Katalina91
Gast
ich hab hier bereits ein Thread erstellt zu meiner Trennung vor 3 Monaten. Mittlerweile akzeptiere ich seine Entscheidung sich zu trennen und versuche mich damit abzufinden, dabei hilft mir dieses Forum, danke dafür! Natürlich habe ich oft genug wieder Tiefs und bin noch sehr gefühlsgeladen und schwanke: Entweder habe ich Wut und Hass auf ihn (eigentlich gut, mein Stolz und Selbstwert meldet sich zurück) und andererseits vermisse ich ihn zutiefst, trauere und habe Angst niemanden mehr zu finden bei dem es so harmoniert und ich mich so wohl fühle.
Aber mich beschäftigt noch ein anderes Thema rund um die Trennung und ich kann mich mit dieser Gefühlsregung manchmal selbst nicht leiden.
Ich bin jetzt in einem Alter (Mitte-Ende 20) bei dem sich mein gesamter Freundes- und Bekanntenkreis in einer Beziehung befindet und sich eine Partnerschaft fürs Leben aufbaut. Es folgen Hochzeiten, Hausbau, Kinder kriegen oder Weltreise mit dem Partner. Ungelogen jeder aus meinem Umfeld ist zurzeit vergeben. Umso schwerer fällt mir die Trennung nicht nur für mein eigenes "inneres" Leben, sondern auch für meine Zukunft als vorerst Single in meinem "äußeren" Leben, also in der "Pärchen-Gesellschaft". Ich fühl mich minderwertig, dass ich es nicht geschafft habe meinen Partner bei mir zu halten, mir auch was mit ihm aufzubauen, sondern jetzt als einzige wieder bei 0 anfangen muss. Ich habe sogar Angst die Nachricht der Trennung einigen Bekannten mitzuteilen, um nicht "schlechter" dazustehen, als Außenseiter, ihre Mitleidigen blicke zu bekommen.
Damit meine ich nicht, dass es einem als Single generell schlechter geht! Aber ich war glücklich in der Beziehung, mit meinem Ex-Freund und für mich kam dieTrennung von jetzt auf gleich. Er sagt in ihm sei was passiert, eine Art Quaterlifecrisis und er müsse sich erst mal finden um zu wissen wohin es in seinem Leben gehen soll. Und ich kenne mich so gut, dass ich genau weiß, dass ich mich nicht mehr ausleben will, Singleleben genießen will, sondern auch eine stabile zukunftsfähige Beziehung führen möchte. Ich weiß was ich im Beruf erreichen will und was ich privat erreichen will. Er kennt sich selbst noch kein Stück.
Ich habe leider einige Freunde die es nur noch im "Wir" gibt, die nur noch mit ihrem Partner aus dem Haus gehen, oder wenn man sie alleine trifft dann nur von ihrer Beziehung sprechen. Klar, sie sind glücklich und ihre Welt dreht sich um die Partnerschaft und das was die Zukunft mit dem Partner bringen soll. Und ich habe mich schon oft genug dabei ertappt Verabredungen mit diesen Freunden abzusagen, aus Angst dass ich eifersüchtig bin, weil meine Wunde gerade so tief ist. Natürlich gönne ich jedem sein Glück, aber gerade als frisch, unfreiwillig Verlassene fühlt es sich furchtbar an. In der Welt von Facebook und Instagram werden tagtäglich mehrere Pärchenfotos gepostet, was ich nebenbei gesagt sehr unreif, grässlich und profilierend finde (habe sowas nie gemacht), aber es tut mir weh. Ich hab das Gefühl alle kriegen es hin und ich hab versagt, bin nicht liebenswürdig genug dass er bei mir bleibt und ich ihn auf seinem Findungsprozess begleiten kann.
Und dieses Minderwertigkeitsgefühl führt dazu, dass ich bis auf meine Familie und eine Freundin (die in einer Beziehung ist, es aber gar nicht raushängen lässt) niemanden zur Ablenkung habe. Natürlich sind meine anderen "Wir"-Freunde auch alle lieb und nett wenn sie von der Trennung hören, dennoch wollen sie damit aber nicht in ihrem eigenen Glück gestört werden.
Wie geht ihr damit um? Wie förder ich ein gesundes "Ist nicht schlimm alleine zu sein, auch wenn ihr alle in der Liebe schwelgt"-Gefühl? Mit dem Kopf rede ich mir ständig alle Wahrheiten ein: Ich bleibe nicht ewig Single, ich bin auch toll ohne Mann an meiner Seite, ich bin genauso liebenswürdig wie vorher, den anderen kann das auch immer passieren, deren Leben hat nichts mit meinem zu tun, etc. Aber mein Herz schreit das Gegenteil.
Danke vorab schon mal für euren Rat und Beistand

, solange man selbst nicht glücklich ist als Single, hab ich bemerkt desto mehr achtet man auf alle kleinigkeiten, die uns aber nicht weiter bringen, damit meine ich freundschaftkreis wie es da aussieht, wie glücklich wer ist.