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Angst zu vertrauen

Ehemaliger User

Hmmm... wohl nicht ein ganz einfaches Thema, aber dennoch von vielen hier ein ständiger Begleiter, durch ein Gespräch was ich heute führte, kam ich dazu diese Zeilen zu schreiben, in der Hoffnung das derjenige sie lesen wird und auch verstehen wird....und andere auch.

Vertrauen fassen - immer wieder die Angst vor der vergeblichen Investition der Gefühle überwinden.
Wem kann ich vertrauen? Durch Vertrauen liefere ich mich dem aus, dem ich vertraue; das macht Angst - aber Vertrauen nimmt dieser Angst ihre Kraft.

Mißverständnisse erkennen und klären.
Sich aussprechen, ohne zu zerstören.
Vergeben statt anklagen; locken statt fordern.
Lieben ist schwer. Lieben heißt leben.


Nur wer die Angst verliert hat ein Leben, denn nur in Angst und ohne den Versuch zu wagen, zu vertrauen,  ist kein leben.

Verliert nicht den Mut es wieder zu versuchen, zu vertrauen und wenn ich Vertrauen habe, dann verliere ich auch langsam die Angst.
Ich wünsche euch allen das es euch gelingt, das eine sowie das andere....

Feechen




04.07.2003 21:06 • #1


Ehemaliger User

Hallo,

ich möchte noch hinzufügen, daß es mit dem Vertrauen ähnlich wie mit der Liebe ist, bzw. sein sollte: Man schenkt es. Am besten mit wenig Erwartungen. Es heißt nicht umsonst "Vertrauen schenken".

Warum?

Damit man nicht zu sehr enttäuscht ist wenn das Vertrauen mißbraucht wird. Damit man sehr positiv überrascht ist wenn es erwidert wird. Und damit man immer wieder Vertrauen schenken kann. Denn ohne das ist, wie Feechen schon andeutete, das Leben nicht erträglich.
Ein wenig Menschenkenntnis sollte man sich allerdings schon aneignen, damit man nicht andauernd auf die Schnauze fällt

cu

05.07.2003 15:48 • #2


Ehemaliger User

Feechen, …

Ja: so ist es. Der Sprung dahin fällt manchmal so schwer, der Druck, dieses Vertrauen zu schenken lastet manchmal mächtig und die Angst es zu wagen scheint einen die Luft zu nehmen.
Dennoch!
Dennoch – danke – ist Vertrauen ein Geschenk! Und es lohnt, es dem Menschen zum Präsent zu machen, dem es zusteht, dem es gewidmet ist.
Und das mit dem „auf die Schnauze fallen“ sollte nicht davon abhalten, es zu „riskieren“, denn nur bei Menschen mit schlechte Gesinnung kann es zu einer Waffe werden. Die gut gesinnte Menschen dagegen werden sich eher geehrt fühlen und es dankbar entgegennehmen.
Ja Feechen: ein Leben ohne Vertrauen ist ein Leben ohne Liebe! Und ohne diese Begleiter ist dieses Leben nichts wert!

Danke für diese Worte!

Dom

05.07.2003 17:00 • #3


Ehemaliger User

Liebes feechen,

Vertrauen heisst doch zu leben, statt vor sich hinzuvegetieren. Die Angst davor, Vertrauen zu schenken, legt uns in Ketten und lässt uns vereinsamen.

Wer immerzu nur in der Vergangenheit lebt, und die begangenen Fehler und den erlittenen Schmerz sieht, wird sich niemals frei von der Angst machen können.

Man muss nach vorne schauen, sich öffnen, etwas riskieren, dem anderen entgegenkommen und ihm Vertrauen schenken, um wieder leben und lieben zu können.

Es geht nur mit Vertrauen, mit dem Mut und dem Glauben daran, dass man es gemeinsam mit einem Partner schaffen kann, alte Verletzungen zu heilen.

Die Angst davor, wieder verletzt zu werden, wird zunächst einmal da sein, aber nur wenn man jemandem das Vertrauen schenkt, wird man erfahren, dass es nicht immer so sein wird, dass man wieder verletzt wird.

