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Angst Trennung durchzuziehen

Jill1983

Jill1983
Mitglied

Beiträge:
23
Themen:
1
Danke erhalten:
23
Mitglied seit:
Hallo , ich habe mich hier angemeldet, weil ich mir den Frust von der Seele schreiben muss. Ich bin mit meinem Mann seit 16 Jahren zusammen und seit 7 Jahren verheiratet . Wir haben zwei Kinder . Seit ca. 4 Jahren läuft es richtig schlecht, wir streiten nur noch , meinerseits sind keine Gefühle mehr da, das hat sich alles so zugespitzt ich bin total unglücklich, aber ich traue mich nicht die Trennung durchzuziehen. Ich weiß es ist besser so , aber ich habe Angst das alles nicht zu schaffen . Ich will aber wieder glücklich sein mich evtl neu verlieben, nicht ständig streiten
Heute hab es wieder einen riesen Streit und das vor den Kindern.
ich weiß ich muss mich trennen bin aber zu feige.
Ist es euch auch so schwer gefallen
liebe Grüße

x 1 #1


D
Hey,

du klingst gerade richtig erschöpft, und das kann ich total verstehen. 16 Jahre Beziehung, zwei Kinder, ein gemeinsames Alltagssystem – da trennt man sich nicht einfach, nur weil es schlecht läuft. Dass du Angst hast, ist völlig normal. Das hat nichts mit Feigheit zu tun, sondern damit, dass du weißt, was alles dranhängt.

Viele hier kennen genau das: Man merkt, dass die Gefühle weg sind, dass der Streit alles auffrisst, aber der Schritt raus fühlt sich riesig an. Und gleichzeitig macht einen der Zustand, wie er jetzt ist, kaputt. Vor allem, wenn die Kinder das mitbekommen.

Du wirkst aber sehr klar darin, was du willst: Ruhe, weniger Streit, wieder ein Leben, in dem du dich wohlfühlst. Und wenn du schon sagst, dass du seit Jahren unglücklich bist, dann ist das ein Zeichen, das man ernst nehmen muss.
Vielleicht musst du nicht sofort alles auf einmal entscheiden. Manchmal hilft es, erstmal kleine Schritte zu gehen: mit jemandem reden, sich beraten lassen, sich Gedanken machen, wie ein getrenntes Leben aussehen könnte. Das nimmt oft schon etwas Druck raus.

Und ja – vielen fällt es schwer. Sehr schwer sogar. Aber fast alle sagen später, dass der schlimmste Teil die Zeit vor der Entscheidung war. Danach wird es nicht sofort leicht, aber es wird klarer.
Du bist nicht feige. Du bist einfach an einem Punkt, an dem du lange durchgehalten hast und jetzt merkst, dass es so nicht mehr geht.

Viele Grüße
Dennis

x 8 #2


A


Angst Trennung durchzuziehen

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FrauDrachin
Zitat von Jill1983:
ich weiß ich muss mich trennen bin aber zu feige.

Ich lass dir erst mal einen Knuddler da.
Und nein, du bist nicht feige. Ich behaupte mal, es gibt kaum jemanden, dem dieser Weg leicht fällt, und der keine Angst davor hat, wie es weitergeht.
Was sehr gut ist: Du hast schon eine Vision, was du dir für deine Zukunft erhoffst.
Mach dir immer wieder klar, welchen Schritt du gehen musst, damit diese Zukunft auch wahr werden kann.

Und dann mach kleine Schritte.
Eröffne ein eigenes Konto, wenn du keines hast. Leite Schritte in die Wege, wie du auf eigenen Füßen stehen kannst, vielleicht magst du die Arbeit aufstocken. Melde dein Auto auf dich selber an. Lass dich anwaltlich beraten. Sag deinem Mann bei Gelegenheit, dass du so nicht weitermachen kannst.

x 5 #3


T
@Jill1983 hallo , ich weiß nicht ob Ich Dir eine Hilfe sein kann, denn bei Mir war es umgekehrt. Mein Mann hat sich von Mir getrennt. Aber Ich lese heraus das Du schon fest entschlossen bist. Worüber streitet Ihr denn? Und habt Ihr mal über die Probleme gesprochen? Wenn es so sein sollte, und Es sich einfach nicht bessert, dann kann Ich deinen Entschluss verstehen.

