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Autistische Liebe funktioniert anders

Tomek

Tomek
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Eigentlich will ich nicht wissen, was ich tun soll. Ich will es nur irgendwo loswerden:
2018 hatte ich einen miesen Job, war nebenbei selbstständig und besaß ein fertig renoviertes Haus, das ich in den folgenden fünf Jahren locker abbezahlt hätte. Dann lernte ich eine Frau kennen. Sie schrieb mich an. In ihrem Online-Profil sah ich, dass sie drei Kinder hatte, und ich kommunizierte nett und höflich, dass ich leider wenig Interesse an Kindern habe, auch wenn ich ihre Interessen spannend fand. Sie antwortete ebenso nett und verständnisvoll, dass sie das nachvollziehen könne. Alles war in Ordnung, und wir hatten eine angenehme Schreibweise. Ich fand ihre Reaktion reif und schrieb hin und her mit ihr.
Tage später dachte ich: Kennenlernen kann nicht schaden. Vielleicht ist das jemand zum Reden. Bei unserem ersten Treffen fand ich sie anziehend und ließ mich von dieser Anziehungskraft mitreißen. Wochen vergingen, wir unternahmen hier und da etwas zusammen. Wir kamen näher, und ich lernte ihre Kinder kennen. Sie hatte mit den Kids ein paar Probleme und im Haushalt kam sie mit technischen Dingen nicht klar. Also half ich, wo ich konnte. Sie zog irgendwann in die Stadt, in der ich lebte. Ein Zusammenziehen kam für mich zunächst nicht infrage. Ich organisierte Freunde, die beim Umzug halfen, baute alle Möbel auf und kümmerte mich um ihren Internetanschluss. Ich mochte meine Rolle als Helfer. Ich spielte immer öfter mit den Kindern. Sie mochten mich, und ich mochte sie. Die Kleinste war zwei Jahre alt; sie nannte mich manchmal „Papa". Das mochte ich. Wir wuchsen zusammen, und plötzlich wollte ich keinen Tag mehr ohne die Kinder verbringen.
Eine Situation hat mich erkennen lassen, was in mir aufgewacht ist: Eines Tages kam die Kleinste weinend zu mir. Sie hatte sehr trockene Haut, und ihre Finger waren voll von getrockneten, aufgeplatzten Stellen. Ich verarztete ihre kleinen Finger mit vielen Pflastern. Sie suchte Trost bei mir, und das hat mir gezeigt, was ich eigentlich wirklich will.
Also habe ich mein Haus umgebaut, und wir zogen zusammen. Ihr ältester Sohn hat eine Autismus-Spektrum-Störung; deshalb war das kleine Haus mit den Kindern, die ständig laut waren, nicht der Idealfall. Durch einen Zufall fanden wir ein großes Haus für einen vergleichsweise sehr günstigen Preis. Gleichzeitig war die Zeit, in der ich mein eigenes Haus für deutlich mehr Geld hätte verkaufen können – genau so kam es dann auch. Ich gab meinen Job und meine Selbstständigkeit auf und suchte einen neuen Job mit deutlich flexibleren Arbeitszeiten. Der neue Job war gesellschaftlich und finanziell ein deutlicher Aufstieg. Wir versuchten, ein weiteres Kind in die Welt zu setzen. Es funktionierte nicht so einfach, und dann plötzlich doch. Wir heirateten, und sie gebar unsere Tochter. Wir lebten eigentlich recht glücklich.
