Zitat von thegirlnextdoor: Ich weiß nicht, ob wir das in ganz jungen Jahren ( so plusminus 17 bis Anfang 20) nicht nahezu alle schonmal getan haben
Daher würde ich das bei so jungen Leuten wie der TE und ihrem Freund alles niemals so extrem werten.
Ja genau, Danke für den Hinweis.
Genau so war die Geschichte bei mir auch. Ich war mit 18 in einer Beziehung und nicht so erfahren, auch sehr naiv und vor allem ein "People Pleaser".
Meine Freundin wohnte in einer anderen Stadt und mich sprach auf dem Gymnasium eines Tages eine Araberin an (fand ich schon reizvoll) und fragte ob ich vergeben sei - ich sei ihr aufgefallen.
Ich war jetzt aus heutiger Sicht betrachtet aber damals auch nie der Frauenschwarm der Schule, der jetzt schon gewohnt war täglich angeflirtet zu werden.
Jedenfalls war ich eben damals noch so charakterschwach und andererseits höflich und charmant erzogen, dass ich sie für ihren Mut mich anzusprechen nicht enttäuschen und verletzen wollte und irgendwie sagte ich sei nicht so richtig vergeben oder sowas - aus heutiger Sicht natürlich total naiv und falsch.
Ich war einfach total überfordert und wollte bloß niemanden und enttäuschen oder verletzen.
Aus heutiger Sicht habe ich der Frau aber unnötig Hoffnungen gemacht und sie dann aus gedachter Höflichkeit hingehalten, weil wie gesagt ihr hart einen Korb geben könnte ich damals charakterlich so nicht.
Sie hat mich dann eines Tages und einige Zeit später mit meiner Freundin in der Innenstadt gesehen. Und meine Freundin zu der Zeit war blond - das genau Gegenteil von ihr.
In dem Moment wo ich das gerade schreibe kommen mir ernsthaft gerade fast die Tränen, ich hatte die Geschichte fast vergessen und mir tut das aus heutiger Sicht so unendlich Leid, wie verletzend das für sie gewesen sein muss.
Und meiner Freundin gegenüber war das natürlich auch nicht fair damals, obwohl ich ihr das glaube ich sogar dann noch erzählt hatte, dass ich von der Araberin angesprochen wurde.
Also auch wenn man mich hier heutzutage teilweise für meine klare Meinung zum kotzen findet, früher war ich dagegen echt charakterschwach und denke das ist heute völlig anders.
Ich war allgemein so naiv damals - Freundinnen bzw. Bekannte aus der meinem Umfeld haben mir auch als ich Single war teilweise direkt gesagt sie würden gerne Mal mein neues Bett mit mir ausprobieren und haben mir zugezwinkert und ich dachte mir "Guter Witz" und habe damals nicht gecheckt, dass das ernst gemeint und ein eindeutiges Angebot war
🙄 Wirklich, wie naiv und "unschuldig" kann man im Kopf bitte sein. Das meinte ich oben mit sich nichts dabei denken in Bezug auf dieses Thema der TE ja auch als mögliches Szenario.
Zitat von thegirlnextdoor: Deswegen denke ich auch: hier irgendwo Daumenschrauben anlegen... das kann so oder so nur nach hinten losgehen.
Zitat von thegirlnextdoor: Mit 19 sollte man sich noch nicht auf unzählige Kompromisse einlassen müssen sondern leben und schauen wo der Wind einen hinträgt.
Das sehe ich exakt genauso.
So einen Beziehungsstress gab es meiner Erinnerung nach damals bei mir auch noch nicht und stelle ich mir auch schwierig vor.
Im besten Fall sollte man entspannt sein.
Wobei ich damals auch charakterlich her vom Selbstwert ebenso im Vergleich zu heute sehr wenig entwickelt war.
