WildCamping
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ich fühle mich aktuell ziemlich in die Vergangenheit zurückversetzt und mir geht es nicht gut dabei.
Ich hoffe dass ich meine Gedankengänge halbwegs verständlich niederschreiben kann.
Ein paar Einblicke in mein bisheriges Beziehungsleben:
Ich hatte vor meiner aktuellen Beziehung eine Beziehung die ca. 7 Jahre dauerte.
Meine damalige Freundin lernte ich im Alter von 19 Jahren kennen. Ich hatte davor keine Beziehung.
Sie war damals sehr kurze Zeit von ihrem Ex Freund getrennt und hatte teilweise auch noch Kontakt zu diesem. Das hat mich anfangs sehr unsicher gemacht. Umso mehr habe ich mich bemüht alles "richtig" zu machen. Manchmal denke ich, ich habe mich dabei selbst verloren. Es fühlte sich immer so an als wäre ich nicht genug. Unser Sexleben war mehr oder weniger nicht Existent. Anfangs hatte ich sehr viel Interesse daran, und sie nicht, später genau anders herum. Mit der Zeit hat sich das ganze irgendwie um 180 Grad gedreht. Ich habe mich immer weiter von meiner damaligen Freundin zurückgezogen, habe ihr für alles die Schuld gegeben. Es war immer dieses Gefühl von: Ich habe so viel für dich getan, warum tust du das nicht auch für mich? Diese Schuldzuweisungen waren teilweise sehr verletzend. Zurückgezogen habe ich mich in Computerspielen. Dabei habe ich auch noch sehr viel Gewicht zugenommen, was mein Selbstwertgefühl weiter geschwächt hat. Irgendwie habe ich sie so lange abgestoßen, dass sie damals dann Schluss machte als sie einen neuen Mann kennengelernt hat. Anfangs gab ich ihr oder auch ihm die Schuld. Aber ich weiß dass ich einen Großteil davon selbst zu verantworten habe.
Nach dieser Trennung war ich ca. 2 Jahre Single. Ich habe in dieser Zeit ca. 30kg abgenommen, hatte einen neuen Job in einer komplett anderen Branche und war sehr aktiv. Es gab zwischendurch ein paar Kennenlernen und One Night Stands. Diese haben mein Selbstbewusstsein natürlich gestärkt.
Nun zu meiner "noch" aktuellen Beziehung:
Im Jahr 2020 lernte ich meine aktuelle Freundin kennen.
Auch sie war damals erst kurze Zeit von ihrem Ex Freund getrennt und hatte davor ein paar Ex Freunde und toxische Beziehungen (laut ihren Erzählungen). Anfangs war sie sehr zurückhaltend. Aber, wir haben nach den ersten 3 Treffen täglich gesehen, weil ich ab da quasi bei ihr wohnte. Sie wollte es, und ich auch. Rückblickend vielleicht zu schnell aber es war halt so. Zu dieser Zeit war dann auch noch Corona und wir waren zu jeder Tag und Nachtzeit zusammen. Aber es fühlte sich gut an.
Nach genau einem Jahr Beziehung fragte ich sie im Urlaub ob sie mich heiraten möchte. Wir sprachen öfter davon und von ihr wäre es auch ein großer Traum. Ihre Reaktion darauf hat mich ehrlich gesagt schon gekränkt. Es war eher so "echt jetzt?" oder "willst du mich eh nicht verarschen"?. Ich weiß nicht genau was, aber irgendwas hat das schon in mir ausgelöst. Ich habe aber mit der Zeit darüber hinweg gesehen mit dem Gedanken "vielleicht war sie einfach überrumpelt".
Aber auch in dieser Beziehung war dieses "ich muss was für sie tun" sehr stark ausgeprägt.
Wir unternahmen sehr viele Sachen. Ich half ihr zb. sehr oft bei der Stallarbeit, obwohl mir das definitv keinen Spaß machte und absolut nicht meins ist. Aber für mich war es irgendwie selbstverständlich dass ich meinen Partner unterstütze. Jedoch schlich sich da auch bei mir langsam das Gefühl von "irgendwie kommt da nix zurück" ein.
Sie war aufgrund ihrer psychischen Probleme auf Reha/Kur wie hier zu lesen: misstrauen-nach-der-kur-t73268-s30.html
Speziell nach dieser Zeit ging es bei mir bergab. Ich war gestresst von Arbeit, Studium, Haustieren, Haushalt, usw. Vermutlich habe ich sehr viel ausgeblendet.