Meine Frau wechselte die Jobs wie Unterhosen, weil sie mit nichts zufrieden war und ihr Beruf ständig gesucht wurde. Nebenbei machte sie jedoch Kunstfotografie. Sie kam in sozialen Netzwerken gut an, und dann wurde sie gefragt, ob sie Gast in einem Podcast sein wollte. Das fand sie super, und ich auch. Sie trat so gut in dem Podcast auf, dass sie schnell ins Team aufgenommen wurde und Co-Host wurde. Zwar völlig unbezahlt, aber jede Karriere fängt irgendwie an. Die Netzwerke erweiterten sich; sie fuhr zu Ausstellungen, wurde zu Events eingeladen und traf Leute in dieser Kunstszene. Ich freute mich, denn ich hatte dadurch auch etwas Zeit für mich selbst. Ein anspruchsvoller Job, vier Kinder, ein großes Haus – da ist es nicht einfach, eine Beziehung zu pflegen. Leider habe ich unsere Beziehung dabei ein wenig schleifen lassen. Wir wurden uns nicht fremd, aber gemeinsam etwas zu unternehmen, fühlte sich an wie eine Aufgabe, die man am Tag erledigen muss. Nach fast acht Jahren Beziehung war die Luft einfach etwas raus.
Ich weiß nicht, wann ich den Zeitpunkt verpasst habe, an dem die Kunst für sie die Nummer eins in ihrem Leben wurde. Vor ein paar Wochen sagte sie mir in einem eigentlich liebevollen Augenblick, dass sie dieses Leben hier nicht mehr möchte, dass sie verliebt ist. Verliebt in einen Podcast-Moderator, der sie damals eingeladen hatte. Der Mann ist 20 Jahre älter als wir, lebt in einer polyamoren Ehe, wohnt 450 km entfernt, und die beiden haben sich nur einmal gesehen – auf einer Foto-Convention, wo nichts laufen konnte. Aber per Nachrichtendienst und E-Mail lief da anscheinend schon länger etwas.
Ich meinte dazu: Kein Problem, genieß es. Es ist mir auch schon mal passiert, sich so ein bisschen zu verlieben. Das ist ein schönes Gefühl, und es passiert uns viel zu selten. Solange nichts Körperliches passiert, ist das für mich in Ordnung. Denn genauso sehe ich die Sache: Innerhalb unserer Beziehung ist mir das auch schon mal passiert. Ich habe das Gefühl kurz genossen, aber den Kontakt ziemlich schnell gekappt, bevor es körperlich wurde. Denn ich würde niemals für ein bisschen schöne Gefühle meine Familie aufs Spiel setzen.
Nach ihrem Geständnis und weiteren Aussagen mussten wir jedoch ein ernstes Gespräch führen. Und das Gespräch war gut. Wir beschlossen, an uns zu arbeiten und uns mehr um unsere Beziehung zu kümmern. Es entstand eine neue Ehrlichkeit zwischen uns, und plötzlich hatten wir den besten Sex, den wir je hatten. Doch die nächste Woche war ein Hin und Her. Irgendwann sagte ich, dass ich keine Beziehung möchte, die wir nur wegen der Kinder weiterführen, sondern eine Beziehung, für die sie sich auch, entscheidet den, nur dann hat die Ehe eine Bedeutung. Einen Tag später sagte sie, ich solle sie nie wieder berühren, und schlief in einem anderen Zimmer. Noch einen Tag später sagte sie mir, dass sie ausziehen möchte. Sie möchte Künstlerin werden. Die Familie steht ihr dabei im Weg.
Meine Welt passte nicht mehr zusammen. 20 Jahre lang habe ich keine Träne vergossen, danach weinte ich jeden Tag. Es hat mich gebrochen. In dieser Nacht habe ich in mein Kissen geschrien und darum gefleht das mich bitte jemand umarmt, mich in den Arm nimmt. In der Nacht kam meine kleine Tochter zu mir, legte sich auf meine Brust, legte ihre Ärmchen um meinen Hals und schlief einfach weiter. Das war der Moment, an dem mir klar, wurde das, ich jetzt konsequent sein muss.
Ich habe klargestellt, dass ich es allein mit vier Kindern nicht schaffen werde. Nach mehreren verschiedenen Modellen und Überzeugungsversuchen haben wir uns darauf geeinigt, dass der älteste Sohn auszieht und anfängt, selbstständig zu leben. Die zwei mittleren Kinder (15 und 9) ziehen mit ihr in eine Wohnung in der Nähe. Unsere gemeinsame kleinste Tochter bleibt bei mir; ich bleibe im Haus, sie zieht weg. Sie geht diesen Schritt, damit die kleinsten Kinder sich nicht auseinanderleben. Immerhin.
