Hey @Kamille27 ,
ich finde deinen Struggle echt heftig. Ich kann mir auch echt vorstellen, dass das nicht einfach für dich ist, und möchte das einfach mal anerkennen. Geh den Weg weiter.
Von mir ein paar unsortierte Gedanken zu deinem Thema, teils waren sie schon da:
1. Es ist nicht möglich, dich durch Kontrolle zu verhindern, dass dein Partner dir fremdgeht. Es gibt auch keine Marker, die man in einer Kennenlernphase abklopfen könnte, die dir in der Hinsicht Sicherheit geben könnten. Es gibt in der Hinsicht keine Sicherheit und keine Eindeutigkeit.
Beziehungen enden, Menschen betrügen, von denen wir das nie erwartet hätten.
Was ein Problem ist, weil ein Betrug o.ä. durchaus traumatisch sein können. Ich denke, das ist letztlich das eizige, was wir wirklich tun können, in uns selber die Stärke aufbauen, dass wir damit notfalls umgehen könnten.
2. Letztlich versuchst du, Partner nach Zeichen für promiskuitives Verhalten auszusieben. Hier ist, wie bei allen Markern, die Frage, wie fein man siebt. Siebst du zu grob, bekommst du zu viele falsch negative Befunden, siebst du zu fein, bekommt du zu viele falsch postitive Befunde. Ohne letztlich 100% Sicherheit zu bekommen, außer natürlich du siebst so fein, dass ALLE rausfallen.
Mir (und scheinbar vielen anderen) kommt es so vor, als würdest du augenblicklich zu fein sieben. Ich möchte dich einladen, dir nochmal anzuschauen, was du genau für Marker anlegst, und ob diese Marker wirklich das messen, was du wissen willst, ob sie realistisch sind usw.
3. In diesem Thema besprichst du 2 Marker: Muss das Handy von Exdates säubern, darf keine promiskuitiven Fantasieen haben.
Dazu fällt mir zum einen ein, dass die beiden Marker ja nicht das Verhalten messen, das du vermeiden willst, nämlich das Fremdgehen. Beide Dinge führen auch nicht notwendigerweise zum Fremdgehen. Insofern ist es die Frage, wie aussagekräftig und sinnvoll die beiden Marker sind.
Zum anderen kommt mir das Wort "steril" in den Sinn. Ich denke, es gibt überhaupt nicht viele Männer, die nicht gelegentlich davon fantaiseren, mehr als eine Frau zu beglücken, oder die sonst irgendwelche nichtblümchenhafte Fantasieen bezüglich Sex haben. Genauso wurde schon genannt, dass es nicht viele Menschen gibt, die nicht irgendwelche Karteileichen in ihren Kontakten haben. Wie wenn ich sagen würde: Ich möchte einen Partner, der nicht pfurzt. Das finde ich eklig. Kann man sich schon wünschen, wie realistisch das ist, ist die andere Frage. Bzw. kann ich davon ausgehen, dass auch Partner, die ich kennenlerne, die behaupten, es nicht zu tun, es ziemlich sicher doch tun.
4. Dass dein Partner nicht dein Therapeut sein kann, wurde schon gesagt, und von dir auch so bestätigt. Dass du dir Unterstützung erhoffst, ist auch klar und auch sicher in Ordnung.
Ich frage mich nur, wie realistisch das an welcher Stelle ist:
Beim Löschen des Kontaktes ist letztlich dein Vorwurf, dass er nicht gründlich genug vorgegangen ist. Er hat es aber wirklich nur dir zuliebe getan, ich denke, da könnte man schon Verständnis haben, wenn er etwas nachlässig war.
Und beim Nennen seiner Fantasieen das gleiche. Nein, er muss nicht wissen, was dich warum wie stark triggert. "Man" kann sowas auch zu einem Menschen mit Unsicherheitsthema sagen. Es ist DEIN Trigger. DU musst damit umgehen. Das für immer von dir fernhalten wird nicht funktionieren.
5. Du verlangst, dass du in einer Beziehung so wie du nunmal bist, mit deinen Ängsten und Unsicherheiten angenommen und unterstützt wirst. Genauso will aber doch auch dein Partner mit seinen Fehlern, schmutzigen Fantatsieen und Nachlässigkeiten von dir angenommen werden. Das versagst du ihm, und da wirds unsymmetrisch.