Zitat von AnnKi: Das fühlte sich an, als würde sich das Kind nicht mehr geborgen fühlen bei mir, als hätte er Angst
Hat er bestimmt auch, aber nicht deinetwegen sondern wegen der Situation.
Es ist ungewiss, der Papa ist auf einmal weg...er spürt deine Trauer und Sorgen und sicher auch, dass deine Eltern dir helfen sollten/konnten.
Wenn du es positiv betrachtest, geht er auf die "Seite" derer, die dir helfen wollen.
Vielleicht war er auch verunsichert, ob du in deiner Angespanntheit ein Kind auf dem Schoß haben wollen würdest.
Oder - was ich am wahrscheinlichsten finde - er wollte dich mit seiner Verunsicherung nicht noch weiter belasten, dich quasi schützen und ist deshalb mit seiner Verunsicherung zu denen gegangen, die in der Situation "frisch" waren, zu denen mit Energie.
Viel ist denkbar und nichts davon ist "schlimm".
Meiner Tochter musste ich lange noch nach der Trennung immer wieder in Gesprächen helfen. Sie ist sensibel und ihr tat der Papa immer leid und sie wollte ihn schützen und ihm helfen und ist dabei öfter auch über ihre eigenen Grenzen gegangen (z.B. wenn der Kleine Wutanfälle hatte, hat sie geweint weil sie meinte der arme Papa fühle sich nun sicher nicht mehr geliebt von seinem Sohn).
Mit meinem Sohn sind auch zwei Jahre nach Auszug von Ex noch Gespräche fällig über das Warum.
Schau dass du in gutem Kontakt mit deinen Kindern bleibst.
Du kannst ihnen ja erklären, dass du manchmal traurig bist, aber dass DU das hinbekommst (Achtung: nicht "wir") und die Kinder sich jederzeit an dich wenden können.
Frag auch selber immer mal wieder von dir aus nach...am besten klappt das, wenn man es ritualisiert.
Wir hatten am Wochenende immer eine Frühstücksrunde und haben uns erzählt, wie wir die Woche fanden und wie wir uns gefühlt haben. Was trotz allem schön war und worüber wir vielleicht traurig waren und haben überlegt, was uns gut tun würde (Lesestunde, Badewanne, Mass., Mittagsschlaf, Blumen pflücken, basteln oder einfach einmal ganz fest in den Arm nehmen...).
Jede. Abend vorm Schlafen haben wir uns kurz gesagt, was an dem Tag schön war.
Wichtig ist, glaube ich, unbedingt zu signalisieren und bildhaft zu beschreiben, dass das deine und Papas Baustelle ist und die Kinder da aus jeglicher Verantwortung zu nehmen (eben auch verbal, indem man in diesen Situationen eben vielleicht nicht sagt "Wir (alle) bekommen das irgendwie hin").
Ich habe es selbst etwa so gehalten: Papa und ich geben uns Mühe, das so gut wie möglich hinzubekommen. Manchmal klappt das noch nicht so gut, weil wir uns auch erstmal an die Situation gewöhnen müssen. Aber wir versuchen es immer weiter oder nochmal bis es klappt. Wie beim Radfahren lernen. Das muss man auch üben und fällt vielleicht mal hin oder tut sich weh - aber wenn man es weiter versucht, kann man es irgendwann. Manchmal braucht man auch Hilfe als Kind beim Radfahren oder ich als Erwachsener, das ist ganz normal. Die Hilfe hab ich aber von den Großeltern und (XY Freunde), da brauchst du dir also keine Sorgen machen.
Vielleicht kannst du damit ja was anfangen.
Viele Grüße