schon in Therapie deswegen. Darum sollte ich mich kümmern. Das weiß ich. Aber meistens liege ich einfach nur im Bett & bin traurig um die Beziehung.
Ich weiß einfach nicht wie ich das alles verarbeiten soll. Wie ich loslassen soll ? ..

27.03.2014 14:54 • #1


Fatal_Error


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man kann nur einfach jeden tag abwarten, der alles mehr in die vergangenheit rücken lässt und hoffen dass es nachlässt, was natürlich schwer ist wenn man sich ständig übern weg läuft. kommt mir bekannt vor...man muss mit kleinen schritten darauf hinarbeiten. es sind vielleicht lächerliche schritte für aussenstehende aber es kann helfen.
bin aber geschockt bei den vielen beiträgen hier, wieviele menschen sich gleich in die hände eines therapeuten begeben. auch finde ich es traurig wenn freunde von ihren beziehungsaktivitäten erzählen, wenn man sich doch eigentlich meldet um genau wegen dem thema abstand/unterstützung zu bekommen.

27.03.2014 17:50 • #2


Neja


Hallo aniiol

Zitat von aniiol:

Bin jetzt seit knapp 3 Wochen von meinem Freund getrennt & so gelitten hab ich echt noch nie.

3 Wochen sind ja noch gar nicht so lange her. Da ist alles noch ganz frisch und an jedem neuen Tag fühlt es sich an, als wäre es gerade erst passiert.

Zitat:
Richtig schlafen kann ich selten. Immer wieder träume ich von ihm und wache dann vollkommen verstört auf und bin erstmal total gelähmt. Es fällt mir einfach schwer meinen Alltag anzugehen. Mir ist alles mehr oder weniger egal geworden.

Das kenne ich auch noch.
Ich habe auch nichts mehr auf die Reihe bekommen und dabei hatte ich noch drei Kinder zu versorgen!
Geholfen haben mir die Gespräche mit meiner besten Freundin, das Verständnis meiner Kollegen, die Hilfe meiner großen Kinder... und das Schreiben hier.
Alles, was dich belastet, dich bekümmert, dir auf der Seele liegt und dich daran hindert, einem "normalen" Leben nachzugehen, muss raus, muss formuliert werden, in Worte gefasst und gleichzeitig darüber nachgedacht... Der Beginn deines Verarbeitungsprozesses.

Zitat:
Meine Freunde können sich nicht mehr anhören wie ich von ihm rumheule, deswegen erzähle ich es denen garnicht mehr wie es mir wirklich geht. Immer wieder der Satz " Was ? Du heulst immer noch jeden Tag?! Das ist aber nicht normal!" oder "Es lief doch sowieso schon länger nicht mehr zwischen euch, was bist du denn so traurig? Konntest dich doch schon drauf einstellen, das es zuende geht."

Das Problem kennt wohl fast jeder hier.
Du könntest darauf erwidern, dass dir deine Freunde leid tun, denn wenn sie nicht nachempfinden können, wie es dir geht, heißt das, dass sie noch niemals richtig Liebeskummer hatten und folglich wohl noch nie mit ganzem Herzen geliebt haben. Du solltest sie bedauern, statt von ihnen enttäuscht zu sein.
Aber dennoch: Wahre Freunde hören dir auch noch zu, wenn du die Geschichte ein tausendstes Mal erzählst und sprechen dir Mut zu.
Meine Freundin kannte Liebeskummer in der Dimension auch nicht, aber sie hatte Verständnis und trotzdem immer ein offenes Ohr für mich und meinte sogar, dass sie froh sei, so etwas nie erlebt haben zu müssen (sie ist seit über 25 Jahren glücklich verheiratet).
Zitat:
Ich habe immer noch die Hoffnung er kommt wieder. Er ist ja schließlich immer wieder gekommen

Solange du diese Hoffnungen hegst, wirst du nicht abschließen können.
Aber da deine Trennung noch so frisch ist, hast du auch noch gar nicht so richtig realisieren können, was da passiert ist und warum. Du bist geschockt. Und wenn ein Mensch unter Schock steht, ist der Körper voll und ganz damit beschäftigt, aus diesem Schockzustand wieder in den Normalzustand zu gelangen und kann sich deshalb nicht mit anderen Problemen auseinandersetzen.
Wenn du den Schock überwunden hast, beginne dich von den Hoffnungen zu lösen, denn sonst wirst du in der Position verharren und noch tiefer in den Sog geraten, der dich nach unten zieht.
Zitat:
Ich weiß einfach nicht wie ich das alles verarbeiten soll. Wie ich loslassen soll ? ..

Das braucht seine Zeit!
Verzweifle nicht und habe Geduld!
Es kommt der Tag, an dem du deine Lebensenergie wiederfindest und dein Leben neu gestalten kannst und willst.