Vor zwei Tagen habe ich mit einem Therapeuten in einem Kriseninterventionsgespräch gesprochen. Er sagte mir, dass nach meinen Darstellungen diese Ehe niemals eine Chance auf eine feste, intakte Familie hatte. Er erklärte mir ein Muster, das perfekt auf eine Kombination aus Autismus-Spektrum-Störung und ADHS passt. Die Kernessenz ist: Damals hatte sie einen Hyperfokus auf die Familie, und ich war deswegen sehr nützlich. Das war kein beabsichtigtes Ausnutzen, sondern ihre Liebe funktioniert für den Menschen, der für sie am nützlichsten ist. Genau dieser Platz hat gewechselt. Der Podcast ist für sie jetzt viel nützlicher, weil der Hyperfokus aktuell auf Kunst und Karriere liegt. Die Familie ist dabei eine sehr enge Pflicht geworden.
Seitdem ich das weiß, geht es mir wirklich viel besser. Wir müssen natürlich noch die Scheidung und die Finanzen regeln, aber wir reden cool miteinander. Trotzdem war es schmerzhaft, was ich durchgemacht habe. Denn die Kinder werden für immer meine Familie bleiben. Meine Tochter bleibt bei mir. Aber ich habe die Stabilität der Familie verloren, von der ich immer dachte, ich sei für diese Stabilität verantwortlich. Ich habe in einen Augenblick den Menschen verloren, mit der ich alles geteilt habe und alles bei ihr losgeworden bin. Das tut immer noch weh. Ich weiß gar nicht, was ich allein mit meiner Tochter in diesem riesigen Haus soll. Ich weiß noch nicht, ob ich es allein mit ihr schaffe. Zurzeit baue ich mir gerade Netzwerke auf, die mir behilflich sein werden. In diesem Haus ist noch so unglaublich viel zu tun. Die Energiekosten sind die Hölle.
Ich glaube daran, dass der Therapeut recht hat. Denn wenn es nicht so ist, wie er es dargestellt hat, dann bin ich einfach nur der Packesel, der die letzten Jahre ausgenutzt wurde. Wenn es so ist, wie er es sagt, dann bin ich zwar ebenfalls der Packesel, aber ich wurde nicht bewusst ausgenutzt, und ich muss diese Zeit in guter Erinnerung behalten, so wie sie war.
Am liebsten würde ich jetzt 450 km fahren und dem Podcast-Moderator klarmachen, dass er eine Familie zerstört hat. Auch wenn sie schuld ist. Er hat nun einmal an einer verheirateten Frau Interesse gezeigt. Nicht nur das, er hat mich mal Interviewt und mich dabei viel über unsere Ehe ausgefragt, obwohl es eigentlich über meinen Beruf ging, das fand ich damals irrelevant, heut sehe ich das anders. Aber ich will noch nichts riskieren, solange die Scheidung nicht durch ist. So etwas kann später gegen mich verwendet werden. Gleichzeitig sollte ich meine Energie jetzt auf meine Tochter und unser weiteres Zusammenleben verwenden. Ich muss es irgendwie schaffen, meinen Beruf auszuüben, sie gut zu versorgen und dieses Haus zu renovieren. Denn das braucht es.
Zwei Sachen habe ich bei der ganzen Geschichte gelernt, die ich jedem geben möchte, der bis hierhin gelesen hat:
1. Wenn ihr vieles tut und dafür von eurer Frau geliebt werdet, dann kann es passieren, dass ihr irgendwann nur noch aus Dankbarkeit geliebt werdet. Das hat keinen Bestand.
2. Gegensätze ziehen sich an, aber Gemeinsamkeiten sind deutlich wichtiger.

