Zitat von Shum: Ich denke, dass die zwanghafte Bedingung an Carlos' EF, 2x pro Woche 6 mit ihm haben zu müssen, um seine Zustimmung zur polyamoren Beziehung zu erhalten, bei vielen Lesern hier sauer aufstößt.
Ich glaube der Kern der Diskussion ist, dass ihr euch nicht so wirklich in die Dynamik zwischen meiner Frau und mir reindenken könnt. Natürlich ist diese bei uns etwas speziell, daher versuche ich noch mal zu erklären, wie es zu diesem angeblichen Zwang kam, der natürlich keiner ist.
Selbstverständlich haben wir sehr intensiv geredet, als meine Frau mit dem Wunsch nach einer Beziehungsöffnung um's Eck kam. Ich hatte natürlich ziemliche grundlegende Bedenken, da meiner Frau ja nicht gerade for Libido sprühte und unser 6-Leben für meine Begriffe zu selten stattfand. Logischerweise habe ich befürchtet, dass wir noch seltener 6 hätten, wenn meine Frau einen Teil ihrer 6-uellen Energie für Auswärtsspiele einsetzt. Meine Frau meinte, dass dies nicht der Fall sein würde und Flirten eher ihre Lust auf 6 steigern würde. Also haben wir beschlossen, es zu versuchen und zu schauen, ob der Trend zwischen und nach oben oder unten zeigen würde.
Tatsächlich hatten wir nach Öffnung der Beziehung dann recht regelmäßig zwei statt einmal 6 pro Woche. Ob das Kopfkino meiner Frau aktiviert wurde oder sie mir zeigen wollte, dass es kein Abflauen durch Öffnung geben würde, weiß ich natürlich nicht. Je länger das Daten ging, desto mehr ging es dann aber wieder Richtung einmal. Tja. und dann kam der Schreiner und meine Frau wollte eine Nebenbeziehung mit gewisser Regelmäßigkeit (auch 6-uell) mit ihm führen. Natürlich kam wieder die Diskussion auf den Tisch, wie es dann mit unserem 6-Leben weitergeht. Ein konstanter Abzug von 6-ueller Energie und Libido durch die Nebenbeziehung kam für mich (verständlicherweise) nicht in Frage. Also haben wir gemeinsam nach einer Lösung gesucht. Meine Frau war der Meinung, dass sie trotz (oder wegen) der Auszeiten überhaupt kein Problem haben würde, zwei mal mit mir in der Woche intim zu sein, so wir wir es am Anfang der Beziehungsöffnung ja auch genossen haben. Ich war einverstanden und seitdem haben wir zwei mal die Woche 6. Natürlich weiß meine Frau, dass ich Probleme mit ihrer Außenbeziehung hätte, wenn ihre eheliche Lust nachlässt und damit die Grundlage der Öffnung (nämlich dass keine 6-uelle Energie aus der Hauptbeziehung abgezogen wird) hinfällig würde und das potentiell zu einer zwangsweisen Trennung vom Schreiner führen könnte.
Es hat also nichts mit zwanghafter Bedingung zu tun, sonder ist schlicht einer der Grundsätze unsere offenen Beziehung, die wir vor knapp 3 Jahren vereinbart und im Zuge der Beziehung mit dem Schreiner erneuert hatten. Dieser Grundsatz ist auch noch nie von ihr in Frage gestellt oder als belastend bezeichnet worden. Es ist eine Art Selbstverständlichkeit zwischen uns und gehört zu uns, wie viele andere Rituale auch. Das einzig besondere daran ist, dass ich nicht bereit wäre davon abzurücken, während ich bei anderen Dingen durchaus bereit bin, Regeln aufzuweichen (wie ihr ja schon häufig angemerkt oder kritisiert habt). Das spürt meine Frau eventuell auch, aber von ihrer Seite kam bisher noch nie der Wunsch, davon abzurücken, weder explizit noch indirekt. Im Gegenteil wäre sie wahrscheinlich höchst alarmiert, würde ich davon abrücken wollte. Vielleicht ist es für eins beide so eine Art Gradmesser geworden, ob der Partner noch fest an der jeweiligen Seite steht.
Ich hoffe, es wurde jetzt etwas besser verständlich, warum weder meine Frau noch ich im lutherischen Vermächtnis ein Problem sehen.
Zitat von Shum: Die Freiwilligkeit und Offenheit in einer Partnerschaft sind entscheidend und solche Bedingungen könnten das emotionale Wohlbefinden und Autonomie der EF beeinträchtigen. Wir wissen einfach nicht, wie oft die EF aus intrinsischer Motivation jetzt 6 mit Carlos haben würde, wenn es diese Poly Bedingung nicht gäbe, sie jetzt aber durch den Job dennoch scheinbar so viel glücklicher ist.
Das sehe ich genauso. Ich habe keinerlei Indikation, dass unser gemeinsames 6-Leben das Wohlbefinden meiner Frau stört. Ihre Autonomie kann m.M.n. per Definition nicht beeinträchtigt sein, da ihr ja frei steht zu gehen. Sie steht in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu mir und ist ein erwachsener, freier Mensch.