Zitat von FireWoman:Zumindest klingt es für mich oft nicht nach einer eigenen Meinung, sondern nach einem Rat aus verbitterter Erfahrung.
Und das ist der Pudels Kern. Sie haben mit Betrug/Aggressivität/ etc. schlechte Erfahrungen gemacht. und zwar so schlechte Erfahrungen, dass sie in einer Blase gefangen sind. ...Die sie dafür schützen soll, noch einmal solch einen Fehler zu begehen. Da die Wunden noch offen sind, können und wollen sie einem anderen nicht raten; "hey versuch's noch mal mit Schema xyz.". Sie können und wollen auch nicht glauben, dass es bei anderen besser laufen könnte.
Manche haben auch selbst gewisse Anteile daran, dass die Beziehung ne Bruchlandung hingelegt hat. Ursache und Wirkung. Aktion und Reaktion. Wenn sie dann von Ratschlägen lesen, die eine solche Verbindung retten könnten, kriegen sie natürlich nen dicken Hals. ist nicht sooo angenehm, aus dem Selbstmitleid herausgerissen und auf eigene Unzulänglichkeiten gestupst zu werden.
Damit will ich keineswegs behaupten, dass diese Schreiber alle mutwillig gegen eine Beziehung gearbeitet haben. Manchmal sind einfach 2 Menschen aufeinander getroffen, die so wenig kompatibel sind, dass jede Aktion des Partners nur die schlimmste Reaktion in mir hervorrufen kann. Man muss auch einfach mal akzeptieren können, dass es nicht passt, egal, wie sehr man daran rumdoktort oder sich verbiegt (oder den Partner). Aber anscheinend nimmt man eine gescheiterte Beziehung gleich als persönliches Totalversagen auf ganzer Linie wahr.
Zitat von FireWoman:"Ist ein Narzisst, er/sie lügt sowieso ohne Ende, das wird sich nie ändern" etc.
Das ist immer so ein Zeitpunkt, an dem ich böses Zahnweh kriege.
Wenn der andere "krank" ist, hab ich ja nix falsch gemacht.
Manche betreiben hier auch gezielt "Rache by Proxy". Da sie ihrem eigenen Partner keinen reinwürgen konnten, soll das gefälligst der/die TE erledigen. Mit aller Härte und Konsequenz! Der/die soll heulen, wenn mein Kettenhund mit ihm/ihr fertig ist! Ha! Die mach ich fertig, die dumme S.au! Und wehe, der TE funktioniert nicht so, wie ich das will. Auf gut deutsch, jetzt ist auch noch die Waffe widerspenstig.
Dann ist der TE eine P.u.s.s.ie, die zu weich, zu schwach zu UNWÜRDIG ist. Zeig gefälligst Härte, ich will meinen Alten/die Alte leiden sehen! Wenn man auf so einen Menschen trifft, sollte man tatsächlich kein Mitleid walten lassen, sonst fühlen die sich bestätigt in ihrem gekränkten Stolz und ihrer Ohnmacht, so dass sie weiter machen.
Ganz ehrlich, wenn jemand allerdings so richtig in einer Partnerschaft Federn gelassen hat und noch nicht die Zeit hatte, zu reflektieren (man ist noch mit leiden beschäftigt), schreibt er natürlich, dass man von solch einer Verbindung Abstand halten soll. Alles andere erscheint ihm grob fahrlässig.
Nehmen wir meinen Partner, den ollen, irischen Bollerkopp. Von 0 auf 180 in sagenhaften 1,2 Sekunden. Hinreißend, aber laut.
Ich wäre auch noch nie auf die Idee gekommen, dass er gefährlich sein könnte, jedenfalls für mich. ..er ist halt laut! Und er hat so viele gute Eigenschaften, da kann ich ihn auch mal toben lassen. ...Ich beschäftige mich derweil mit meinem Aquarium oder zock halt ne Runde. Dabei setze ich das Headset auf. Natürlich würde ich bei solchen Beziehungsproblemen nicht einfach schreiben, verlass ihn. Ich tu es doch auch nicht.
Nun gibt es aber seine Ex, die mich inständig bekniet hatte, mich nicht auf ihn einzulassen. Erst im Laufe der Zeit verstand ich, dass sie weder aus Eifersucht torpedieren wollte, noch dass sie zu Übertreibungen neigt. Nur hatte sie echte Angst vor ihm gehabt. Richtige Angst., Was verständlich ist, bei ihrem Werdegang und der miesen Vita. Die ich so nicht gehabt hab. Die würde natürlich sofort raten, bei einem Hitzkopf die Reißleine zu ziehen. Zu recht, denn Angst vor dem Partner sollte man in einer Beziehung niemals dulden oder erdulden. Die Frau konnte sich für meinen Herzallerliebsten auch nicht "richtig" verhalten, weil sie es weder gelernt hat, noch überhaupt erbringen könnte. Die haben sich gegenseitig eher dazu gebracht, ihre schlimmsten Eigenschaften zu zeigen. Was nun mal passiert, wenn man so überhaupt kein Verständnis füreinander hat.
Und auch wenn mein Partner nie gewaltätig ihr gegenüber geworden ist, so hatte sie doch trotzdem aufrichtige Angst. Wie soll man denn in so einer Partnerschaft verbleiben? Sie konnte also gar nicht anders, als mir zu raten, schleunigst das Weite zu suchen. Wie soll sie denn verstehen, dass ich keine Angst habe und ihn dementsprechend zu nehmen weiß?