x 12 #1


hotte
Lieber @Tomek

willkommen hier und fühl dich einfach mal gedrückt.
Viele von uns hier waren an einer ähnlichen Stelle und einige haben auch vorher ähnliches erlebt. Es ist bewundernswert wie gefasst du mit der Situation umgehst. Du hast ja geschrieben das du eigentlich nur mal alles los lassen möchtest und eigentlich keinen Rat brauchst aber ich lese da irgendwie den Wunsch nach Kontakt raus.

Während meiner Trennung und der Realisation das ich kein wirkliches soziales Netzwerk hatte ging es mir auch sehr schlecht und ich habe mich ständig einsam gefühlt. In der Zeit habe ich den Kontakt zu meiner Tochter (23) und meiner Mutter mit ihrem Lebensgefährten intensiviert und das hat mir sehr gut getan.

Insbesondere wenn ich mal wieder das Gefühl hatte total überfordert zu sein (wie soll ich das nur alles packen, ich bin ja gaaaaanz alleine etc...) war mir das eine große Hilfe da es mir bewusst gemacht hat das ich nicht so alleine war wie ich mich gefühlt habe.

Zu deinen punkten kann ich beides nur unterschreiben. Zum zweiten punkt glaube ich jedoch das die Mischung der "Sweet Spot" ist. Es braucht Gemeinsamkeiten UND auch Gegensätze. Die Gemeinsamkeiten sorgen für Zweisamkeit und ermöglichen gemeinsame Hobbies. Die Gegensätze erlauben neue Erfahrungen, Wachstum und auch "Zeit für sich" (für beide natürlich).

Wenn du sagst dass das Haus so heftige Energiekosten hat... würde es sich dann nicht anbieten mit deiner Tochter in eine Wohnung zu ziehen?

x 2 #2


A


Autistische Liebe funktioniert anders

x 3


Tomek
@hotte Danke, Ja du hast schon recht, ich habe wirklich Austauschbedarf. Ich wollte am Anfang nur sagen, dass ich keine wirkliche Frage hab, wie es in Foren so üblich ist.
Zu deiner Frage, ich rechne aktuell alle möglichen Optionen aus. Aber die Miete für eine Wohnung ist ähnlich hoch wie die kosten für unser Haus. Wird eine schwierige Entscheidung und abhängig davon wie meine ehemalige Ehefrau und ich finanziell auseinandergehen. Ich habe allerdings so viel Arbeit in dieses Haus investiert, dass es schade wäre es zu verlassen.

x 2 #3


M
Das Los des Helfers, über den eine Frau bestimmt.
Eine Frau mit 3 Kindern und du wurdest flugs der Ersatzpapa. Du hast dich um ihren Umzug gekümmert, das Haus eingerichtet, das Familienleben irgendwie geordent, ein neues Haus gesucht, einen gut bezahlten Job für einen deutlich schlechter bezahlten aufgegeben. Du hast gemacht und getan und sie hat davon profitiert.
Dann suchte sie sich ein anderes Steckenpferd, wo sie Anerkennung und Bestätigung fand und du als Familienmanager wurdest ihr zu langweilig.
Nicht genug, denn ein neues Leben in Künstlerkreisen bedeutet natürlich auch eine neue Beziehung, die voll dazu passt, weil sie einfach anders ist. Der Typ könnte ihr Vater sein und lebt polyamourös - heißt, es gibt noch andere Frauen daneben, was sie ja wohl weiß und womit sie sich arrangiert.

Und jetzt geht alles den Bach runter, weil sie ein anderes Leben mit ihrem fernen "Ersatzpapa" präferiert.

Ob absichtlich oder unabsichtlich - die Frau geht über Leichen.Und du bist derjenige der ihr nichts mehr bedeutet und der sie nicht mehr berühren darf. Denn ein schwacher Mann, der zu wenig auf sich und sein Wohl bedacht ist, stattdessen seiner Lieblingsbeschäftigung, dem "Helfen" nachgeht, ist nicht mehr attraktiv.