#4


Jill1983
@Dennis1982
Hallo Dennis , danke für deine lieben Worte. So wie du schreibst gehe ich davon aus das du das ganze schon hinter dir hast. Es ist halt echt schwer den endgültigen Schlussstrich zu ziehen , habe auch schon mehrfach mit meinem Mann gesprochen, aber er will an der Beziehung festhalten, denke aus Bequemlichkeit. Aber ich will das nicht . Auch für die Kinder ist es nicht gut immer diese Auseinandersetzungen .

x 1 #5


Jill1983
@FrauDrachin
Danke für deine lieben Worte, du hast recht ich muss mich unabhängiger machen. Habe auch schon einen Termin bei einer Lebensberatung ausgemacht

x 1 #6


D
@Jill1983

Hi Jill,

ja, ich hab das Ganze leider schon hinter mir. Und glaub mir, ich weiß genau, wie schwer dieser Schritt ist. Man sitzt da, weiß eigentlich längst, dass es so nicht weitergeht, aber der Gedanke an die Konsequenzen macht einen komplett fertig. Das ist nichts, was man „mal eben“ entscheidet.

Dass dein Mann festhalten will, kenne ich auch. Bei mir war es ähnlich – nicht aus großer Liebe, sondern eher aus Gewohnheit, Angst vor Veränderung und weil der Alltag so eingespielt war. Aber das ändert nichts daran, dass du für dich gemerkt hast, dass es nicht mehr geht. Und das ist wichtig.

Was du über die Kinder schreibst, trifft es leider auch: Dieses ständige Streiten, die Spannung im Haus – das macht auf Dauer alle kaputt. Bei mir war das irgendwann der Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass „zusammenbleiben um der Kinder willen“ am Ende genau das Gegenteil bewirkt.

Ich kann dir nur sagen: Der Schritt selbst ist schwer, aber danach wird es Stück für Stück leichter. Nicht sofort, nicht ohne Chaos, aber es kommt Ruhe rein. Und man merkt irgendwann, wie viel Last man die ganze Zeit mit sich rumgeschleppt hat.
Du bist nicht allein mit diesem Gefühl. Und du bist auch nicht feige. Du bist einfach an einem Punkt, an dem du lange gekämpft hast und jetzt merkst, dass du selbst wieder atmen musst.

Liebe Grüße
Dennis

x 2 #7


FrauDrachin
Zitat von Jill1983:
Habe auch schon einen Termin bei einer Lebensberatung ausgemacht

Grundsätzlich gute Idee...
Klingt nur etwas esoterisch, ich hoffe, es ist was bodenständiges?

x 1 #8


Jill1983
@FrauDrachin

Ne ist gar nicht Esoterisch 😅. Kann auch sein das es anderes heist und ich den Namen falsch im Kopf habe . Ist von der Caritas und die machen zb auch Paarberatung , aber eine Paarberatung bzw. Therapie kommt für mich nicht mehr in Frage

x 1 #9


Jill1983
@Dennis1982
Wie ist denn das Verhältnis zu deiner Ex-Frau mittlerweile ? Leben deine Kinder bei dir oder bei deiner Ex-Frau

#10


D
@Jill1983

mittlerweile ist das Verhältnis okay – nicht freundschaftlich, aber neutral. Wir reden eigentlich nur über die Kinder und alles, was organisatorisch wichtig ist. Das funktioniert ganz gut, weil wir beide wissen, dass es für die Kids am besten ist, wenn wir da klar bleiben.

