Hallo,
ich komme aus einer Beziehung, in der das Thema Sex auch von Anfang an für Missklang gesorgt hat.
Klar, zu Beginn der Beziehung gab es viel und reichlich.
Da wir eine Fernbeziehung führten, schrieben wir uns mal anzügliche Geschichten per Mail mit Phantasien oder Vorstellungen.
Er begann damals schon, das nahezu einzufordern.
Später wurde das dann auf SMS und noch später auf Whatsapp verlagert.
Was zu Beginn Spaß war, Austausch, Geheimnis wurde zunehmend Forderung, Pflicht und Erwartung.
Der Wunsch entstand, einige der Phantasien umzusetzen.
Ähnlicher Ablauf: zu Beginn: Spannung, Reiz, Spaß. Nach etwa zwei Jahren dann Streit, Uneinigkeit, Genervtheit.
Wir haben viel ausprobiert. Manches auf seinen Wunsch, manches auf meinen Wunsch, aber das Verhältnis kippte recht schnell auf seine Seite.
Weil seine Vorstellungen, Phantasien etc. drängender waren, er das Ganze mehr brauchte, es musste immer mehr sein, immer extremer.
Von einem recht dominanten Mann zu Beginn der Beziehung wandelte er sich in einen devoten Mann, dann zu einem "Zuschauer" und zum Schluss in einen Mann, der bi Neigungen/Vorstellungen äußerte.
Ich habe mitgemacht.
Es endete sonst stets im Streit. Er beleidigt, fühlte sich in seinen Bedürfnissen nicht beachtet, ich ebenso.
Ende vom Lied:
Ich hatte irgendwann so viele Bilder im Kopf. Es gab keinen Platz mehr für Geheimnisse oder Phantasien.
Das war alles drüber.
Da waren zudem auch Bilder dabei, das ist mir später erst klar geworden, die ihn für mich unattraktiv werden ließen in ero. Hinsicht.
Ich wollte irgendwann einfach nur noch mal ganz normalen Sex im Schlafzimmer. Das war meine ero. Phantasie.
Er baute in der Zwischenzeit ein Extra Zimmer dafür in Keller. (angeblich) Für mich. Wir haben es insgesamt vielleicht zehnmal benutzt und auch darüber gab es am Ende Streit. Ich weiß nicht mal mehr, warum eigentlich.
Er hatte "Drehbücher" im Kopf. Es bedurfte immer noch irgendwelcher Geschichten, Spielzeuge usw. - sodass auch ich zunehmend das Gefühl hatte, es geht dabei 0 um mich.
Er brauche das, um seinen Kopf frei zu kriegen, sagte er mal.
Manchmal sagte ich ihm etwas zu, was nachher nicht oder anders stattfand. Das führte oft dazu, dass er sich zurückzog beleidigt, mit dem Hinweis, ich hätte das dann und dann zugesagt und er warte immer noch auf A..und B hätte ich ja auch schon einfach "vergessen"...usw.
In irgendeinem Krisengespräch sagte er mal, es wisse nicht , was mein Gemotze solle, ich könne doch so oft Sex haben wie ich wolle, ich wisse doch genau, wie ich das anstellen müsse.
Als ich dann den Mut hatte, mal deutlich zu sagen, dass ich das so nicht mehr will, wurde er wütend.
Ich würde ihm überhaupt nicht entgegenkommen und ihm "wegnehmen", was ihm Spaß macht und er könne mir nicht zusagen, dass ihm so Standard sex dauerhaft reiche usw.
Im Januar haben wir nach 12 Jahren Beziehung und 10 Jahren Ehe beschlossen, uns zu trennen.
Sex gab es seit 2018 nicht mehr, aber hier stehen bestimmt 4 Kartons mit Wäsche, Spielzeug, Perücken, Bildern usw.
PS: ich weiß heute ganz sicher, dass ich meine Grenzen damit überschritten habe und diese ganze Nummer auch unweigerlich zum Verlust der partnerschaftlichen Nähe geführt haben.
Das wird mir in dieser Form sicher nicht noch einmal passieren.