Wenn ich zB eine Rose möchte, sie aber nur mit Handschuhen anfasse, weil mich die Dornen ja verletzen könnten oder ich der Rose vielleicht Schaden zufüge, dann werde ich diese Rose niemals wirklich fühlen können.

Die Rose aus der Ferne zu betrachten, nur weil man Angst hat, man könnte sich selbst oder der Rose weh tun ist der falsche Weg.

Man muss Vertrauen haben, in sich selbst und in den anderen, um die Liebe zulassen zu können.

Man muss daran glauben, dass Menschen verzeihen, sich ändern oder anders sein können.

Zu lieben heisst zu vertrauen, Liebe ist Vertrauen in die eigenen Gefühle, den anderen so annehmen wie er ist, ohne ihn verletzen zu wollen.

Angst vor den eigenen Gefühlen, und Angst davor, jemandem wieder Vertrauen zu schenken macht uns hart und kalt, und nimmt uns die Möglichkeit wirklich zu leben.

Die Angst uns zu verlieren, vom Partner eventuell vernichtet zu werden wird unser eigenes Grab sein, wenn wir immer wieder Grenzen ziehen um uns selbst zu schützen.

Ich weiss, es ist schwer, wieder Vertrauen zu schenken, doch man muss den Mut dazu aufbringen, sonst werden wir für immer in unserer Angst gefangen sein und letztendlich wird uns diese Angst innerlich zerstören, und wir werden an ihr zerbrechen.

Ich für meinen Teil weiss, dass ich immer wieder Vertrauen schenken würde, denn ich will nicht in einem Gefängnis aus alten Wunden, Schmerz und Angst leben müssen.

Nur wenn ich vertraue, kann ich leben und lieben, und die Kraft und der Mut dazu,  gepaart mit ein wenig Vorsicht steckt in allen von uns.


Ich schenke euch ein wenig von meiner Zuversicht, und wünsche euch den Mut, die Angst zu vergessen, eure Fesseln abzustreifen, um die Liebe wieder in euer Leben eintreten zu lassen.


Liebe Grüsse

Thilde

05.07.2003 17:26 • x 1 #4


Ehemaliger User

hallo @all,

ja was für ein geniales thema!!!! VERTRAUEN, auch eines meiner wohl grössten probs, denn es wurde in grund und boden getreten und zerstört.

früher war ich ein mensch der leistete jedem den ich kennen lernte erst einmal eine riesen portion vertrauensvorschuss, heute muss man mich erst aus dem schneckenhaus locken um nur annähernd das zu erreichen was ich damals grosszügig verschenkte.

und das vertrauen und angst zusammen hängen das habe ich auch bemerkt.

ich denke wenn vertrauen erst einmal aufs gröbste missbraucht wurde dann hat das grosse wunden gerissen die langsam heilen, sehr langsam. der ganze schmerz, die schlaflosen nächte mit dem dicken WARUM im kopf kann man nicht einfach beiseite legen, wegwischen, die sind da und ich denke es hat auch etwas für sich. man schaut genauer hin. natürlich würde ich es mehr begrüssen wenn ich noch immer einfach so auf menschen zustürmen könnte wie früher, aber mich hat die trennung auch mehr gelehrt als der vertrauensmissbrauch durch den EX, fast alle menschen aussen herum die mich jahrelang begleitet haben, haben mein vertrauen mit missbraucht, sie sind einfach abgewandert, nennt man wohl falsche freunde. eine harte lektion im leben, die mir gern erspart geblieben wäre. aber ich merke einfach dass das vorsichtige herantasten, das genauer hinschauen auch etwas für sich hat. warum hat es etwas für sich, ich glaube (den habe ich noch nicht aufgegeben!) dass das was ich jetzt eingehe an beziehungen sprich auch freundschaften einfach ehrlich ist, ehrlich deshalb weil diese menschen mich nicht strahlend erleben, ich nicht immer als pausenclown tätig bin, mit nem coolen gag auf der lippe (naja kommt schon auch mal vor aber eher seltener als früher) und DIESE menschen es gerade sind, die MIR jetzt ihren vertrauensvorschuss leisten. weil ich in meinem schneckehaus sitze und meine fühler nur minimal ausgefahren sind. und indem sie mich da heraus locken zeigen sie mir wie vertrauen wieder aussehen kann. früher konnte ich nie und niemals irgendwie den satz 'ich brauche hilfe' sagen, war immer nur der seelenmülleimer aller mich umgebenden leute. heute muss ich lernen zu sagen 'help', neue erfahrung!, weil mir mit G. der boden (netz) unter den füssen weggezogen wurde. ich gehe das sehr behutsam an, prüfe, schaue ob ich ein klein wenig halt bekomme und traue mich evtl. immer weiter heraus. mal sehen wie das 'experiment' ausgeht......keine ahnung - open end. es macht mir auch angst, aber diesen zustand bin ich durch meine angst-attacken  gewohnt und da wo die angst ist, da ist der weg!!!

