Lulusmile
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Ich (21) habe mich vor 3 Monaten von meinem Ex (28) getrennt.
Er ist ein sehr sehr Dickköpfiger Mensch, was ihn gerade in emotionaler Hinsicht unberechenbar macht. Gefühle zeigt er auch so gut wie garnicht.
Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, der es auch definitiv nicht braucht von oben bis unten betütelt zu werden.
Es hatte also schon irgendwie zwischen uns gepasst.
Wir kamen recht schnell nachdem wir uns kennenlernten zusammen. Es war für mich fast vergleichbar mit 'Liebe auf den ersten Blick'
Ich bin damals vom Dorf in die Großstadt gezogen und hab die Heimat dadurch auch 200km hinter mir gelassen.
Wir hatten eine sehr intensive Beziehung in der gerade Anfangs wirklich alles perfekt war (naja wie immer. )
Eifersucht oder Vertrauensprobleme hatten wir von Beginn an nicht. Ich hab ihm blind vertraut und auch andersrum. Wir haben viel unternommen und hatten einfach Spaß an der Beziehung.
Als es dann auf den Sommer zuging hat zum einen die Routine eingeschlagen und zum anderen haben wir auch so kaum noch gemeinsame Unternehmungen gemacht. Selbst wenn ich ihn gebeten habe, dass wir etwas zusammen machen hatte er keine Lust, kein Geld oder das Wetter war zu schlecht. Ich wurde immer wieder versetzt, obwohl vorher klar war, dass wir an Tag X etwas gemeinsam unternehmen würden.
Man hat sich zwar noch gesehen, aber die Treffen bestanden nur noch aus Netflix&Chill.
Da ich einen sehr großen Tatendrang habe hab ich das kaum ausgehalten. zumal ich wirklich angefangen habe mich einsam zu fühlen und mit der Zeit die Tatsachen immer mehr in mich reinzufressen, weil von ihm auf ein Gespräch so gut wie nie eine Reaktion kam.
So zog sich das 3 Monate lang und ich hab immer mehr gegen eine Wand geredet. Irgendwann hab ich mir durch ein Hobby einen Ausgleich gesucht.
Hier waren Leute, die gern diese Aktivitäten mit mir unternommen haben und auch von sich aus auf mich zukamen und gefragt haben, ob man was machen möchte.
Der Frust auf meinen Ex wuchs und wuchs und als er dann meinte, dass er am Wochenende wieder was anderes geplant hätte ist mein Geduldsfaden gerissen und ich habe mich im Affekt getrennt.
Wir haben bei der Trennung beide sehr geweint. Er zeigte mir in dem Moment auch (endlich) nochmal die Aufmerksamkeit, die mir in der letzten Zeit so gefehlt hatte, indem er sagte, dass er mich vermissen wird und wirklich gezeigt hat, dass es ihm weh tut.
Ich weiß ich klinge wie ein schlechter Mensch, aber ich hatte wirklich das Gefühl ich wäre nur noch an seiner Seite, damit er ein Vorzeigeobjekt hat. und zum Sex.
Gemeinsame Freunde, die schon lange der Meinung waren, dass er mich mehr unglücklich machen würde als irgendwas anderes meinten dann, ich solle die Situation erstmal so laufen lassen. Ich würde schon merken, dass das das Richtige sei.
Gesagt getan. 2 Wochen vergingen und ja, ich war irgendwann wieder glücklich. Habe viel geweint, hab mich aber trotzdem wie erleichtert gefühlt. Dachte sogar teilweise, dass die Trennung richtig war. Sicher war ich mir aber nicht.
4 Wochen später fand dann von der Uni aus eine Art wochenlange "Ich sehe meinen Ex jeden Tag"-Schocktherapie statt. Ich hatte, genau wie er Anwesenheitspflicht. Anfangs konnte ich das alles noch locker sehen, aber mit jedem Tag wurde es schlimmer. Es fing mit Gedanken an, ob es ihm gut ginge und endete dann nach 3 Wochen in einem Heulkrampf, weil ich ihn zurück wollte.
Wieder wendete ich mich an besagte Freunde, die mir rieten erstmal abzuwarten. Das ginge wieder weg und käme davon, dass ich ihn so kurz nach der Trennung jeden Tag gesehen habe.
Ich hab es aber kaum ausgehalten und hab ihn mit einem recht langen Text, in dem ich Wissen wollte, ob wir noch zu retten gewesen wären, wenn ich mit ihm das Gespräch gesucht hätte angeschrieben. Das war mitten in dieser Phase in der wir uns täglich gesehen haben. Keine Antwort. das hab ich ihm aber auch nie übel genommen. Aufgefallen ist mir nur, dass er mir danach komplett aus dem Weg gegangen ist. Ich habe die totale Eiseskälte von ihm abbekommen. Was mich (so will es vermutlich die Natur) nur noch mehr in diesen Wahn gezogen hat.
Diese Steigerung hat nur dazu geführt, dass ich ihn irgendwann nochmals angeschrieben habe. Diesmal aber mit einem belanglosen: "Hey, wie geht's?" Und ihn im Anschluss um ein Gespräch gebeten habe. Er war beim Antworten sehr distanziert und vorwürfig und hat mir dieses Gespräch auch verweigert.
Er sagte, dass er keinen Sinn darin sehen würde. Ich hätte Schluss gemacht und solle damit klarkommen. Ihm wäre es lang genug dreckig gegangen und in den alten Maroden rumzuwühlen würde ja doch nichts bringen. Ich hätte nach langem überlegen endlich den Mut gehabt Schluss zu machen und solle dann jetzt auch mit der Sache abschließen. Das Thema wäre für ihn erledigt.
Was ich bis heute auch so akzeptiert habe.
Das ganze ist jetzt 4 Wochen her, in denen wir uns nicht gesehen oder gehört haben. Er hat mir nur vor paar Tagen mitten in der Nacht eine Nachricht geschickt, in der er mehr oder weniger geschrieben hat, was er gerade tut. Habe einen Tag später geantwortet und er war wieder distanziert. Vermute mal, dass er angeheitert war.
Mir geht es seit den 4 Wochen einfach nur dreckig. Ich bereue die Trennung zutiefst und weiß einfach nicht, wie ich zu ihm durchkommen sollte. Geschweige denn, ob ich das überhaupt sollte. Ich unternehme viel mit Freunden um mich auf andere Gedanken zu bringen, aber so wirklich helfen tut das nicht.
Die gemeinsamen Freunde haben auch kaum noch Kontakt zu ihm, so dass ich keine Ahnung habe, wie sein Leben wirklich aussieht.
Behaupten aber, dass er so reagiert, wie er reagiert, weil er sich vor weiteren Verletzungen schützen möchte. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
Was sagt ihr? Sollte ich versuchen nochmal mit ihm zu reden (wenn ja, wie?) ?
Oder sollte ich weiterhin versuchen loszulassen, mich aufzupeppen und die Trennung dann endgültig zu verarbeiten?
Bei letzterem habe ich das Gefühl, ich drehe mich im Kreis.
das war dumm und du hast vollkommen recht.. Hab mir tatsächlich auch schon gedacht, dass ihm diese Nachricht sauer aufgestoßen ist. Argh.