Du hast selbst einen gewaltigen Anteil an der Misere. Warum lässt sich ein junger Mann, der finanziell gut aufgestellt ist, mit einer Frau mit 3 Kindern ein, von denen mindestens eines schwieirig ist? Warum tut einer alles für diese 4 Menschen, mit denen er doch eigentlich nichts zu tun hat? Warum ebnet einer den Weg für diese Frau, dass sie ein Zuhause hat, in dem sie genug Zeit hat, ihren Interessen nachzugehen und der selbst nur ausgenützt wird? Warum verschlechtert sich ein Mann finanziell deutlich, wohl wissend, dass logischerweise weniger Geld im System ist und was sich auch bei den Rentenzahlungen auswirken wird?
Und warum muss noch ein 4. Kind her, für das du jetzt sorgen musst?

Warum ist ein Mann so dumm und rennt einer Fantasie von einer happy family mit einer F'rau hinterher, die doch gar nicht dazu passt und die er viel zu wenig kennt?
Und warum löffelt jetzt einer die Suppe allein aus, die er sich eingebrockt hat, während sie ihrem Traum vom aufregenden Leben in der Kunstszene hinterher läuft.

Warum hast du dich auf all das eingelassen? Warum suchst du dir nicht eine Frau, die zu deinem Leben passt, keine Kinder hat und mit der du ein gemeinsames Leben mit geordneten Finanzen aufbaust?

Diese Fragen solltest du dir mal stellen. Am Rest ist nichts mehr zu retten und es ist gut, wenn diese hoffnungsvolle "Künstlerin" samt ihrem ergrauten Mentor möglichst aus deinem Leben verschwindet. Immerhin hast du jetzt ein Kind für das du sorgen musst. Aber warum musstest du diese Frau gleich heiraten?
Dass du die bequeme Lösung bist, hättest du sehen können, wenn eine Frau mal eben ihre Zelte abbricht um sich bei dir einzunisten.

Du bist dir zu nichts zu schade und trägst jetzt die Konsequenzen. Hilfreich zu sein, ist eine gute Sache, sich ausnützen zu lassen, ist eine Sache, die immer zurück kommt.

Lerne daraus und stell dein Leben neu auf soweit es eben möglich ist.

Die Sache mit den Fingern von der Kleinen. Sagt das nichts darüber aus, dass sich die Mutter zu wenig darum kümmert? Eigentlich schon, oder? Das hätte dir zu denken geben müssen. Und du warst sofort geflasht dasvon, dein Helfersyndrom ausleben zu können. Ist das nicht ein wenig realitätsfern vor allem wenn das Helfersyndrom dafür missbraucht wird um das Leben anderer Leute zu regeln die deine Nützlichkeit sehen?

Dein Lernprozess wird es sein, dort zu helfen wo es auch honoriert und sinnvoll ist, aber alles in Maßen und nicht in Massen wie du es getan hast. . Du wirst lernen müssen, dass du nicht dafür da bist, das Leben anderer Menschen in die Hand zu nehmen, die das allzu schnell instinktiv erkennen und wissen, dass sie hier bequem andocken können und deine Gutmütigkeit ausnützen.

x 4 #4


Worrior
@Tomek
Du machst mir einen guten Eindruck und Du schaffst das bestimmt.
Auf der einen Seite ist das eine interessante Geschichte auf der anderen schlage ich gerade die Hände über dem Kopf zusammen in was Du da hineingerannt bist.

Es stimmt, oft werden wir nur geliebt für das was wir geben, Menschen lieben uns dann dafür wie wir sind aber nicht darum wer wir sind.

Dir und den Kids alles Gute.

x 5 #5


Liv225
Lieber @Tomek
Willkommen im Forum.
Bestimmt tut es gut, die „Geschichte“ loszuwerden, da werden oft viele Gedanken klarer.