im augenblick renne ich wie auf eiern durch mein neues leben und merke ich muss noch soviel lernen, neu lernen da verschütt gegangen, neu lernen weil zerbrochen. aber wenn ich das zerbrochene vertrauen als kaputte vase betrachte dann werde ich die scherben zusammen kehren, sie in den abfall schmeissen und mir eine neue vase basteln, denke das ist der härtere weg aber die alte vase würde nie wieder die werden, die sie einmal war, also wenn ich schon dabei bin und energie und zeit aufbringe, dann gleich was neues nach meiner form. mal sehen ob es gelingt.

ich werde dies beginnen mit den menschen die mir hier langsam ans herz wachsen weil ich weiss sie sind von der fraktion die mir nicht weh tun wird und danach schaue ich mal was so da draussen los ist, bis dahin braucht es aber noch einige zeit und geduld.

und ohne vertrauen im leben denke ich ist man ziemlich allein und verlassen auf dieser welt. und ich HASSE alleinsein, was nicht gleich zu setzen ist damit dass ich mir demnächste nen typen angel weil ich mich so allein in meinem bett fühle, an diesen zustand habe ich mich mittlerweile gewöhnt und ich kann auch jetzt und hier schon sagen ich schaue lieber allein in meinem bett blöde tv als einen schnarchsack neben mir liegen zu haben, bei dem es mir die fussnägel hochrollt....  :-). ich denke ich brauche erst einmal freunde, denn freunde können einen, wenn es wirkliche freunde sind, ein leben lang begleiten, beziehungen, wie wir alle hier gelernt haben, sind vergänglich. WIRKLICHE freunde packen nicht einfach sang- und klanglos ihre sachen zusammen, verletzen einen bis aufs messer und treten zum schluss noch einmal oben drauf.

so nun genug philosopiert

sabs

05.07.2003 18:00 • #5


Sonnenstrahl140.

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Hi @ll,


Frodo:

Ich wünschte, ich hätte den Ring nie bekommen.
Ich wünschte, all das wäre nie passiert.

Gandalf:

Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden.

DU musst nur entscheiden, was du mit den Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist."



Das Leben ist zu kurz, um sich von der Angst leiten zu lassen. Grosse Erfolge und Grosse Liebe sind immer mit Risiko verbunden, öffnet eure Augen und euer Herz und habt Vertrauen, und ihr werdet finden was ihr sucht.



Gruß
Sonnenstrahl

05.07.2003 19:08 • #6


Ehemaliger User

Hallo , Dom,Thilde, Sabs, Sonnenstrahl....

Schoen das euch das Thema gefaellt und ich sehe das ihr es nciht anders sehtr als ich  ;)

ICh wuensche euch allen das ihr das Vertrauen wieder findet selbst wenn es euch einmal genommen wurde, mit diesem Vertrauen auch wieder die Liebe in eurer Leben kehrt....

Feechen

05.07.2003 19:58 • #7


Ehemaliger User

Vertrauen ist mehr als ein Geschenk: es ist ein Segen!
Wartet nicht darauf, das es Euch entgegen gebracht wird, investiert es ruhig mal selbst, weiterhin.
Es gibt nicht Schlimmeres, als irgendwann festzustellen, da hätte ich wohl vertrauen können....
Habt Mut! Habt Kraft!
Ich schreibe es hier unter Tränen... Es tut weh... Und doch ist es so...
Alles fällt in sich zusammen, wenn das Vertrauen kein Mitspracherecht erhält.
Das man dabei auch verletzt werden kann, wird, muss wohl nicht erwaehnt werden... Dennoch! Die Welt gehört den Mutigen!

