Zitat von Caprice:Keine Ahnung, was ich tun soll, habe halt nur Angst, dass ich Hoffnung habe und er mich dann einfach endgültig abserviert, wenn er seine eigene Wohnung hat, wohin er flüchten kann.
Davor solltest du keine Angst haben. Sondern du solltest Angst davor haben, dass er es nicht tut. Und dann das ganze kraftraubende Gezerre beginnt, das du hier in den Affairenthreads nachlesen kannst.
Was du schreibst, erinnert mich sehr an meine eigene Geschichte. Auch ich war mit dem NM vier Jahrzehnte zusammen und habe ihn als meinen Lebensinhalt betrachtet. Du schriebst auch etwas von Krankheiten. Auch mein NM war sehr krank, als er sich in die Affaire stürzte.
Ich dachte damals auch, mein Leben ist zu Ende und wie du hatte ich zeitweilig die Idee, diesem unerträglichen Schmerz ein Ende zu setzen. Lange Zeit bin ich noch arbeiten gegangen, weil ich in dem leere Haus schier wahnsinnig wurde, und war heilfroh, wenn ich mich abends mit starken Beruhigungsmittel in den Schlaf beamen durfte. Das hält aber kein Körper lange aus.
Auch ich habe mich vor einer stationären Behandlung gefürchtet. Was mir geholfen hat: Ein Hausarzt, der -wenn auch erst nach einigen Wochen - meinen Zustand so kritisch sah, dass er mir als Krisenintervention einen ambulanten Therapieplatz verschaffte. Eine psychosomatische Reha, spaeter eine Tagesklinik. Aber vor allem: eine uralte Freundin, zu der ich all die Jahrzehnte sporadischen Kontakt hatte und die angestuermt kam, als sie hörte, was passiert ist. Denn das direkte Umfeld ist bei solchen Dramen oft komplett überfordert. Manche können oder wollen mit Leid nicht umgehen und halten sich dann lieber an die glücklich Verliebten.
Auch du wirst vielleicht entdecken, dass du Menschen auf deiner Seite hast, von denen du es weniger erwartest. Dein Mann sieht dich im Moment nicht. Er ist allein mit sich beschäftigt, egal ob du ihm dein Leid demonstrierst oder versuchst, cool zu wirken. Du musst dich vor ihm schützen, sonst verletzt er dich weiter.
Gucke du, was dir helfen könnte, was zu dir und deiner Situation passt. Vielleicht ist oben etwas dabei. Es sind alles nur Schritte auf dem Weg zur Heilung. Das braucht seine Zeit, bei einem länger, bei anderen weniger.
Du willst jetzt nur, dass der Schmerz aufhört. Das versteht hier jeder. Wenn du meinst, dass dein Mann dich heilen kann, verlängerst du den Schmerz nur.
Alles Gute dir.