Die Kinder wechseln jede Woche. Immer sonntagabends gehen sie zum anderen Elternteil. Das gibt beiden Seiten feste Strukturen und den Kindern Sicherheit. Am Anfang war das ungewohnt, aber inzwischen läuft es wirklich stabil.

Viele Grüße
Dennis

#11


Blind-Meg
Zitat von Jill1983:
ich weiß ich muss mich trennen bin aber zu feige.
Ist es euch auch so schwer gefallen

Ja, es fiel sauschwer.
Bei mir dauerte die Phase, in der eine Trennung als realistische Option erschien, sicher 2 Jahre. In diesen 2 Jahren war ich hin- und hergerissen, soll ich mich wirklich trennen oder nicht? Wie würde das werden? Kann ich es mir überhaupt leisten? Will ich das wirklich? Habe ich alles versucht? Hat es wirklich keinen Sinn mehr?
Dann folgte eine weitere Phase vo nochmal 6 Montaen, in der ich mir sicher war, dass ich mich trennen werde, es aber noch nicht gemacht habe. Ich habe schon Vorkerhrungen getroffen (zB Möbel aus dem Haus meiner Mutter gesichert, die zu der Zeit aus ihrem Haus in eine Pflegeeinrichtung umgezogen ist), habe aber die Trennung noch nicht final ausgesprochen.
Lange Zeit habe ich auf eine einvernehmliche Trennung gehofft bzw hatte Angst, die Trennung alleine zu entscheiden. Erst als ich eingesehen habe, dass ich keine einvernehmliche Trennung nicht den "Segen" meines Ex bekommen werde,konnte ich es durchziehen und die Trennung aussprechen.
Danach haben wir noch 5 Monate zusammen gewohnt, weil ich ja erstmal eine Wohnung finden musste, und zwar im selben Stadtteil wegen unserer damals 9jährigen Tochter. Diese Monate waren emotional sehr fordernd, aber innerlich von großer Klarheit und auch Vorfreude geprägt. In dieser Zeit habe ich zugleich auch noch meine Mutter beerdigt, das Haus in dem meine Mutter lebte (das mir bereits gehört hatte und leider 80km entfernt von mir war), entrümpelt und verkauft und ich bin von der Anstellung in die Selbstständigkeit übergegangen (im selben Unternehmen) und habe 95.000Euro Schulden dafür gemacht. Alleine, ohne meinen damals-noch-Mann. Ich weiß nicht mehr, wie ich diese Zeit überhaupt überstanden habe. Es war wirklich, wirklich krass. Und dennoch, erstaunlicherweise, würde ich es nochmal genau so machen, wenn ich in der Situation wäre. Das alles war besser als in einer hoffnungslosen Ehe zu verbleiben.
Rückblickend würde ich also sagen: das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Die ich gerne auch schon ein paar Jahre früher hätte treffen können. Aber ich nehme es mir nicht übel, dass ich so lange gebraucht habe.
Eine Freundin, die zu der Zeit schon getrennt war, hat gesagt "Irgendwann kannst du nicht mehr anders" und das stimmte.

Was ich dir damit sagen möchte: ja es ist verdammt schwer und ja es ist verdammt normal, dass du diese Entscheidung nicht leichtfertig trifft, und ja es ist auch normal, dass du meinst, die Zustimmung deines Mannes zu benötigen bzw sie erhoffst und meinst, dadurch würde es leichter. Die Sache ist: es wird nicht leichter dadurch. Denn alle Schritte, die du und ihr bei einer einseitigen Trennung gehen müsst, müsst ihr genauso bei einer einvernehmlichen Trennung gehen. Es muss so oder so geklärt werden, wer was bekommt, wer wo wie wohnt, was mit den Kindern ist und so weiter.

