carlos7
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Zitat von Mayla:Ihr habt gemeinsam diesen Stein ins Rollen gebracht, du kannst es nicht mehr aufhalten, sollte deine Frau sich hoffnungslos in ihren Liebhaber verliebt haben. Was bringen dir alle deine Regeln, wenn du weißt, dass deine Frau körperlich zu Hause ist, sich eigentlich aber nach ihm sehnt und lieber woanders wäre?
In dem Fall, dass sie nur körperlich bei mir anwesend wäre, würden natürlich alle Regeln nicht viel bringen. Wenn dem so wäre, müssten wir uns natürlich trennen. Zum Glück ist es aber nicht so und meine Frau ist sich bewusst, dass sie es nicht so weit kommen lassen darf. Warum unterstellst du aber, dass es so sein könne? Es gibt ja keine Anzeichen, die darauf hindeuten.
Das ist eben der Unterschied wischen poly und mono. Wenn ein Mensch (seriell) monogam ist, kann er wohl keine zwei Menschen gleichzeitig partnerschaftlich lieben. In diesem Fall läuft es wir von dir beschrieben ab. Meine Frau kann aber uns beide lieben, also ist sie bei mir, wenn sie bei mir ist und beim Schreiner, wenn sie beim Schreiner ist. Es ist nicht so, dass sie sich nach dem einen sehnt, während sie beim anderen ist,
Ich verstehe nicht ganz, warum es für so viele Menschen undenkbar ist, 2 Menschen gleichzeitig partnerschaftliche zu lieben, wären es für die selben Menschen problemlos möglich ist, zwei Kinder oder zwei Eltern zu lieben.
Zitat von Mayla:Mit dem Herzen scheint deine Frau ziemlich stark bei ihrem Geliebten zu sein. Je mehr du nun versuchen wirst, Situationen aus der Verlustangst heraus "zu verbieten", desto stärker wird deiner Frau wiederum bewusst, wie tief sie gefühlsmäßig eigentlich schon involviert ist. Du bist immer der Verlierer in diesem Spiel. "Verbietest" du nicht, steigt weiterhin der Grad der Verbundenheit und Intimität mit ihrem Geliebten. Verbietest du, steigt der Grad des Sehnens und damit der Grad der Verbundenheit und Intimität eigentlich noch mehr.
Verbote sind natürlich unsinnig. Die gibt es bei uns ja auch nicht. Bei und gibt es gemeinsam vereinbarte Regeln und gegenseitige akzeptierte Tabus. Fühlt sich einer von uns mit einer Regel oder einem Tabu nicht gut, wird diskutiert und versucht ein Kompromiss zu finden, wenn kein Konsens möglich ist. Das ist und bisher immer gelungen.
Dass die Verknappung der gemeinsamen Schreiner-Zeit die gegenseitige Anziehung aufrecht erhält, ist mir schon klar. Könnte meine Frau alle zeit der Welt mit ihm verbringen, die sie wollte, wäre sie seiner wahrscheinlich schon längst überdrüssig, so wie ich sie kenne. Das Leben besteht ja aus weit mehr als Vernissagen, zerwühlten Laken, Pizza und Skifahren.
Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum du mich als Verlierer in dem Spiel betrachtest. Ich finde, ich habe bisher ziemlich viel dadurch gewonnen: Ohne Schreiner wäre und 6-Leben deutlich sparsamer, es gäbe keine Miss K für besondere Stunden, die Stimmung zuhause wäre durch die Unzufriedenheit meine Frau wäre wesentlich schlechter, wir wären weiter im Trott der letzten 3 Jahre verhaftet. Ich finde, ich habe durchaus viel durch das Poly-Konstrukt gewonnen.
Zitat von Mayla:Was sollen diese Verbote dir also bringen? Sind es nicht reine Vernebelungsaktionen, die verschleiern sollen, was offensichtlich ist? Ist es nicht Selbstbetrug?
Wir gesagt, es gibt keine Verbote bei uns.
Zitat von Mayla:Solche polyamoren Arrangements mögen zunächst abenteuerlich und aufregend sein, auf Dauer sind sie in der Regel für alle Parteien überfordernd. Vor allem, wenn man eigentlich ein klassisches Beziehungsmodell lebt, mit großem Sicherheitsbedürfnis, Mann, Haus und Kind.
Ich stimme dir zu, dass unsere Beziehungsform eine Herausforderung ist. Aber solche Herausforderungen sind dazu da, dass man sie als Paar und Team gemeinsam meistert und sich hinterher abklatscht.
Zitat von Mayla:Es ist reine Illusion den Tanz auf dem Vulkan weniger gefährlich machen zu wollen, indem man Regeln aufstellt.
Nein, Regeln sind das A und O bei solchen Konstrukten. Übrigens sind Regeln in jeder Beziehungsform sehr entscheidend. In einer monogamen Beziehung gibt es ja mindestens genauso viele Regeln, vor allem wie genau das gegenseitige Monogamie-Verständnis zu verstehen ist.
Zitat von Mayla:Er kann im Gegensatz zu dir auch schweigen auch genießen, denn er hat nichts zu verlieren.
Ob er etwas zu verlieren hat, kann ich nicht beurteilen, dafür kenne ich ihn zu wenig. Er hat B meine Frau zu verlieren. Ob ihm das etwas ausmacht? Kommt drauf an, ob und wie sehr er sie liebt. Hier im Forum gibt es genug Geschichten sehr unglücklicher Geliebter von gebundenen Partnern.