Zitat von Frühling1: . Ist das denn so schlimm dass ich das gerne gehabt hätte?
Veilleicht hatte er es eilig? Schon mal daran gedacht, dass andere Menschen auch ihr Leben haben? Du kommst offenar öfters in das Lokal, aber immer in Begleitung. Was soll er da denken? Und was tun? Er kommt ja gar nicht an Dich heran, selbst wenn er es wollte. Außerdem ist es natürlich unprofessionell wenn man über das Berufliche hinaus mit einem Gast spricht.
Wenn Du etwas willst, musst Du schon in die Gänge kommen.
Es kann natürlich alles sein. Er ist gebunden, durchaus möglich. Oder das Interesse ist einseitig? Ja, was soll man dann machen, dann ist es halt so.
Ich hatte mich vor x Jahren mal in einen Fotografen verknallt, der in meiner Arbeitsstätte Fotos machte. Irgendwie glaubte ich, er hätte Interesse. Nun ja, die Fotos waren gemacht, die Rechnung gestellt und ich sah ihh nicht mehr. Meine Gefühle fuhren Achterbahn, was könnte ich nur tun. Ich griff zum guten alten Brief, in dem ich einfach fragte, ob wir uns mal treffen könnten. Sonst nichts.
Ich wartete auf eine Antwort, die zunächst nicht kam. Erst nach einigen Tagen meldete er sich und sagte, er könne meinen Brief nicht einordnen. Au weh, das hörte sich nicht gut an. Ich sagte was von Sympathie und er ging darauf ein, ließ aber durchblicken, dass er eine Freundin hatte.
Eigentlich war es Blödsinn, sich mit ihm zu treffen, aber neugierig war ich doch. Und was erlebte ich? Einen eineinhalb-Stunden-Monolog, in dem er nur von sich berichtete. Seinem erfolgreichen Leben. seinen interesanten Aufträgen und er trinkt grundsätzlich keinen Alk., sondern bevorzugt Tee, aber natürlich nicht den billigen aus dem Supermarkt. Kaffee trinkt er auch n icht, seine Heilpraktikerin hat ihm davon abgeraten. Und die ist natürlich in Berlin. War klar, eine aus der Provinz kommt für diesen tollen Mann nicht in Frage. Er erzählte viel. Urlaube, in denen man mit dem LKW durch die Sahara fuhr, nix Pauschalurlaube.
Ich schaute ihn an mit einer Mischung aus Faszination und Widerwillen. Was für ein eitler Fatzke? Wie eingebildet und ichbezogen er sich darstellte?
Nun ja, das Treffen war für die Katz und eigentlich enttäuschend, denn das Bild das ich mir von ihm gemacht hatte, hielt der Realität nicht Stand. Aber es war auch erhellend, denn nun wusste ich Bescheid.
Was sagt Dir das? Wahrscheinlich nichts, außer dass Initiative nicht immer so belohnt wird, wie man hofft. Aber man kann Erkenntnis daraus ziehen und das ist auch schon was.
Und genauso gut hätte es anders ausgehen können. Aber das weiß man erst, wenn man gehandelt hat.