Ich war im Kopf schon sehr eifersüchtig teilweise damals, zwar nicht obsessiv im Sinne von Kontrolle, aber der "beste Freund" meiner damaligen Freundin war mir auch etwas zu eindeutig flirty und auch eine große Konkurrenz für mich, was sich am Ende auch noch bewahrheiten sollte. Aber das ist eine andere Geschichte...
Zitat von thegirlnextdoor: So herum ist es mir, zugegebenermaßen noch nicht passiert - also dass ich das Gefühl hatte, ein Vergebener drückt mir unterschwellig seinen Status als Vergebener rein, damit ich aufhöre zu flirten.
Ich denke das passiert einem tatsächlich auch eher als Mann. Weil ja - und sei es nur traditionellerweise - oft eher Männer die Frau ansprechen und anflirten.
Daher finde ich das manchmal anstrengend das subtil unterstellt zu bekommen.
Wobei es auch Situationen gibt, in denen sich die Frau dadurch vielleicht interessant machen möchte.
Denn ich habe erst kürzlich eine Situation erlebt in der eine Kollegin, ohne dass ich mit ihr je gesprochen oder sie angeschaut hätte und die in meinem Umfeld neu war, in einer Gruppenkonversation auch etwas auffällig die Tatsache einstreute sie sei ja "im Moment" vergeben.
Und ausgerechnet mit der wurde der erste
persönliche Kontakt dann beidseitig durchaus etwas flirty...
Zitat von thegirlnextdoor: Waren übrigens Fälle, in denen das Gegenüber durchaus wusste, dass ich vergeben war... also es stimmt, was hier im Forum behauptet wird, das schreckt nicht jeden ab oder zieht manche vielleicht sogar tatsächlich an.
Ja, das sehe ich auch so.
Hier würde ich aber tatsächlich die Erfahrung bestätigen die ich schon seit meiner Jugend - als es das Wort "toxische Männlichkeit noch gar nicht gab - selbst beobachtet, erfahren und vielerorts später dann z.B. auch bei der Paartherapie und in Psychologie gelehrt bekommen habe:
Das unterscheidet sich meiner Erfahrung nach sehr zwischen den Geschlechtern (bzw. Geschlechterpolaritäten).
Wenn es um Flirts geht oder um das Kennenlernen neuer Personen oder Personen aus dem eigenen Umfeld dann habe ich tatsächlich sehr oft und sehr krass die Erfahrung gemacht wie sehr vergebene Männer oder Männer die von Frauen umgeben sind teilweise dann für andere Frauen anziehend und attraktiv wirken.
Also ich habe beispielsweise erst vor einiger Zeit bei einem Date mit einer Ü40 Frau, die rein äußerlich übertrieben attraktiv war, erzählt bekommen bei ihrer Kosmetikerin und in ihrem Umfeld erfährt sie regelmäßig dass es für viele Frauen ein regelrechter Sport sei bewusst und gezielt vergebene oder verheiratete Männer zu verführen oder "auszuspannen".
Das fand ich schon heftig.
Das muss ich auch ehrlich sagen finde ich unfassbar interessant und spannend, auch früher in Freundeskreisen mit weiblichem Anteil, wenn ich so gut mit ihnen befreundet war, dass ich als einziger Mann mal freundschaftlich zum "Mädelsabend" mit durfte.
Es ist so spannend und lehrreich für mich gewesen zu erfahren, was sich eben wirklich wohl üblicherweise zwischen Frauen so erzählt wird und wie sehr sich das zwischen rein männlichen "Männerabenden" unterscheidet.
Und natürlich haben auch viele Partnerinnen, Dates oder eben normale freundschaftliche Freundinnen immer Mal erzählt was so in deren Kreis im Vertrauen alles besprochen wird.
Unheimlich faszinierend, weil ich als Mann mit breitem Freundes- und Bekanntenkreis über die Zeit natürlich neben verschiedenen engeren Freundeskreisen auch mal in eher "fremden" Männerrunden dabei war - sowohl mit wie man neumodisch sagen würde eher "SIMP"s, als auch in Macho-Runden oder Leuten die eher Player-PUA mäßig drauf waren.