Und noch was: ich sehe es inzwischen als eine positive Vorbild-Wirkung auf mein Kind, dass ich mich getrennt habe. Viel positiver, ihr zu zeigen, dass man auch große Veränderungen stemmen kann und Risiken eingehen kann und dass alles besser ist als in einer unglücklichen Beziehung zu bleiben. Damit bin ich ihr ein besseres Vorbild als wenn ich "dem Kind zuliebe" geblieben wäre und emotional noch weiter verhungert wäre. Denn sowas möchte ich ihr nicht als Modell für "so geht Beziehung" mitgeben. Dann lieber eine Trennung zumuten, ein paar schwere Monate und danach aber frei und zufrieden sein.
Gerade wenn du eine oder gar zwei Töchter hast: überleg dirn gut welche Botschaft du ihr für ihr eigenes Beziehungsleben mitgeben möchtest.

Ich wünsche dir viel Kraft.

x 7 #12


Jill1983
@Blind-Meg
Danke für deinen Beitrag.
Du hast ja echt sehr viel Stärke bewiesen, das alles so durchzuziehen.
ich merke auch , das ich dass nicht mehr lange durchhalte bzw. aushalte ich denke irgendwann wird der Leidensdruck so groß sein, dass ich es durchziehe

x 2 #13


Blind-Meg
Zitat von Jill1983:
@Blind-Meg Danke für deinen Beitrag. Du hast ja echt sehr viel Stärke bewiesen, das alles so durchzuziehen. ich merke auch , das ich dass nicht ...

Genau.
"Irgendwann kannst du nicht mehr anders"
Weise Worte.

x 2 #14


Inexplicitus
@Jill1983
Hi Jill

Zunächst einmal würde ich Ängste hinsichtlich Deines Unterfangens ablegen, Du wärst nicht die erste die diesen Schritt angeht. Wenn die Luft raus ist, ist sie nunmal raus. Das Du Dir externe Beratungshilfe gesucht hast, ist schon ein wichtiger und auch richtiger Schritt. Jedoch viel wichtiger ist jetzt, das Deinem NM zu kommunizieren, ohne wenn und aber. Jedoch auf einer objektiven und sachlichen Ebene, ohne Streit bedingt durch Euer kindlich nicht erwachsenes und unverantwortliches Fehlverhalten den Kindern gegenüber. Wer seinen Streit offen vor den Kindern austrägt, der ist weder für Beziehungen noch für ehen tauglich. Hier mangelt es Euch beiden an Reife und Fürsorge den Kindern gegenüber. Das sind Schutzbefohlene, und sollten nicht bei solchen Eskalationen anwesend sein.

Bringt die Kinder für einen Tag weg, und dann setzt Euch an einen Tisch. Hier musst Du das Ruder in die Hand nehmen und das Gespräch lenken. Lass Dich nicht provozieren, EGAL wie er reagiert, und trage Dein Anliegen und Deine Absichten vor. Mach ihm klar, das Deine Gefühle erkaltet sind, und Du keine Zukunft mehr für den Fortbestand Eurer Ehe siehst. Solltest Du Dir das nicht zutrauen, würde ich vorschlagen das Du einen Eurer Eltern einweihst und darum bittest, an dem Gespräch als Schlichter mit anwesend zu sein. Sollte das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, bitte die Caritas um Rat evtl. um Beistand. Ansonsten irgendjemanden der Eure Lage kennt. Eine räumliche Trennung wäre auch von Vorteil, damit jeder seinen eigenen Rückzugsraum hat.

Räume Euch beiden Freiraum ein, indem Du Abstand durch verlassen der Vier Wände herbeiführst. Evtl. kannst Du bei einer Freundin übernachten, damit jeder von Euch beiden Zeit hat für sich selbst alles einmal zu verarbeiten, ohne das es zu Konfrontationen kommt. Handy aus, oder zumindest ihn auf Lautlos stellen, kann auch beim Distanzieren helfen.

LG

#15


A


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