In Liebe und mit Vertrauen

Dom

06.07.2003 00:18 • #8


Ehemaliger User

Mon cher Dom,

> Ich schreibe es hier unter Tränen... Es tut weh... Und doch ist es so...

zum Vertrauen gehört auch etwas Geduld in der Erwartung, wenn man sie partout nicht sein lassen kann. In Deinem Fall ganz besonders denn das mit der Geduld sind deine eigenen Worte an mich gewesen. Meine Ex sagte mal: Wenn der Mann sein Ding durchzieht kommen die Frauen von selber.
Läßt Du Dich zu sehr von ihnen ablenken, dann hast Du verloren.
Und es ist was Wahres dran.

cu

06.07.2003 03:06 • #9


Ehemaliger User

Liebre Dom

Die Welt gehoert nicht nur den Mutigen sondern auch denen die den Mut verloren haben, sie werden ihn wieder finden sowie auch du, sagt, so denke ich zumindestens lebe das was du leben willst und du wirst sehen was dann geschieht....versuche es Dom, hab keine Angst vor dir selber.

Du bist nicht allein, die Entscheidung wie DOm kann und wird dir nie wer abnehmen, Du bist Du und das solltest du auch bleiben...mache dir nicht soviele Gedanken....Gedanken die traurig machen....versuche mal wieder das schoene zu sehen, auch wenn du denkst das es nichts schoenes mehr gibt, es gibt es sei sicher.....

In Gedanken nehme ich dich mal in den Arm...gib dich nicht auf Dom....

Feechen

06.07.2003 07:27 • #10


Ehemaliger User

Für Alle, die gern etwas nachdenken, hier einige Maximen von La Rochefoucauld, frei übersetzt...

Man irrt wenn man geglaubt hat,  dass der Geist und das Urteilsvermögen zwei getrennte Dingen sind: das Urteilsvermögen ist lediglich die Größe des Lichtes des Geistes; dieses Licht erreicht der Boden der Dingen; sie nimmt dort alles wahr, was wahrgenommen werden soll, und leuchtet die Dingen, die unerreichbar erschienen. So muss man sich einig bleiben, dass es die Weite des Lichtes des Geistes ist, die alle Effekte hervorruft, die man dem Urteilsvermögen zuordnet.

Jeder sagt Gutes über sein Herz, und niemanden traut sich soviel über sein Geist zu sagen.

Der Geist fällt immer auf das Herz herein.

All diejenige, die ihr Geist kennen, kennen ihr Herz nicht.

Die Dauer unsere Leidenschaften hängt so wenig von uns selbst ab, wie die Dauer unseres Lebens.

Die Leidenschaft macht oft ein Irrer aus dem Geschicktesten, und oft ein geschickten Mensch aus einem Irren.

Wenn wir unsere Leidenschaften widerstehen, so ist es mehr aus deren Schwäche, als aus unsere Stärke heraus.

Die Abwesenheit mindert die mindere Leidenschaften und mehrt die Grossen, so wie der Wind die Kerze löscht und das Feuer anzündet.

Die Philosophie siegt mühelos über vergangene und kommende Schmerzen, aber die momentanen Schmerzen siegen über sie.

Die Perseveranz (Stehvermögen) ist weder Blamage noch Lob würdig, denn sie ist lediglich die Dauer der Präferenzen und der Gefühle die man sich nicht entledigt und sich auch nicht schenkt.

Die meisten Frauen sind wenig angetan von Freundschaft. Es liegt daran, dass diese eher fade ist, wenn man Liebe verspürt hat.

Einen schoenen Sonntag!

Dom

06.07.2003 12:27 • #11


Ehemaliger User

Lieber Dom,

Ja, Dom, Vertrauen ist mehr als ein Geschenk, es ist ein Segen, und diesen Segen können wir uns selber zukommen lassen.

Wenn wir vertrauen, dann vertrauen auch andere uns, es ist wie alles im Leben, gibst du etwas, bekommst du es auch zurück.