Und was soll ich sagen? Bei SIMPs waren Frauen dann eher gar kein Thema, also ich habe das Wort jetzt nicht gegoogelt, aber ich meine damit eben Männer die so gar keinen Bezug zu Frauen haben, oft sehr schüchtern sind und wenig aus sich machen.
Da habe ich beispielsweise nie etwas frauendverachtendes gehört - sondern da ging es eben wirklich praktisch nur um aktuelle Computerspiele und welches Level und welche Items der eigene "Charakter" im Spiel "World of Warcraft" hat.
Und so sahen die Leute eben auch aus, entsprach jedem Klischee.
Bei den Machos oder PUAs ging es dagegen eher oft einigen um angeben: die habe ich gehabt, und da habe ich eine gehabt und die hat das und das gemacht und so weiter.
Aber selbst da, kann ich mich nicht erinnern, dass vergebene Frauen gezielt als attraktiv oder als Herausforderung angesehen oder bezeichnet oder begehrt wurden.
Da wurde dann als schlimmstes eigentlich nur gesagt "Mir egal ob eine Frau vergeben ist oder nicht, wenn sie mit mir was haben will oder auf meinen Flirt eingeht dann interessiert mich das nicht."
Alles (aus meiner Sicht) unspektakulär im Vergleich zu den Mädelsrunden
😉 Um das nochmal mit dem Thema und dem Alter zu verknüpfen: mit ca. 20 Jahren war ich dann in einer Clique und war an einigen Abenden auch als "Hahn im Korb mit 3-4 guten Freundinnen in der Großraum-Disco. 2 davon waren die Freundinnen meiner besten Kumpels, die beruflich oder schulisch weg waren und ich sollte auf auch ein wenig auf die Freundinnen aufpassen, damit sie nicht belästigt werden.
Auch weil ich wirklich eben nicht als "Player" galt und man wusste, ich würde mich niemals an die Freundin meines besten Freundes ranmachen oder mich verführen lassen.
Und was soll ich sagen - (vergebene) Frauen sind meiner Erfahrung nach beim Tanzen dann allgemein deutlich liberaler als Männer. Es ist mir mehr als einmal passiert, dass vergebene Frauen mit mir "getwerkt" haben, wobei ich damit auch cool umgehen kann.
Jedenfalls erinnere ich mich noch sehr gut wie damals dann, als ich umgeben war von meinen 4 besten und sehr guten Freundinnen, auch mit allen vertraut und eng und ausgelassen tanzend, mich an dem Abend und dann auch an vergleichbaren Abenden wirklich in diesem ganzen Großraum-Club gefühlt fast alle Frauen fasziniert anstarrten.
Und das war lange bevor ich dann in der Paartherapie Dynamiken lernte, die genau das bestätigten.
Umgekehrt habe ich wirklich noch nie die Aussage von Männern erlebt, dass vergebene Frauen irgendwie besonders interessant oder ein besonders begehrtes Ziel für Flirtversuche waren oder sie dadurch attraktiver oder begehrter wurden - auch nicht in den toxischisten männlichen Kreisen.
Eher im Gegenteil, in den toxischen Männerrunden die nur auf leichten S.. und hemmungslose leichte Mädchen aus waren, wurden eher die bekannten Dorfschl... "gesammelt" und "herumgereicht" wie Pokeman-Karten.
Das ist mir dann persönlich sehr fremd und so gar nicht meins.
Also soviel mal zu meiner Meinung und Erfahrung zum Thema "Vergebene wirken attraktiv".
Somit fällt mir zum Thema und als Feedback an die TE noch ein, dass ich an ihrer Stelle wirklich vorsichtig wäre - denn meiner Erfahrung nach ist ein Vergebener (junger) Mann durchaus für viele dann noch Mal besonders attraktiv, meiner Meinung nach..