Zitat von FrauDrachin: Für mich war es mittelfristig wichtig, dass beide Männer in meinem GANZEN Leben einen Platz haben.
Ich kann diesen Wunsch durchaus verstehen, wenn man der Mittelpunkt eines Dreiecks ist. Ich glaube, es ist ganz natürlich, dass man alle geliebten Menschen so oft und lange um sich herum haben will, wie irgend möglich.
Unsere Trennung der Welten ist ja eigentlich durch zwei Dinge motiviert: Zum einen fand es meine Frau toll, in die künstlerisch-handwerkliche, laissez-faire, lockere Welt des Schreiners und seiner Freunde einzutauchen. Also die kleine Auszeit aus dem Alltag mit dem gewissen Extra-Kick zu genießen. Sie hatte da kein Bedürfnis nach dauerhafter Nähe, eher das Gegenteil, nämlich die Auszeiten. Zum anderen will ich diese klare Trennung, da ich meine Frau in gemeinsamen Zeiten ohne jede Einschränkung für mich haben möchte.
Zugegebenermaßen hat sich die Position meiner Frau dazu ein wenig verändert. Sie kennt die Welt nun, kennt seine Freunde, kennt sein Handwerk, kennt seinen Lebensstil. Die kleine Auszeit gibt es natürlich immer noch, aber das ganze hat sich etwas in Richtung "Gemeinsamkeit" bei den beiden verschoben. Und ich merke so nach und nach, dass meine Frau nicht abgeneigt wäre, wenn wir mal gemeinsam Zeit verbringen würden. Meine Position hat sich aber nicht verändert und mit Miss K lebe ich auch diese klare Abschottung (auch wenn ich mir da mehr Einfluss über unsere Spielzeiten hinaus sehr anregend vorstellen würde).
Was für mich unvorstellbar wäre: Meine Frau rund um die Uhr zu teilen. Weder will ich zu dritt im Bett liegen, noch meine Frau mit ihm im Zimmer nebenan löffeln lassen. Noch mir mit ihm die Zähen im Bad putzen oder die Spülmaschine ausräumen. Ihn in unseren Alltag zu integrieren, ist für mich nicht denkbar.
Den einen oder anderen Vorteil hätte eine 3er-Alltagskonstellation natürlich schon. Meine Frau hat sich zum Beispiel eine Infektion aus dem Ski-Wochenende mitgebracht und liegt seit Dienstag abend ohne Stimme flach. Ich versorge sie jetzt aus dem Home-Office heraus mit heißem Tee, Fußmassagen und Hühnerbrühe. Das könnte man sich dann teilen. Aber ich mag es natürlich auch, mich um sie zu kümmern. Ist schon irgendwie witzig... da war meine Frau seit fast exakt 2 Jahren nicht ein einziges Mal erkältet. Kaum verbringt sie mal ein paar Tage ohne mich, rauscht ihr Immunsystem nach unten und es haut sie direkt um. Tststs, ständig muss Carlos auf sie aufpassen. Da hatte ich direkt ein Thema, sie ein wenig liebevoll zu piesacken. Ohne Stimme konnte sie mir auch nicht widersprechen

Zitat von FrauDrachin: Nennt sich "hirarchisches Modell". Mit einem primären, und x sekundären Partnern.
Könnte man auch auf einer theoritischen Ebene darüber nachdenken, hat Vor- und Nachteile. Wahrscheinlich starten die meisten Menschen ihre Reise von dort. Ich möchte meine Partnerschaften in Zukunft gleichberechtigt leben.
Das trifft es exakt. Wir haben ein streng hierarchisches Modell aus einem primären Partner (mir) und derzeit einem sekundären Partner, dem Schreiner. Hypothetisch könnte ich mir dieses Modell auch mit zwei sekundären Partnern vorstellen, sofern sich diese beiden die derzeitigen Schreiner-Zeiten teilen würden und nicht mehr Anteile an meiner Frau einfordern würden. Aber das ist natürlich weder ein gangbares Szenario noch hätte meine Frau Interesse daran.
Zitat von FrauDrachin: Die Angst vor dem sozialen Umfeld möchte ich dir ein bisschen nehmen.
Ich habe da überhaupt keine Angst. Meine Frau schon eher. Ich denke nur, dass mein Intimleben niemanden etwas angeht. so wie ich nichts über das Intimleben anderer wissen möchte, will ich andere auch nicht in das meine einbinden. Wenn es, wie mein Kollege, jemand zufällig erfährt, dann ist es eben so. Bringt uns nicht um.