Und du wirst NIEMALS wissen, ob es nicht doch gut gewesen wäre, wenn du vertraut hättest und deine Ängste beiseite geschoben hättest...wenn du es nicht versuchst.

Ich weiss, wir können alle wieder verletzt werden, egal von wem, aber zunächst einmal sollte man das Gute im Menschen sehen, die Dinge, die einen ansprechen und einem wichtig sind.  

Wir gehen doch jeden Tag Risiken ein, warum nicht auch das Risiko zu lieben und geliebt zu werden?

Dom, weine nicht, es gibt so viel Schönes auf der Welt, sieh hin und erkenne wer und was du bist, und du wirst das Vertrauen wiederfinden, und noch viel Schöneres dazu.  ;)

Ja Dom, die Welt gehört den Mutigen, sei du auch einer von ihnen, jeden Tag und immer wieder aufs Neue.


Liebe Grüsse

Thilde

06.07.2003 18:52 • #12


Ehemaliger User

Lieber Dom

Du schriebst.....ich zitiere...

Die meisten Frauen sind wenig angetan von Freundschaft. Es liegt daran, dass diese eher fade ist, wenn man Liebe verspürt hat.

Vielleicht geschieht es aus Ruecksicht, weil man nicht weiss wie sonst sollte man sich verhalten, man wird dir oder einen anderen, die Freundschaft, nicht entziehen, aber wenn man liebe spührt, dann muss der eine sowie der andere, Nachdenken was kommen wird und ob man schon bereit dazu ist.....
Die Zeit Dom die gute alte Zeit, nimm sie dir und gebe sie...
ich weiss es ist schwer.....

Feechen

06.07.2003 19:03 • #13


Ehemaliger User

Bon jour Dom,

es ist zwar sehr beeindruckend, solche Weisheiten schon am Anfang zu lesen, vor allem wenn sie so viel Interpretation zulassen aber ich halte mich mal eher an die direkten Aussagen:

> Der Geist fällt immer auf das Herz herein.

Nicht zwingend. Es ist eine Sache der Erfahrung und der Bewußtheit wie man mit Herzensdingen umgeht.

> All diejenige, die ihr Geist kennen, kennen ihr Herz nicht.

Das ist eine vage Behauptung. Es mag bei vielen so sein, aber es ist nicht zwingend. Diese "Weisheit" stammt von einem Intellektuellen, und die gehen nur von ihrem Verstand aus. Intellektuelle unterdrücken ihre Gefühlswelt weil nicht sein kann was nicht sein darf. Deshalb saufen sie auch so viel um zu Gefühlsäußerungen fähig zu werden:-)

> Die Dauer unsere Leidenschaften hängt so wenig von uns selbst ab, wie die Dauer unseres Lebens.

auch das ist ein Schmarrn. Man kann sein Leben verlängern, man kann auch eine Liebe verlängern oder reaktivieren. Allein der Wille zählt.

> Die Leidenschaft macht oft ein Irrer aus dem Geschicktesten, und oft ein geschickten Mensch aus einem Irren.

das kann ich bestätigen. Wohl wahr.

> Wenn wir unsere Leidenschaften widerstehen, so ist es mehr aus deren Schwäche, als aus unsere Stärke heraus.

auch das ist wahr, hängt aber von Phasen ab.

> Die Abwesenheit mindert die mindere Leidenschaften und mehrt die Grossen, so wie der Wind die Kerze löscht und das Feuer anzündet.

Das ist eigentlich der wichtigste Satz heutzutage. Wer nicht wirklich liebt verliert das Interesse nach einer Weile, aber wer es wirklich tut leidet immer mehr im Abstand. Einer der Kernsätze dieses Textes, und konsequent überdacht auch die Lösung für viele "Nähe-Distanz"-Probleme. Denn die sind der neue Trend wie mir scheint.

> Die Philosophie siegt mühelos über vergangene und kommende Schmerzen, aber die momentanen Schmerzen siegen über sie.

klar. ist nur die Frage ob man die "momentanen" Schmerzen über Monate und Jahre "pflegt" oder etwas dagegen tut..

