Zitat von Doppelherzchen: Wenn du mal wieder daran denkst, etwas nicht wert zu sein, kannst du vielleicht ja in Zukunft gedanklich deinen persönlichen Stinkefinger daraus machen, denen gegenüber, die dir das angetan haben. „Und jetzt erst recht. DAS habe ich mir verdient! …“
Ja, da hast Du absolut recht. Aber es ist ein Prozess, es mir immer und immer wieder bewußt zu machen, wenn ich ganz automatisch noch in der alten Schiene denke. Gut ist eben, dass es nun ins Bewußtsein gerückt ist.
Zitat von Doppelherzchen: Ich finde es schade, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der man sich sorgen muss, sich mit solchen Offenbarungen lächerlich zu machen. Zum Glück hast du dich getraut!
Auch da stimme ich Dir zu. Leider komme ich aus einem Stall in dem es Usus war, nichts nach aussen dringen zu lassen, um den schönen Schein zu waren. Sowas legt man auch nicht so einfach ab. Wobei ich mittlerweile schon darüber spreche. Jedoch versuche ich auch, meinen Blick mehr ins Jetzt zu lenken, die alten Geschichten, kann ich leider ncht mehr ändern. Lediglich die Erkenntnisse sind tatsächlich hilfreich.
Zitat von Doppelherzchen: Ich dachte beim Lesen nur, auch wenn ich dich nicht kenne, wie traurig und unsinnig, sich lieber zu ärgern, anstatt es neu und schön zu machen. Recht schnell hab ich mich darin selbst wiedererkannt.
Genau das machte mich im ersten Moment auch traurig, wäre die Prägung eine andere gewesen, wären die negativen Gefühle der Vergangenheit vermutlich gar nicht erst aufgekommen.
Interessanterweise hat mir die Erkenntnis mit dem "das Beste verdienen" gleich noch eine weitere beschert. Schon lange hadere ich mit meinem wenig hilfreichen Hang zur Pferfektion und das läßt seit dem Augenöffner tatsächlich merklich nach. Warum? Vermutlich weil es langsam durchsickert, dass ich das Beste verdiene ohne permanent perfekt sein zu müssen.
Dies zeigt sich vor allem auch in den täglichen Routinen und den kleinen Hotspot-Putzereien. Wo ich früher gar nicht erst angefangen habe, weil der Aufwand um es perfekt zu haben viel zu groß war, denke ich heute darüber gar nicht mehr lang nach. Ich sehe mich in dem Raum nur kurz um, schau was mir am meisten ins Auge sticht, und mach das mal kurz. Ob das dann perfekt ist, kratzt mich gar nicht mehr so.
Zweiter Nebeneffekt, weil das nun so gechillt von Statten geht, regt es mich auch wesentlich weniger auf, wenn ich fünf Minuten nach dem Abwischen der Badezimmerarmatur schon wieder Kalkflecken durch das Händewanschens meines Partners darauf entdecke. Nehme einfach den bereitliegenden Lappen wisch nochmal drüber und gut. Geht schneller und ist mit weniger Energieaufwand verbunden, als die Diskussionen darüber.
So und nun zur eigentlich Challenge. Diese hat sich gestern von alleine erledigt. Mir ist meine Souffleeform aus Porzellan aus den Fingern gerutscht und zerbrochen. Im ersten Moment hab ich mich geärgert und wollte schon losgehen mir eine Neue zu kaufen, als mir dann einfiel, dass ich die Form bestimmt schon 15 Jahre nicht mehr zum backen genutzt hatte. Kurz ich hab es gelassen. Sollte mich irgendwann doch noch mal der Rappel nach einem großen Soufflee packen, kauf ich mir halt dann eine Neue.
Und heute ist ein weiteres Feuerzeug in den Müll gewandert, das nur jedes 5te mal gezündet hat und ich werd jetzt gleich noch meine Frühstücksflocken entsorgen, da ich bemerke, dass ich die jeden Tag mit einer anderen Ausrede zur Seite schiebe. Denke die sind im Müll damit besser aufgehoben. Kaufen tu ich mir sowas definitv nicht mehr.