@abraxas , die Steinzeit wird immer wieder gerne hergenommen, um soziale Phänomene zu begründen. Doch wirkliches Wissen haben wir darüber nicht. Im Gegenteil ist vieles von dem, was als vermeintliches Wissen verkauft wird, nur eine Rückprojektion heutiger Verhältnisse auf frei interpretierbare Artefakte.
Dennoch, auch wenn ich Deine geschichtliche Herleitung nicht teile , gebe ich Dir absolut Recht damit, dass Bindung und gerade die frühkindliche zum "artgerechten" dazu gehört. Und auch bei diesem Satz hast Du meine volle Zustimmung .
Zitat von Abraxas:Ich denke, viele erfahren diese ureigenen Entwicklungsschritte eines jeden Menschen nicht mehr und das schon seit Generationen.
In Bezug auf den vorliegenden Faden wäre jedoch m.E. zu trennen zwischen Menschen, die sich ein Familienprojekt vornehmen und jenen, die genau das nicht tun .
Geschichtlich gesehen ist ein Novum aufgetaucht. Menschen müssen heutzutage keine Familie mehr gründen und viele wollen es auch nicht. Andere sind aus dem Alter raus . Die haben bereits ein Projekt Familie gestemmt. Im besten Falle bis die Kinder flügge wurden . Doch was dann ? Welches Projekt schließt sich an ?
Gibt viele, die sich in der Phase wünschen , gemeinsam zu genießen und miteinander alt zu werden. Gibt aber auch viele, die bei der Vorstellung Beklemmungen kriegen. Weil sie sich zu jung fühlen , um ihr Leben in Richtung "...und irgendwann kommt das Altersheim" auszurichten .
Zitat von Abraxas:Verzweifelt wird versucht, noch irgendwie Bindung hinzukriegen, aufgeteilt auf viele, da keine richtig zu Stande gebracht werden kann mangels Lernerfahrungen in der frühen Kindheit. Alles unterbrochen, zerbrochen, zerrissen.
Ich weiss nicht, ob Verzweiflung hier der Treiber ist . Ich denke, am Anfang steht der Wunsch danach, etwas Neues zu (er)leben. Ein Leben, was nicht "von der Stange" ist.
Verzweiflung stellt sich ein , wenn der Versuch mißlingt und all das Ungare hochgespült wird . Gerade offene Beziehungen haben dazu ein sehr hohes Potential . Und so mancher landet statt im Happy End in einer späten Auseinandersetzung mit frühkindlichen Erfahrungen .