Zitat von carlos7: Ich kann den anderen Punkt aber nicht greifen.
Ich glaube, wir alle tragen sehr viele unausgesprochene Wenn-Dann Gedanken in uns. Wenn jemand mit mir zusammen ist, dann kann er nicht Frauen gut finden, die Niveau für eine Handcreme halten.
Entwickelt mein Partner dann aber doch Zuneigung für eine Handcreme-Lady, erschüttert dies natürlich mein Selbstverständnis der Beziehung. Ich stelle darauf hin vermehrt mich und dann eben auch die Beziehung in Frage.
Gleichzeitig hinterlässt es mich aber auch mit einem ganz schlechten diffusen Gefühl. an der Stelle deshalb, weil ich in der oben geschilderten hypothetischen Situation einen wichtigen Bezugspunkt außen vor lasse.
Was es eigentlich mit meinem Bild des Partners und meinen Gefühlen für den Partner macht, wenn ich feststellen muß, daß etwas, von dem ich es für ein unabdingbares Wenn/dann gehalten habe, tatsächlich nicht (mehr) zutreffend ist.
Meinen Dafürhalten nach geht es bei der Öffnung einer Beziehung und den dann dazu vereinbarten Grenzen eigentlich nicht darum, den anderen mittels dieser daran zu hindern sich in jemanden (fremd) zu verlieben, sondern Zweck der Grenzen wäre es, die eigene Liebe zum Partner so zu schützen, daß sie eben ohne die ansonsten immer gewählte Monogamie, nicht verloren geht.
Eure Augenhöhe hat die Öffnung der Beziehung überhaupt erst ermöglicht. Diese Augenhöhe speist sich ja aber aus Dingen und Werten. Zentrales Thema eurer gesamten Beziehung seit Seite 1 ist die gemeinsame intellektuelle und wissenschaftliche, gleichberechtigte Verbundenheit.
Deine Frau hat (vermutlich dann doch nicht besonders zu Ende gedacht) diese mittels ihres Vorschlags ausgehebelt. Ihre Argumentation, ich nehme Dir keine Zeit weg, ist richtig aber unvollständig. Sie verkennt nämlich, daß sie an der Stelle Euch in unfaire Konkurrenz setzt auf einem zuvor abgemachten Gebiet der Exklusivität.
Unfair ist die Konkurrenz deshalb, weil sie Deine Wertung umgeht, vorher/nachher Hinfahren, wenn es die Zeit erlaubt, ja gern, aber keinesfalls als spouse. Die Exklusivität ist denke ich selbsterklärend.
Ich kann jetzt nur für mich sprechen, würde mir das passieren, stünde ich aber jetzt unter dem geschilderten wenn/dann plus der unfairen Konkurrenz (denn ich würde so gut wie nie nur spouse sein wollen, dem anderen steht diese Handcreme-Möglichkeit ja aber immer offen) vor zwei Dingen: ich wäre massiv wütend, denn ich sähe etwas Grundlegendes einfach verraten und ich würde wahrnehmen, auf welcher emotionalen/rationalen Ebene ausgesprochen oder unausgesprochen auch immer, daß das eine Bedrohung meiner Gefühle für den anderen wäre.
Wer mit Handcreme-Ladies im exklusiv vereinbarten Gebiet posiert, verliert E-Claires Liebe. Und dagegen könnte ich auch nichts tun.