Fühl dich gedrückt!

27.03.2014 17:56 • x 1 #3


aniiol


Hallo Neja,

also erstmal danke für die lieben Worte.
Ich weiß das alles seine Zeit braucht & ich fühl mich momentan wie ein kleines Mädchen mit meinem rumgeheule.
Aber ich weiß einfach oft nicht wohin mit all den Gefühlen. Ich schreibe ja schon Tagebuch privat und hier in dem Forum bin ich sehr aktiv. Ich gehe auch jeden Tag raus zu schule, zum sport und kümmer mich um meine Wohnungssuche. Aber das alles find ich einfach nur belastend. Das alles lenkt mich überhaupt nicht ab. Immer kreisen meine Gedanken um den typen. Ich denk mir warum trauerst du um den ?! Er hat dich die letzen 2 monate wie den letzten dreck behandelt. Der ist es überhaupt nicht wert, da noch eine einzige Träne nach zu weinen. Ich will nicht meinr kostbare Lebenszeit damit verschwenden jemanden zu betrauern der sowieso nicht der richtige sein wird. Wer weiß wen ich dabei übersehe ? Es ist einfach alles mega anstrengend. Und das alleine sein macht mich fertig.

27.03.2014 18:28 • #4


Markus1967


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Du bist noch soooooooooooooo jung, wirst noch soviel erleben. Ich bin jetzt 46. , wurde
auch gerade verlassen. Mit 21. wurde ich auch von meiner großen Liebe verlassen. Und jetzt
nach 15Jahren von meiner Frau. Das Leben kann hart und wieder schön sein.
Freunde müssen für einen da sein und nicht genervt.
Du musst aus gehen, unter Leute, daß hilft. Aber nicht, da wo ihr ihn gegangen seit.
Gehe mal da hin, wo du noch nie warst, wo du schon immer mal hin wolltest. Neues erkunden, daß
tut gut
l.g.

27.03.2014 18:55 • #5


Markus1967


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Diese seelischen herzzerreißend Schmerzen, kennt nur der, der bedingungslos geliebt hat und verlassen wurde.
Die, die genervt von einem sind, sollte man links liegen lassen. Traurig aber wahr..

27.03.2014 19:05 • #6


Markus1967


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Du bist noch soooooooooooooo jung, wirst noch soviel erleben. Ich bin jetzt 46. , wurde
auch gerade verlassen. Mit 21. wurde ich auch von meiner großen Liebe verlassen. Und jetzt
nach 15Jahren von meiner Frau. Das Leben kann hart und wieder schön sein.
Freunde müssen für einen da sein und nicht genervt.
Du musst aus gehen, unter Leute, daß hilft. Aber nicht, da wo ihr ihn gegangen seit.
Gehe mal da hin, wo du noch nie warst, wo du schon immer mal hin wolltest. Neues erkunden, daß
tut gut
l.g.

27.03.2014 19:16 • #7


aniiol


Ich hab ja immer noch den naiven Glauben wenn man verlassen wird, wars auch nicht die große Liebe. Denke wenn man wirklich zusammen gehört, kommt man auch wieder zusammen. Und wenn nicht weiß man ja woran man war.

27.03.2014 19:21 • #8


Neja


Zitat von aniiol:
Ich hab ja immer noch den naiven Glauben wenn man verlassen wird, wars auch nicht die große Liebe.


Na ja, ganz so sehe ich das nicht mehr.
Mittlerweile denke ich, dass jeder Mensch, der mich ein Stück auf meinem Lebensweg begleitet hat, seine Berechtigung hatte, dass es so sein musste. Und dass, wenn eine bestimmte Strecke zurückgelegt war, die Begleitung wechseln musste, weil diese nicht mehr mit mir Schritt halten konnte.
So schmerzhaft die Trennungen auch waren, so hinterließen sie in jedem Fall auch positive Spuren. Und nur so konnte ich dahin gelangen, wo ich heute bin.
Jeder für sich genommen und zu seiner Zeit, war für mich die große Liebe. Daran ändert sich nichts.
Aber um das so zu sehen, braucht man wohl einiges an Abstand und auch Lebenserfahrung.
Nichts ist für die Ewigkeit, aber alles hat eine Bedeutung zu seiner Zeit.

27.03.2014 19:50 • #9


Fatal_Error


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durchaus naiv aber wenn es hilft für den moment. jedoch wissen wir alle, liebe kommt und kann aber auch wieder verschwinden. auch die wahre liebe. so schmerzhaft es ist. viele paare leben dennoch weiter zusammen, weil keiner den schritt nach vorne ins ungewisse, in die veränderung wagen will.

27.03.2014 19:51 • #10


Neja


Zitat von Fatal_Error:
viele paare leben dennoch weiter zusammen, weil keiner den schritt nach vorne ins ungewisse, in die veränderung wagen will.