Und da fingen auch wieder die Schuldzuweisungen meinerseits an. Ein paar Beispiele:
Wir haben beim Haus neue Fenster, Türen, Böden, Küche, etc. bekommen. Diese Arbeiten habe ich mehr oder weniger zwischen meiner normalen Arbeit, Studium und Haushalt erledigt. Als dann meistens spät Abends oder auch an den Wochenenden alles erledigt war, musste ich mich selbst darum kümmern noch etwas zu essen zu beschaffen (ich hatte keinen Bock mehr selbst zu kochen und griff so sehr oft zu Lieferdiensten was langfristig auch wieder zu Mehrgewicht führte). Ich gab ihr die Schuld für mein Mehrgewicht, dass ich während der Beziehung wieder aufgebaut habe.
Ich hatte während des Studiums für ca. 6 Monate ein Selbsterhalterstipendium erhalten und ging dabei 20 Stunden arbeiten. Das war damals eine Vorsichtsmaßnahme um mich nicht zu sehr zu überfordern. Als sie in Therapie war, war sie krank geschrieben und hatte somit auch ein sehr geringes Einkommen. Wir haben einen Hund der ein spezielles Futter benötigt, sie hatte auch noch ein Pferd dazu. Alles in allem waren die Reserven relativ schnell aufgebraucht und ich brach mein Stipendium ab und ging wieder Vollzeit arbeiten neben dem Studium damit wir über die Runden kommen.
Hier habe ich ihr dann später natürlich auch sehr viel Vorwürfe gemacht. Speziell deswegen weil ich fast alle laufenden Kosten tragen musste, obwohl bei ihr "Einiges an Geld" auf der Seite liegt, sie aber keinen Zugriff darauf hat weil ihre Eltern dass für später Vorgesehen haben für Hochzeit und Haus bauen usw.
Aus dieser Geldnot bzw. Angst davor alles nicht zu schaffen, auch später mal. Habe ich mich dann leider auch noch intensiv mit Trading beschäftigt, weil ich versuchte, irgendwie einen Ausweg zu finden. Diejenigen die aktiv traden, werden warscheinlich wissen dass das speziell am Anfang mit dem falschen Mindset nach hinten los gegangen ist.
Wenn wir gemeinsam unterwegs waren und ich einen Trade den ich beobachten wollte, dann verpasst habe gab ich ihr die Schuld dafür. Weil wir ja wieder irgendwas machen was sie unbedingt wollte und ich eigentlich keinen Bock darauf hatte.
Sie wollte unbedingt einen Pferdeanhänger. Nun musste natürlich auch ein KFZ angeschafft werden, dass diesen Anhänger ziehen kann. Ich schlug vor, einen stinknormalen VW Passat ohne großartige Ausstattung anzuschaffen. Sie wollte aber unbedingt ein sportliches Auto. Wir haben dann nach ungefähr 10 Besichtigungen einen Audi A4 S-Line von Privat gekauft. Dieses KFZ hat sich nach ca 6 Monaten als absoluter Reinfall erwiesen. Es ärgert mich bis heute dass ich ja gesagt habe zu diesem Auto und ich dann ihr wieder die Schuld gegeben habe, weil sie ja unbedingt ein sportliches Auto wollte, dass auch noch einen Pferdeanhänger samt Pferd ziehen kann und das Budget nicht sprengt.
Diese Teufelsspirale aus Schuldzuweisungen meinerseits ging immer weiter und weiter.
Ich wollte sie auf Biegen und Brechen verändern.
Mittlerweile ist es leider so bei mir, dass ich fast keine Kraft mehr habe irgendwas sinnvolles zu erledigen. Die Arbeit und auch mein Umfeld leidet darunter.
Speziell meine Freundin leidet darunter. Ich habe sie sehr oft sehr stark beleidigt.
Und aktuell fühlt sich alles exakt so an wie in meiner vorherigen Beziehung.
Der gemeinsame Hund den ich durch eine Trennung wieder aufgebe.
Sie, die sich langsam von mir entfernt weil sie diese verbalen Angriffe nicht mehr aushält.
Ich, der Typ für seine eigenen Probleme immer die Schuld bei anderen sucht.
Anfang 2026 begebe ich mich in psychologische Behandlung und Gesprächstherapie. Ich möchte etwas ändern.
Ich fühle mich wie ein Monster.
Diesen Text wollte ich nun mal niederschreiben. Wenn ich mein Gedankenkarussell halbwegs sortiert habe, werde ich weitere Gedanken niederschreiben.