Zitat von Shum: Und dann kam ein Mensch, der hatte keine Ahnung von diesen Zwängen und er lebte dieses Märchenbild und war glücklich. Ich sezte noch einen drauf: dem Menschen waren die äußeren Zwänge schweinchenegal. Argumentier mir das nicht weg, dass es das nicht gibt. Ich rede hier von mir.
Aber habe ich dir das je abgesprochen? Es ist doch ok so zu leben. Ich wehre mich doch nur gegen diesen missionarischen Eifer gegen die Aufstellung partnerschaftlicher Regeln. Die gibt es in fast allen Partnerschaften, bei uns sind sie sogar gegen dem üblichen Monogamie-Modell (das wir ja jahrelang hatten) deutlich aufgeweicht. Du erinnerst dich doch sicherlich noch an die vielen Diskussionen darüber, dass ich meiner Frau keine Grenzen ziehen und keine klare Regeln etablieren würde, dass ich alles mit mir machen lassen würde.
Mir will einfach nicht in den Kopf, wie man mir an den Kopf werfen kann, ich wäre unfähig zu lieben, weil ich Vereinbarungen mit meiner Frau habe, wie wir beide ein erfülltes Liebesleben haben können. Das ist grotesk und meine einzige Erklärung ist, dass ein tiefverwurzeltes, tradiertes Moraldenken nicht erlaubt, eigene Scheuklappen abzulegen. Es ist nichts schlecht an partnerschaftlichen Regeln, im Gegenteil hat uns sogar die Coachin ermuntert, Teile davon schriftlich festzulegen. Das ist geradezu eine Horror-Vorstellung mancher hier. Eine Paartherapeutin, die dazu geraten hat sicherzustellen, dass die partnerschaftliche Leidenschaft nicht verloren geht. Hört, hört!
Lies mal ein paar Kommentare durch, auf die ich allergisch reagiert habe. Sie zeugen von einem tiefen Unverständnis davon, dass es nicht nur die
eine Form der Liebe gibt. Es ist ein wenig (eigentlich nicht nur ein wenig) so, als wollte man mir mein Empfinden absprechen. Es wurde ja von @brokenforever direkt gesagt: Ich könne nicht lieben. Skurril, oder? Partnerschaftliche Vereinbarungen sind angeblich ein Zeichen mangelnder Liebesfähigkeit.
Ich habe das Gefühl, es geht einigen auch gar nicht um die Frage, wie wir unsere Beziehung am besten hinzubekommen, sondern darum krampfhaft Beweise zu finden, dass unsere Beziehungsform gar nicht funktionieren kann. Damit mögen die Kritiker ja sogar recht haben, aber die partnerschaftliche Vereinbarungen als Indikation dafür herzunehmen, ist doch etwas verwegen.