Es auch eine weitreichende Entscheidung und ein großer Schritt.
Nur, wer sich selbst einmal in solch einer Situation befand, weiß, wie sehr man mit sich hadert und dass man solch eine Entscheidung nicht leichtfertig treffen kann.

27.03.2014 19:54 • #11


Fatal_Error


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das stimmt natürlich aber sehe es oft wieviele menschen über monate oder jahre dieser entscheidung aus dem weg gehen....bin der meinung man sollte, natürlich wohl überlegt, immer daran denken die zeit gibt einem keiner wieder. es ist nie zu spät neu anzufangen. und ich muss mich nicht fragen: was wäre gewesen wenn...

27.03.2014 20:04 • #12


MissUnhappy


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huhu, deinem posting nach, geht es dir zur zeit wirklich mies...vielleicht kann ich dich dennoch ein wenig trösten oder zumindest ein paar gedankenanstöße geben:

Zitat:
Er ist ja schließlich immer wieder gekommen. Aber diesmal ist es anders. Wir waren noch nie so lange getrennt. Und das wird wohl leider diesmal so bleiben oder zum Glück?!

aber daran erkenne ich, dass du schon einen kleinen schritt weiter bist in deiner verarbeitung, da du durchaus langsam den gedanken zulässt, dass die trennung auch einen guten grund (dein glück, ein späteres glück irgendwann in der zukunft) für all das haben kann....

Zitat:
Ich weiß einfach nicht wie ich das alles verarbeiten soll. Wie ich loslassen soll ? ..

für mich steht außer frage, dass es eine der schrecklichsten prüfungen des lebens darstellt, etwas geliebtes (besonders einen geliebten menschen) loszulassen. allerdings denke ich, dass solche dinge, nie ohne grund geschehen....es hängt auch sehr viel davon ab, wie man eigentlich das ganze leben an sich betrachtet. klingt blöd, ist aber so.......man kann sich jetzt monatelang dem kummer über den verlust hingeben, sich an hoffnungen festklammern, die sowieso nicht sein sollten im moment......oder aber man akzeptiert mit der zeit, dass dies einfach nie der plan war. mir hilft es dabei sehr oft, den faden einfach weiter zu spinnen....ich zb. stecke auch gerade in einer sehr unschönen trennung...aber ich frag mich oft, wie es denn in 2,3 jahren hätte sein können und die beziehung vielleicht noch fester wäre mit hochzeit, kindern usw......dann ist man doch eigentlich schon froh, dass man rechtzeitig erkennen durfte, dass es einfach der falsche mensch war, oder?


oder vielleicht jetzt mal komplett philosophisch:
jeder mensch hat doch sein eigenes schicksal, seine eigenen lebensumstände und seinen eigenen lebensweg. gerade hier im forum fragen sich sehr viele, wie kann es dazu kommen, das gefühle einfach verschwinden...die liebe des freundes/mannes/frau einfach erlischt.....er/sie sogar fremdgeht, sich was neues sucht etc........meine meinung dazu ist, dass es wohl einfach irgendwie ein mechanismus ist, wenn es zeit ist, den weg nicht mehr gemeinsam gehen zu können, weil es einer weiterentwickung, einem von beiden oder sogar beiden , im weg stehen würde. ja, es ist grausam und brutal, aber würde man sich denn sonst wirklich los lösen?

Zitat:
Es ist einfach alles mega anstrengend. Und das alleine sein macht mich fertig.

vielleicht ist es aber im moment genau das, was dich am ende aber weiter bringt.

27.03.2014 20:08 • x 1 #13


Neja


Zitat von Fatal_Error:
das stimmt natürlich aber sehe es oft wieviele menschen über monate oder jahre dieser entscheidung aus dem weg gehen...


Ich selbst haderte Jaaahre, bevor ich meine Ehe nach über 22 Jahren beendete.
Aber mein damaliger Mann kannte die Gründe für meine Zweifel am Fortbestand der Ehe und hatte so die Chance, etwas dagegen zu tun (er hatte ein Alk.problem). Aber er verspielte die Chance, die ich ihm nicht nur einmal gab (ich bin ein sehr geduldiger Mensch ) und ich benötigte dann mittlerweile trotzdem schon einen Rettungsanker, um da herauszukommen.
Dass mich dieser "Rettungsanker" aber in dieses Forum führte, ist eine andere Geschichte...

27.03.2014 20:11 • #14


Fatal_Error


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die frage ist ja auch hadert man weil noch starke gefühle bzw. liebe im spiel sind oder wegen der gewohnheit, der sicherheit...letzteres ist eben oft der fall und die monate oder jahre vergehen.die zeit ist einfach fort..und versteh immer schwer wie solche leute diesen gedanken so lange verdrängen können oder nie hegen.

27.03.2014 20:20 • #15




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