Die Welt bricht zusammen und man muss sich wieder neu aufstellen. Dazu die Enttäuschung… das ist alles schwer.:/

Ich wünsche Dir, dass Du Dich mit Deiner Frau gut einigen kannst, dass der Kontakt zu allen Kindern bleibt.
Und dass Du mit der Kleinsten in euer neues Leben findest.

Ich wurde vor einigen Jahren verlassen ( lange Ehe, er fremdverliebt) . Das Haus habe ich behalten, er bekam die Hälfte ausbezahlt, weil es uns beiden gehörte.
Der Kredit war damals aber günstiger als eine große Wohnung für damals noch drei Kinder im Haus.
Vielleicht geht behalten doch…
Ich weiß nicht, wie das gerade ist…
Oder ein kleineres Haus, dass Dir und der Kleinen reicht.

Alles Liebe Dir.

x 2 #6


Tomek
@Margerite Du stellst die richtigen und unbequemen Fragen. Ich könnte sie auch alle beantworten, aber eine einfache Antwort auf alle ist ein naives: "damit ich in den Spiegel sehen kann." Ich kann mich nicht leiden wenn ich nicht helfe. Ist vielleicht ein Problem das ich angehen sollte. Die Heirat war der Fehler, alles andere war eine gute Zeit.

x 3 #7


Ouabain
Hallo @Tomek ,

willkommen im Forum. So völlig untypisch ist Dein Anliegen hier nicht. Habe beim Stöbern hier etliche Geschichten gelesen, wo Männer in ähnlicher Lage wie Du einfach nur ein wenig Begleitung suchten.

Das geht dann ein bis maximal zwei Jahre. Dann ist alles sortiert und auch emotional bewältigt.

Zur Entscheidung für exakt diese Partnerin - es hätte auch gut gehen können. Das weiß man doch vorher nie so ganz genau. In Zukunft wirst Du sicher vorsichtiger sein und das ist für einen Papa ja auch nicht verkehrt.
Wie läuft es denn jetzt mit der Kleinen in Kombination mit Deinem Job? Bekommst Du das zeitlich hin?

Viele Grüße

x 2 #8


G
@Tomek
Ich finde man liest aus deinem Eingangsthread, dass du ein warmherziger und guter Mensch bist. Lass dir das nicht nehmen. Es wird wieder ein Mensch kommen, der das zu schätzen weiß. Ich bin mir sicher, deine Tochter weiß das bereits.

x 3 #9


M
Zitat von Tomek:
Die Heirat war der Fehler, alles andere war eine gute Zeit.

Wenigstens etwas.

Du definierst dich über das Helfen, aber auch mit mehr Realitätsbewusstsein, dem Absehen von Konsequenzen und einem maßvollem Helfen bist du ein guter Mensch, der nicht nur an sich denkt. Aber du definierst dich zu viel über Hilfsbereitschaft und Aufopferung und letzteres ist nicht gesund weil du dann irgendwann selbst vor die Hunde gehst.

Woher kommt dein Helfersyndrom? Es hat Ursachen, die vermutlich in der Kindheit liegen. Vielleicht musstest du schon als Kind mehr leisten und "regeln" als es für dich als Kind gut gewesen ist. Vielleicht hattest du zu sehr das Gefühl dass du den Erwachsenen "helfen" musst, die ihr Leben zu wenig auf die Reihe brachten.

Erinnere dich, denke darüber nach. Wenn das zutrifft, dann hast du verinnerlicht "ich helfe, also bin ich gut". Aber diese Einstellung darf nicht dazu führen, dass du dir selbst schadest und Chaos schaffst, wo du Ordnung schaffen wolltest.
Ein erworbenes Verhalten kann man zwar nicht ausradieren, aber man kann damit umgehen und Konsequenzen absehen, wenn man es kennt und es einem bewusst ist.

