Zitat von Mira_:
Ich glaube nicht daran, dass man eine Beziehung wirklich verarbeitet hat, solange man noch mit der Ex zusammen wohnt. (natürlich nicht in allen Fällen ) Soetwas wirklich zu verarbeiten, da braucht man auch körperlichen Abstand. Oder zumindest die klaren Worten: "Ich beende die Beziehung"
Das was Ziel gerade macht, er spürt Trauer dass sie es nicht geschafft haben. Er fängt an zu verarbeiten. Nur weil seine Liebe schon länger weg ist, bedeutet es nicht, dass er auch die ganze Ehe verarbeitet hat. Das geschieht erst jetzt. Vorher war er noch zu beschäftigt, verliebt zu sein. Jetzt ist er weiterhin verliebt, kann aber mit immer mehr Sicherheit sagen, warum seine Ehe gescheitert ist, warum er seine Frau nicht mehr liebt, was ihm fehlte etc.
Das Schlimmste an einer Trennung für den Verlasser ist die Ambivalenz, die nach der Trennung folgt. Die ist aber ganz normal und gehört dazu. Schwierig wird es dann eben, wenn man gleichzeitig schon was Neues anbahnt. Denn dann hat man dauerhaft diesen Zustand der "inneren Zerrissenheit", und je länger der dauert, desto schmerzhafter ist er. Das erspart man sich, wenn man erstmal reinen Tisch macht, bevor man sich auf was Neues einlässt. Schaffbar ist es aber dennoch, beides parallel hinzukriegen. Dazu gehören dann halt auch wieder zwei - denn auch von der neuen Frau wird da einiges abverlangt. Ein Warmwechsel ist keine "normale" Beziehungsanbahnung. Wenn aber beide stabil genug sind, kann es sicherlich auch klappen. Und die anfänglichen Schwierigkeiten können später sogar erst recht zusammenschweißen.
Zu einer einseitigen Trennung kommt es ja immer dann, wenn einer von beiden die Gefühle für den anderen verloren hat. Und dafür gibt es eben Gründe. Das sind auch keine "Fehler" (mir passt der Ausdruck im Zusammenhang mit Beziehungen eh nicht), sondern einfach falsches Verhalten, Inkompatibilitäten ... was auch immer. Da ist oft der einzige "Fehler", den der Verlasser sich im Nachhinein eingestehen muss, sich überhaupt so lange auf diese Beziehung eingelassen zu haben (im Falle von Ziel z.B. - wieso heirate ich eine Frau, die mich schon vorher betrügt und sich sogar von einem anderen schwängern lässt und nur zu mir zurückkommt, weil der andere sie nicht wollte? Wieso bleibe ich jahrelang in einer mindestens s.losen Ehe und lasse mich trotzdem zu drei Kindern "überreden", obwohl ich selbst nicht dahinter stehe? Da liegt ja ganz klar ein Selbstwertmangel vor, der vermutlich jahrelang auch so was wie "ich find aber eh keine andere, weil wer will mich schon, also bleibe ich lieber hier" erzeugt hat. Dann taucht halt mal eine andere auf, die will und sogar mehr "Liebe" bietet, als die Noch-Frau es je getan hat, und zack - weg. Ist ja nicht unüblich, so was).