Ich lese hier schon eine Weile mit und bin hin- und hergerissen.
Kurz vorab: in meiner Geschichte war ich die Partnerin eines Mannes, der die Ehe einseitig geöffnet hat, um sich auszutoben. Bzw. hat es irgendwann einfach "offene Beziehung" genannt, weil ich Bescheid wusste und mit Zähneknirschen gesagt habe, es wäre okay für mich (jaja, das Konstrukt der Ehe erhalten...). Das hat letztlich maßgeblich zur Trennung beigetragen, weil es kommunikativ nicht gut gelaufen ist. Auch wir lebten nach außen das Ideal der Zweikind-Ehe mit den Eltern wo alles passt. Auch mein NM hat im Familien- und Freundeskreis niemandem von seinem Parallelleben erzählt, was die Erklärung der Trennung für mich doppelt schwer macht, weil ich sein 2. Leben nach wie vor nicht als Trennungsgrund nennen kann.
Daher bin ich voreingenommen, was schlechte oder gar keine Absprachen angeht. Und habe große Antennen (die auch falsch liegen können) für vorgegaukeltes Einverständnis.
Zwei Themen, die mich beschäftigen:
1. @carlos7 Ich frage mal, obwohl es schon oft Thema war: Bist du dir sicher, dass ihr beide gerade zufrieden und glücklich(!) seid mit der Situation? Auch, wenn du ganz tief in dich fühlst?
Wenn das so ist, dann verstehe ich nicht, warum du euer Konstrukt hier so verteidigst.
Wenn es nicht so ist und du dir / ihr euch das nur einredet, um die Ehe nicht aufs Spiel zu setzen, dann ist es an der Zeit für Ehrlichkeit und das Aufgeben einer Illusion, die man aus irgendwelchen Gründen aufrecht erhält.
2. Ehrlichkeit mit den Kindern: Kinder kriegen das mit, in jedem Fall. Spüren komische Schwingungen zwischen ihren Eltern. Inwiefern Ehrlichkeit angebracht ist, muss da jeder für sich entscheiden.
Was, wann und wie man es den Kindern sagt, sollte jedem selbst überlassen sein, da gibt es kein richtig oder falsch.
Meine Kinder (14 und

wissen nichts vom Sexleben ihres Vaters, ahnen aber irgendwas, können es jedoch definitiv nicht benennen, weil es vermutlich völlig außerhalb ihrer Vorstellungskraft liegt ("Mama, warum sagt der Papa manchmal, er trifft sich mit einem Bekannten und ein anderes Mal nennt er den Namen?" oder fragen ihn sehr viel detaillierter als mich, wenn er abends weggeht).
Trotzdem finde ich aktuell, ich will ihnen die Wahrheit nicht zumuten. Weil ich nicht möchte, dass sie ihren Vater irgendwie abstoßend finden.