Du kommst sehr sympathisch und empathisch rüber, aber du bist auch ein Beispiel dafür, dass allzu viel Empathie und Hilfsbereitschaft letztendlich auch Schaden anrichten.

x 2 #10


Heffalump
Zitat von Tomek:
Ich kann mich nicht leiden wenn ich nicht helfe

Dafür gibt es Ehrenamt. Was macht der Vater der anderen Kinder? Warst du beim Anwalt?

#11


Tomek
Hallo @Ouabain,

danke für die warmen Worte. Ja ich bin tatsächlich nicht der einzige und auch ich lernte daraus eine Lektion, die ich eigentlich schon wusste. Diese Begleitung ist mir tatsächlich ein anliegen, ich fühle mich verlassen, verraten, enttäuscht, betrogen etc. aber das ist nicht so schlimm wie sich trotz Netzwerken wie Freunde und Familie, einsam zu fühlen. Denn ich habe nicht nur eine Ehefrau verloren, sondern den Menschen mit dem ich alles geteilt hab. Für sie ist das "kaum eine Veränderung, wir schlafen einfach nur nicht mehr miteinander" aber das ist falsch wie es nur sein kann.
Ich kriege das mit meiner Tochter schon hin. Mein Beruf ist zwar einnehmend aber zeitlich sehr flexibel und mein Arbeitgeber ist so kulant wie es nur geht. Mehr kann man wirklich nicht verlangen.

x 2 #12


Tomek
@Heffalump Ich bin tatsächlich in 2 Vereinen Ehrenamtlich tätig, tut mir gut. Der andere Vater ist in Ordnung, ich habe ihn einen Job besorgt und seitdem ist er ein neuer Mensch. Wir sind cool miteinander. Ich habe nächste Woche einen Termin mit einen Anwalt.

x 2 #13


Ouabain
Zitat von Tomek:
Für sie ist das "kaum eine Veränderung, wir schlafen einfach nur nicht mehr miteinander" aber das ist falsch wie es nur sein kann.

Puuh. Wie bescheuert kann man sein. Aber das Erwachen wird schon kommen. Sie wäre nicht die erste, die bei einem Mann wie Dir nach einer Zeit wieder auf der Matte steht.
Zitat von Tomek:
Mein Beruf ist zwar einnehmend aber zeitlich sehr flexibel und mein Arbeitgeber ist so kulant wie es nur geht.

Glück im Unglück. Gut zu hören, dass Du wenigstens da Unterstützung hast.
Zitat von Tomek:
das ist nicht so schlimm wie sich trotz Netzwerken wie Freunde und Familie, einsam zu fühlen

Einsamkeit ist ein übles Gefühl. Aber letztendlich auch nicht mehr als eben das. Ein Gefühl. Keine Wahrheit.
Das Forum empfinden viele als gute Unterstützung, um das Gefühl zu lindern.
Also schreib hier gerne, wann immer Dir danach zumute ist.

x 3 #14


Fenjal
Zitat von Tomek:
Ich habe allerdings so viel Arbeit in dieses Haus investiert, dass es schade wäre es zu verlassen.

Selbstverständlich behälst du dein Haus.
Diese Person hat dir viel genommen, aber nicht alles wirfst du ihr in den Rachen.
Unglaublich, was die sich leistet, ich sag immer, ....echte Singles ( leute ohne Kinder), lasst euch nicht mit Eltern ein, das sind Wölfe, die euch über den Tisch ziehen, so schnell könnt ihr gar nicht schaun.
Mein Ex macht genau dieselbe Erfahrung jetzt.
Bleib senkrecht, sichere deine Finanzen und das Häuschen, diese Person bringt dich nicht auf die Bretter. 👍

Und eines noch, solche Personen, ihr Verhalten, mit Autismus zu bagatellisieren ist falsch, das war reines Be- und Ausnutzen.
Überfordert mit 3 Wunschkindern, da kommt der nette Singlemann ums Eck und man lässt ihn die Kartoffeln aus dem Feuer holen.
Geschenkt, pfeiff auf sie, allein kommst du besser klar.

#15


A


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