Zitat von FrauDrachin: Wenn wir davon ausgehen, dass BDSM eine normale und gesunde sexuelle Spielart ist
Da wären wir wieder bei den Definitionen.
Wenn wir davon ausgehen, dass "normal" als das definiert ist, was der Norm entspricht, dann ist es nicht "normal".
Wenn wir davon ausgehen, dass es teilweise physische Verletzungen nach sich zieht (von mehr oder minder großer Ausprägung), dann tue ich mich sehr schwer damit, es als "gesund" zu definieren.
Meiner Meinung nach zieht es darüberhinaus auch nicht sichtbare psychische Verletzungen nach sich, weil man seinen Selbstwert permanent untergräbt, bzw. freiwillig untergraben lässt.
Zitat von FrauDrachin: dann spricht es definitiv FÜR einen Selbstwert
Auch hier wieder eine Frage der Definition:
Das ergibt nur dann einen Sinn, wenn man glaubt, der eigene Wert sei ungefähr auf der Stufe eines Hündchens.
(Wobei ich persönlich auch ein Hündchen nicht so behandeln würde, wie es bei diesen "Spielen" üblich ist. Dazu habe ich zu großen Respekt vor Tieren).
Wenn man dann noch weitergeht und sich überlegt, dass es eine erkleckliche Anzahl von Leuten gibt, die diese "Spiele" (mich schüttelt es in dem Zusammenhang bei dem Wort) auch außerhalb des Schlafzimmers fortsetzen und dass es zum Beispiel Frauen gibt, die die Insignien ihrer Unterwerfung ständig für alle sichtbar tragen (zumindest für alle, die sich auskennen), dann kann ich wirklich nicht erkennen, was daran noch "gesund" sein soll.
Also nein: Für mich treffen beide Adjektive nicht zu.
Ich halte es eher für selbstschädigendes, beziehungsweise fremdschädigendes Verhalten. Letzteres allerdings mit Einwilligung des Betroffenen, weshalb es in der Regel straffrei ist. Aber dies auch nur, wenn nicht aus Versehen doch einmal größere physische Schäden entstehen.
Zitat von E-Claire: Wenn ich versuche Deiner Argumentation zu folgen, meintest Du vielleicht Selbst-WERT.
Da bin ich aber schon bei Frau Drachin, insbesondere bei Kinks, die als eher nicht gesellschaftsfähig gelten, gehört für mich zum echten Ausleben dessen, deutlicher Selbstwert.
Siehe oben.
Das trifft meines Erachtens nur zu, wenn man sich selbst einen geringen Wert beimisst.
Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl liegen für mich übrigens nahe beieinander. Wenn man ein Bewusstsein seiner Selbst hat, folgt daraus auch ein Bewusstsein des eigenen Wertes.
Zitat von carlos7: Dir steht da ein moralischer Zeigfinger im Weg
Das ist falsch, Carlos.
Dir stehen da deine Vorurteile im Weg, wenn du das so siehst (was aus deiner Sicht verständlich ist).
Was mir im Weg steht, ist ein zu hohes Selbstbewusstsein und ein zu hohes Selbstwertgefühl und nicht eine wie auch immer geartete Moral. Und schon gar kein Zeigefinger

Beides verbietet es mir, mich von irgendwem zum Affen (oder Hündchen) machen zu lassen.