> Die Perseveranz (Stehvermögen) ist weder Blamage noch Lob würdig, denn sie ist lediglich die Dauer der Präferenzen und der Gefühle die man sich nicht entledigt und sich auch nicht schenkt.

Das hab ich nicht verstanden, nach 4 Wodka-Red bull und einem Glas Rotwein:-)

> Die meisten Frauen sind wenig angetan von Freundschaft. Es liegt daran, dass diese eher fade ist, wenn man Liebe verspürt hat.

Und hier kommen wir zum Finale. Ich weiß nicht wer der Typ ist der das geschrieben hat, aber er hat erkannt, was die meisten Frauen nicht wahrhaben oder zugeben wollen. Und aufgrund der Erfahrung, daß sie nicht weiter denken wollen oder können sehen sie nicht daß es Männer gibt, die ihnen Freundschaft UND Liebe und genug Aufregung in ihrem spießigen Leben geben könnten... Weil Frauen nur zeitbezogene Snapshots machen von Menschen und selten Dynamik, kein anderes Gesicht zulassen.

wer sich als Frau persönlich angegriffen fühlt: vergeßt es, es liegt nicht in meiner Absicht Mädels fertigzumachen.

mit feministischen Grüßen,


07.07.2003 01:57 • #14


Ehemaliger User

Liebe Thilde,

Es ist schön, das wir in diesem Punkt eine Meinung sind.
Leider habe ich mich unvollständig ausgedrückt, deshalb kommt doch eine kleine Diskrepanz zustanden... Einfügend möchte ich noch sagen: ich vertraue, liebe Thilde! Und ich gehe auch Risiken ein! Ich denke, das ist es, was momentan die Unruhe an meinem Himmel bringt... Nicht dass ich besonders mutig wäre, aber ich habe es doch geschafft an diesem WE eine – MEINE – Entscheidung mit Vehemenz klarzustellen und habe definitiv und klar Stellung bezogen. Und siehe da: es ist angekommen, verstanden und sogar akzeptiert worden! Ein kolossaler Stein ist mir damit von der Seele gefallen... Es wurde Zeit, dass ich dazu komme.
Und Thilde: wäre mir nicht so klar, dass es so viel Schönes auf dieser Welt wäre, so wäre ich glaube ich niemals mehr traurig! Die Traurigkeit ist auch einer Art der Anteilnahme, denke ich. Oder? Wie siehst Du es?
Ja, Thilde: ohne Zweifel: Vertrauen ist ein Segen! Und es ist wunderschön, es geteilt zu wissen, zu erleben!


Liebes Feechen,

Diese Worte stammen nicht aus meiner Feder... Ich habe sie nur übersetzt, weil sie mir so passend (Du verstehst) erschienen... Sie sollen in keinster Weise diskriminierend oder abwertend verstanden werden! Ich fand es für mich gut, ein paar Gedanken darauf zu „investieren“...
Und genau genommen Feechen: was bleibt der Mensch denn sonst übrig, als sich Zeit zu nehmen und Zeit zu geben? Alles anderes ergibt doch keinen Sinn...


Bien le bonjour, monsieur !

Mit Deine Worte habe ich fest gerechnet !  ;-))  Danke auch! Recht herzlich.
Natürlich ist vieles davon interpretierbar... Und natürlich war dieser La Rochefoucauld ein „Intellektueller“. Ich denke, es ist wie bei so vieles von dem, was man im Leben begegnet: es ist im Grunde alles interpretierbar! Und der Mensch neigt he dazu, es zu tun. Mal um es sich einfacher zu machen, mal macht er es sich aber unnötig schwer dabei... Erfahrung und Bewusstheit... Du sagst es.
Sehr schön und erfrischend finde ich Deine Bemerkung: „Deshalb saufen sie auch so viel um zu Gefühlsäußerungen fähig zu werden.“
Zweifel habe ich darin, ob ich Deine letzte Zeile „richtig interpretiere“! Wer sollte hier wem angreifen? Ich hoffe, es versteht von selbst, das dem nicht ist und dass es sich hier lediglich um nicht personenbezogener Meinungsaustausch handelt!

Lieben Gruß,

Dom

07.07.2003 07:05 • #15




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